1. Auflage gratis lesen
Wir möchten so viele Betroffene wie möglich erreichen. Deshalb finden Sie hier die gesamte 1. Auflage von "Trauma jetzt überwinden" zum online lesen.
Inhaltsverzeichnis
A Vorbereitungen
B Trauma-Auflösung
C Vergangenheit aufarbeiten
D Neue Identität
E Anhang
A Vorbereitungen
Einleitung
Angstzustände, Panikanfälle und Albträume. Für viele Betroffene von Trauma und Misshandlung sind dies
alltägliche Erfahrungen. Sie wollen nichts sehnlicher, als die traumatischen Erlebnisse überwinden. Und das
können Sie mit Hilfe dieses Buches.
Sie halten kein Theoriebuch und kein Buch mit Trauma-Erzählungen in den Händen, sondern ein Übungsbuch.
Obwohl Sie sich das jetzt vielleicht noch nicht vorstellen können: Am Ende
der Übungen haben Sie komplett mit dem Trauma aufgeräumt und können sich in Ihrem Alltag wieder anderen Themen
zuwenden.
Die Trauma-Auflösung ist schonend: Sie werden nicht den Trauma-Gefühlen ausgesetzt. Sie brauchen nichts über
Ihre Erlebnisse erzählen. Und wir werden auch darauf verzichten, Horrorgeschichten zu erzählen.
Dieses Buch ist entstanden, weil wir immer wieder von Freunden und Bekannten auf das Thema angesprochen wurden.
Durch unsere Ausbildung in NLP (mehr zu NLP später) konnten wir diesen Betroffenen helfen. Eine der
beeindruckendsten Erfahrungen für uns war dabei, wie stark die Bereitschaft zur Mitarbeit der Betroffenen war
und wie groß das Engagement im Freundes- und Bekanntenkreis der Betroffenen. Da die NLP Techniken so
zuverlässig funktionieren und sehr gut strukturiert sind, kamen wir auf die Idee, ein Mittel zur
Trauma-Auflösung zu finden, das auch von Laien angewendet werden kann.
Wir haben den Text zu diesem Buch an einer Vielzahl von Betroffenen erprobt. Alle konnten die hier beschrieben
Übungen erfolgreich durchführen. Unser Test-Spektrum reichte von Betroffenen mit einmaligen traumatischen
Erlebnissen bis hin zu langjährig Missbrauchten; von ”leicht” Traumatisierten, die ”nur” unter Störungen des
Sexuallebens litten, über die typischen Trauma-Symptome, wie Schreckhaftigkeit, Albträume und Zwangsverhalten,
bis hin zu schwer Traumatisierten mit Wahnvorstellungen und Selbstmordanwandlungen. Die Betroffenen waren aus
unterschiedlichen Altergruppen (die jüngste war z.B. 15 Jahre alt) und hatten unterschiedlichen Bildungsgrad.
Alle, die sich genau an die Anweisungen gehalten haben, konnten mit Hilfe des hier vorliegenden
Übungs-Programms ihr Trauma überwinden. Mittlerweile haben wir
auch eine Webseite eröffnet, wo Sie sich mit Fragen und Anregungen hinwenden können:
www.trauma-jetzt-ueberwinden.de.
Sie sollten eine Freundin oder einen Freund als Begleitung hinzuziehen, der/die Sie durch die Übung begleitet.
Ideal ist natürlich eine ausgebildete Fachkraft.
Sie brauchen ihr oder ihm nichts über Ihr traumatisches Erlebnis erzählen. Wir werden Ihre Begleitung B für ›Beraterin‹ bzw. ›Berater‹ nennen. Während Sie sich auf
den Inhalt der Übung konzentrieren, führt Sie Ihr B, also Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater, durch den Prozess.
Den ersten Teil A des Buches bilden einführende Kapitel und Übungen. Sie dienen dazu, Sie mit NLP vertraut zu
machen und Ihnen mehr Kontrolle über Ihr inneres Erleben zu geben. Außerdem werden Sie und Ihr B (Beraterin bzw.
Berater) zu einem eingespielten Team. Wenn Sie optimal vorbereitet sind, kommt im zweiten Teil B die
eigentliche Trauma-Auflösung. Im dritten Teil C können Sie je nach Bedarf weitere Themen, die mit dem
traumatischen Erlebnis zusammenhängen, bearbeiten. Der Zeitbedarf für Teil A ist etwa 4-6 Stunden. Wir
kalkulieren für Teil B etwa die gleiche Zeit, damit dieser pro Erlebnis auf jeden Fall an einem Stück
durchgeführt werden kann. In Teil C gehen wir von 1-2 Stunden pro Kapitel aus. Auf diesen Teil können Sie im
Laufe der ersten Tage bzw. Wochen nach der Trauma-Auflösung immer wieder zurückkommen. Der Zeitbedarf kann sehr
unterschiedlich sein. Es ist also auch in Ordnung, wenn Sie deutlich schneller oder langsamer vorgehen. Teil D
enthält eine Übung für diejenigen, die ihre Identität (teilweise) über das Trauma definieren.
Was ist Trauma?
Mit Trauma bezeichnen wir hier Erlebnisse, die mit Panik-Gefühlen verbunden sind und deren Erinnerung wieder
diese Panik-Gefühle auslöst. Das Gehirn kann solche Erlebnisse nur schwer oder gar nicht verarbeiten. Man kann
mit der Vergangenheit nicht abschließen. Ein einziges traumatisches Erlebnis kann das Leben eines Menschen
verändern. Die Betroffenen leben in ständiger Angst, dass es sich wiederholen könnte oder Situationen auftreten
könnten, die die Erinnerung an das Trauma wieder aufleben lassen. Daher versuchen sie, ähnliche Situationen im
Vorfeld zu vermeiden. Es entsteht eine höhere Sensitivität für bestimmte Reize. Das Vermeiden ähnlicher
Situationen kann z.B dazu führen, dass jemand mit einer Phobie vor Spritzen nicht rechtzeitig zum Arzt geht.
Ein Kriegsveteran nimmt vielleicht Schlaftabletten, um nachts nicht wieder in den Krieg ziehen zu müssen.
Betroffene sexuellen Missbrauchs gehen vielleicht keine Beziehung ein, aus Angst, bestimmte Situationen könnten
sich wiederholen.
Die Erinnerung an traumatische Erlebnisse wird oft von bestimmten Reizen, sogenannten Triggern, ausgelöst.
Betroffene versuchen daher auch diesen Reizen auszuweichen. Es entsteht Angst vor der Angst. Diesen Mechanismus
werden wir uns zu Nutze machen. Als Begleitmaßnahme erhalten Sie einen Trigger, der Sie sofort in ein
überwältigend positives, wundervolles Gefühlserlebnis Ihrer Wahl bringt. Diesen Trigger nennen wir Power-Anker.
Sie können ihn jederzeit auslösen, so dass Sie keine Angst mehr vor anderen, negativen Triggern zu haben
brauchen.
Hier eine Liste der häufigsten Symptome von Trauma. Bitte überdenken Sie kurz, welche bei Ihnen auftreten und
welche nicht:
- Angst, Schreckhaftigkeit, Panikattacken, Albträume, Schlafstörungen und Schock. Das Leben eines Trauma-Betroffenen ist zu einem erheblichen Teil von Angst und Schrecken erfüllt. Viele verbringen nicht nur den Tag in dauernder Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit, sondern erleben nachts in Albträumen die Geschehnisse wieder und wieder.
- Selbstwertverlust bzw. geringes Selbstwertgefühl (können Sie positiv über sich selbst sprechen?), Gefühl der Verunreinigung
- sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, Angst vor Alleinsein, Gefühl allein sein zu müssen, »bloß nicht reden«
- Schuldgefühle
- Konzentationsschwierigkeiten, emotionaler Taubheitszustand
- Wut, Rachegedanken
- Geschlechtsverkehr mit beliebigen, häufig wechselnden Partnern (Promiskuität)
- selbstzerstörisches Verhalten (um nicht fühlen zu müssen oder umgekehrt: um überhaupt zu fühlen), Sucht bzw. Substanzmissbrauch
- Zwangshandlungen (z.B. Waschzwang), wieder zum Opfer werden zu müssen, andere zum Opfer machen
- Angst vor Männern
- Sexualstörungen
- Kopfschmerzen, chronische (d.h. wiederkehrende) Schmerzen, Eß- oder Verdauungsstörungen
- Erwartungshaltung (man rechnet damit, dass es nochmal passiert)
- Halluzinationen, Verfolgungswahn, man wird z.B. wieder zu dem Kind, dem das Trauma passiert ist (Regression)
- Selbstmordanwandlungen, man glaubt, mit dem Erlebten nicht weiterleben zu können
Nach der Trauma-Auflösung können Sie überprüfen, ob die Symptome noch auftreten.
All diese Symptome sind legitime Versuche, mit dem Erlebten zurechtzukommen. Leider haben sie aber auch
gravierende Nachteile und tendieren dazu, das Leben der Betroffenen zu dominieren. Die Techniken in den
folgenden Kapiteln geben Ihrem Gehirn leistungsfähige Alternativen. Diese können Sie auch bei anderen
Gelegenheiten im Leben nutzen.
Folgende Aktivitäten können sich negativ auf die Trauma-Auflösung auswirken. Beschließen Sie daher diese
Verhaltensweisen zu ändern bzw. zu unterlassen:
- Sozialer Rückzug (stattdessen sollten Sie stabile Beziehungen zu verlässlichen Menschen z.B. zu Freunden oder Familie aufbauen. Bleiben Sie in Kontakt mit Freunden und Bekannten).
- Selbstzerstörerische Verhaltensweisen.
- Suchtverhalten, Substanzmissbrauch. Die hier beschriebenen Techniken sollten Sie ohne Einfluss von Drogen und Alkohol, sowie ohne Einfluss von psychoaktiven Medikamenten durchführen. Medikamente dürfen Sie nur unter ärztlicher Aufsicht und guter Betreuung absetzen.
- Selbstmordversuche, Selbstmord ist eine permanente Lösung für ein temporäres Problem. Gescheiterte Selbstmordversuche führen oft zu Langzeitschäden. Ärzte, die Verletzungen aufgrund von Selbstmordversuchen feststellen, sind dazu verpflichtet, Sie (notfalls gegen Ihren Willen) in eine Nervenklinik einzuweisen. Für uns ist aber die Tatsache, dass Sie dieses Buch in den Händen halten, Beweis genug, dass Sie lieber eine bessere Lösung als Selbstmord suchen. Und die werden Sie auch finden. Mit den Techniken der folgenden Kapitel können Sie sich innerhalb kürzester Zeit von der gefühlsmäßigen Belastung befreien. Außerdem lernen Sie jede Menge weitere Techniken für den Umgang mit Ihren Gefühlen.
Wir wissen, dass viele Trauma-Betroffene eine lange Leidensgeschichte haben. Die hier dargestellten Techniken
eignen sich für alle Arten von Trauma. Aufgrund der statistischen Datenlage werden etwa doppelt so viele Frauen
wie Männer mindestens einmal Opfer sexuellen Missbrauchs bzw. Vergewaltigung (jede 6. bis 7. Frau). Daher
werden wir dieses Thema schwerpunktmäßig behandeln. Die Ausführungen gelten aber auch für Opfer von anderen
Gewaltverbrechen und Misshandlungen sowie Kriegserlebnisse, Geiselnahmen, Folter, Massenvernichtung,
Naturkatastrophen, Unfälle (z.B. Verkehrsunfälle) und berufsbedingte Traumatisierungen (z.B. bei
Rettungseinsätzen). In einigen Fällen werden Menschen wiederholt und/oder über einen längeren Zeitraum
traumatisiert z.B. bei Geiselhaft, Kriegsgefangenschaft oder Kindesmissbrauch. Dieser Gruppe lässt sich mit
den hier beschriebenen Techniken genauso helfen, wie Opfern einmaliger Traumatisierung. Jeder hat eine schnelle
und effektive Trauma-Auflösung verdient.
Sexueller Missbrauch kann neben Traumatisierung noch zusätzlichen Einfluss auf das Leben der Opfer haben. Hier
bieten wir weitere Techniken, die Sie durchführen können, nachdem das Trauma überwunden ist.
Sexueller Missbrauch und Gewalt treten oft wiederholt auf. Wenn Sie also eine Person kennen, die in
Verhältnissen lebt, die von Gewalt und Missbrauch geprägt sind, helfen Sie ihr aus diesem Umfeld heraus. Die
Betroffenen erkennen nämlich oft selbst nicht das Unrecht solcher Situationen. Im Anhang sind professionelle
Anlaufstellen aufgelistet. Manchmal kann sich die Person nur vor dem Täter schützen, wenn sie vorübergehend in
einer anderen Stadt wohnt. Dann kann Ihnen die zentrale Informationsstelle für autonome Frauenhäuser eine
Einrichtung nennen, in der die Person zeitweise untergebracht werden kann.
Woher weiß ich, ob ich traumatisiert bin?
Manche Menschen wurden in ihrer frühen Kindheit von Angehörgen ihrer Familie traumatisiert. Da dies oft geheimgehalten oder abgestritten wurde, haben die Kinder später Schwierigkeiten zu wissen, ob sie traumatisiert wurden. Wir wollen niemandem etwas einreden. Andererseits kommen aber immer wieder Menschen zu uns mit der Vermutung, dass früher etwas passiert sei. Wenn Sie die obigen Hauptsymptome Angst, Schreckhaftigkeit, Panikattacken und Albträume haben, kann dies ein Indiz für Trauma sein. Wir schlagen vor, dass Sie zunächst weiterlesen. Sie werden Techniken erlernen, wie Sie mit traumatischen Erinnerungen umgehen können. Falls Sie wirklich traumatisiert wurden, kann Ihr Gehirn Ihnen, sobald Sie die Techniken gut beherrschen, diese Erinnerungen zugänglich machen (s. hierzu später Erinnerungs-Lücken aufheben). Als nächster Schritt folgt die Trauma-Auflösung. Falls aber keine Traumatisierungen vorliegen, können Sie diese Vermutung als widerlegt ansehen und sich anderen Themen zuwenden.
Lange Zeit kannte man kein zuverlässiges Mittel zur Überwindung von Trauma. Die ersten therapeutischen Verfahren
basierten auf Gesprächen. Man dachte, wenn der Klient das Trauma versteht, kann er es überwinden. Dies ist aber
ineffektiv. Daher verbrachten die Betroffenen oft Jahre und Jahrzehnte, Woche für Woche Zeit beim Therapeuten
ohne die geringste Besserung. Dies führte sogar dazu, dass viele heute noch glauben, Trauma könne man nicht
überwinden.
Entscheidender Bestandteil jeder funktionierenden Trauma-Therapie ist eine Desensibilisierung von dem
jeweiligen traumatischen Erlebnis. Bei der Desensibilisierung erinnern Sie sich auf eine besondere Art an das
traumatische Erlebnis, so dass Sie die Kontrolle über die Erinnerung behalten. Allergikern wird zur
Desensibilisierung eine kleine, kontrollierte Dosis des Allergens verabreicht. Dadurch lernt das Immunsystem
damit umzugehen, ohne überwältigt zu werden. Ähnlich funktioniert die Trauma-Desensibilisierung: Sie erinnern
sich auf eine bestimmte Weise an eine kleine Dosis des Erlebnisses und nehmen gleichzeitig einen
Bewusstseins-Zustand des Lernens ein. Die neue Betrachtungsweise schützt Sie vor den Panikgefühlen. Das, was
das Gehirn am besten kann, ist lernen. Und so löst schon eine einmalige neue Betrachtung diejenigen
Lernaktivitäten aus, die das Erlebnis neutralisieren.
Die Wirkung der Desensibilisierung ist:
- Sie können neutral an das Erlebnis denken, ohne dass Panik und belastende Emotionen auftreten. Die Erinnerung an die Fakten bleibt erhalten, aber die Gefühle fallen weg.
- Reize und Trigger haben ihre Bedeutung geändert und damit ihre Wirkung verloren.
- Sie können die Erinnerung an das Erlebnis endgültig verarbeiten. Das Gehirn kann einen anderen Bezugsrahmen herstellen. Statt jede Nacht davon zu träumen, wissen Sie, dass es vorüber ist.
Es ist ein Fehler, Trauma-Betroffene wieder in den Panikzustand zu versetzen. Vermeiden Sie daher solche
Methoden. Es ist aber ebenso ein Fehler, auf die Desensibilisierung zu verzichten. Ohne diese haben Sie keinen
Zugang zu der Erinnerung, der Ihnen erlaubt, sich von dem Einfluss solcher Erlebnisse zu befreien.
Gesprächstherapie alleine hilft nicht. Da Desensibilisierung oft nicht in ein festes 45-Minuten-Raster passt,
schiebt so mancher Therapeut diesen Schritt durch unnötig lange Vorgespräche vor sich her.
Sie können selbst überprüfen, wie erfolgreich die Desensibilierung ist. Das gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit
vor unangenehmen Überraschungen und zeigt Ihnen, dass Sie nun mit dem Erlebnis abschließen können.
Desensibilisierung ist auch Voraussetzung für die Übungen im dritten Teil des Buches, in dem Sie ggf.
Begleitprobleme bearbeiten können. Manchmal ist nämlich neben der Desensibilisierung noch etwas Nachbearbeitung
nötig. Wir sind z.B. nicht zufrieden, wenn das Trauma von sexueller Misshandlung zwar aufgelöst ist, die
Betroffene aber Männern gegenüber misstrauisch ist. Wir legen Wert darauf, dass solche Einflüsse traumatischer
Erlebnisse überprüft und ggf. aufgelöst werden. Dies kann dann z.B. dazu führen, dass die Betroffene besser
weiß, wie sie gute von schlechten Männern unterscheiden kann und optimistisch an die nächste Liebesbeziehung
denkt.
Was andere nicht tun sollten:
- Trauma-Betroffene fühlen sich ausserhalb der Gemeinschaft. Sie haben den sehnlichen Wunsch, ein normales Leben zu führen, wie jeder andere auch. Sie sollten im Umgang mit der Trauma-Problematik also weder dramatisieren, noch so tun, als wäre es nicht passiert. Es hilft den Betroffenen weder ›als Opfer‹ behandelt zu werden, noch, wenn Sie der Problematik ausweichen oder weglaufen. Am besten Sie bleiben sachlich und helfen der betroffenen Person bei den Übungen in diesem Buch.
- Versuchen Sie nicht, die betroffene Person zum Reden zu bringen. Bilden Sie sich nicht ein, zu verstehen, was derjenige oder diejenige durchgemacht hat. Überlassen Sie es dem Gesprächspartner, wie stark er oder sie ins Detail gehen möchte. Wenn Sie zu stark ins Detail gehen, führen Sie Ihr Gegenüber tiefer in das Erlebnis herein und riskieren Panikattacken. Dies kann destabilisierend wirken und sogar Selbstmordanwandlungen auslösen. Drängen Sie Trauma-Betroffene zu überhaupt nichts. Sie müssen sich nämlich vor unangenehmen Erinnerungen schützen. Bitte auch keine inhaltlichen ›Patentrezepte‹ und ›schlaue Tipps‹. Beschränken Sie sich auf formale Anregungen z.B. die Dinge aus großem Abstand zu betrachten. Seien Sie froh, dass Ihnen das nicht passiert ist.
- Ja, es ist wichtig, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Aber erst nach der Trauma-Auflösung. Hierzu bietet dann der dritte Teil des Buches viele Gelegenheiten.
- Gerichtsverhandlungen können eine sehr große Belastung darstellen. Die Ermittlungsbehörden haben mittlerweile speziell für Trauma-Opfer ausgebildetes Personal. Sorgen Sie dafür, dass diese Spezialisten eingeschaltet werden, falls Sie sich für eine Anzeige entscheiden. Sie müssen auch nicht stundenlang auf der Polizeiwache Ihr Erlebnis zu Protokoll geben. Lassen Sie sich eine Liste der Fakten geben, die die Ermittlungsbehörden auf jeden Fall brauchen und schreiben Sie die Dinge zu Hause auf. Dieses Protokoll können Sie dann später der Polizei übergeben. ›Schotterblume‹ bietet auf ihrer Webseite viele Informationen für Trauma-Betroffene im Umgang mit Behörden und bei Gerichtsverhandlungen (s. Anhang).
- Statistisch wirkt es sich in 30% aller Fälle schädlich auf die psychische Selbstheilung aus, wenn Opfer von Sexualverbrechen ihrem neuen Partner erst von dem traumatischen Erlebnis berichteten und danach Sex mit ihm hatten. War es genau umgekehrt, d.h. sie hatten erst Sex und informierten danach ihren Partner von der Traumatisierung, hatte dies keinen Einfluss auf den Heilungsprozess. Überlegen Sie sich also genau, ob eine sexuelle Beziehung zu diesem Zeitpunkt angemessen ist.
- Viele Außenstehende reagieren auf Trauma-Geschehnisse mit impliziten Schuldzuweisungen: »Wärest Du doch nicht die dunkle Gasse entlang gegangen!«. Als wenn ein Täter in dunklen Gassen ein Recht zur Tat hätte!? Solche Reaktionen sind für die Betroffenen katastrophal, weil ihnen dann auch noch die Schuld für das Geschehene zugewiesen wird. In Wirklichkeit möchten Sie als Angehöriger das Geschehene mit diesem Wunsch rückgängig machen. Die Trauma-Betroffenen verstehen dies aber in den allermeisten Fällen als Schuldzuweisung. Schuldgefühle sind ein typisches Trauma-Symptom. Sie sollten diese nicht auch noch verstärken, sondern stattdessen klar Stellung beziehen und sagen, wer Täter und wer Opfer ist.
Was ist NLP?
NLP, Neuro-Linguistisches Programmieren, ist eine Technologie zur effektiven persönlichen Veränderung. Sie
entstand aus der Beobachtung einiger der erfolgreichsten Psychotherapeuten. NLP beschäftigt sich mit dem
subjektiven Erleben, mit effektiver Kommunikation und mit persönlicher Veränderung. Eigentlich ist NLP eine
Methode, mit der man besondere Fähigkeiten vom Menschen modellieren und für andere erlernbar machen kann. Die
Erfinder, Richard Bandler und John Grinder, entwickelten NLP in den 70er Jahren, indem sie herausragende
Therapeuten, wie Milton Erickson, Virginia Satir und Fritz Perls untersuchten. Sie stellten fest, dass alle
effektiven Therapeuten in dem Moment, wo sich ihr Gegenüber veränderte, gemeinsame Elemente in ihrem Verhalten
aufwiesen. Aus der Essenz dieses Verhaltens entwickelten sich die ersten NLP-Techniken mit Schwerpunkt
Psychotherapie. NLP kann mittlerweile auf eine Erfolgsgeschichte von über 30 Jahren zurückblicken. Heute wird
NLP nicht nur zu Therapiezwecken eingesetzt, sondern auch in der Wirtschaft, beim Coaching, beim Lehren und in
der Werbung.
NLP geht davon aus, dass sich innere Prozesse äußerlich durch Sprachgebrauch und non-verbale
Kommunikationssignale z.B. Gesten und Gesichtsausdruck zeigen. Wenn jemand z.B. innere Bilder oder Filme
betrachtet, kann man dies an seinen Augen wahrnehmen, z.B. wenn er nach oben schaut oder den Blick
defokussiert. Aus solchen Beobachtungen kann der NLP-Praktiker dann Verhaltensänderungen entwickeln und den
Partner durch die von außen erkennbaren inneren Prozesse leiten. Er könnte z.B. feststellen, dass ein
bestimmtes immer wiederkehrendes inneres Bild jemanden sich automatisch schlecht fühlen lässt und ihn daher
auffordern dieses Bild zu verändern. Während des gesamten Veränderungsprozess orientiert sich der NLPler an
äußeren non-verbalen Anzeichen und passt seine Kommunikation immer wieder den Reaktionen seines Partners an.
Im NLP müssen alle Veränderungen an konkreten Anzeichen überprüfbar sein, d.h. sichtbare Verhaltensänderungen
bewirken. »Woran wirst Du erkennen, dass diese Veränderung eingetreten ist? Woran, konkret, wirst Du das
erkennen? Woran merkst Du, dass Dein Ziel erreicht ist?«. Antwort: »Daran, dass ich mich am nächsten Montag in
dieser Situation so und so fühle und so und so verhalten werde.« Ein guter NLPler testet den Erfolg seiner
Techniken. Man verlässt sich nicht auf die verbalen Äußerungen, sondern überprüft die Veränderungen möglichst
im realen Leben. Nach Überwindung von Höhenangst würde man z.B. auf einen Turm steigen. Der Erfolg von
Trauma-Auflösung lässt sich besonders gut dadurch feststellen, dass die Panik-Gefühle verschwunden sind.
\newpage
NLP Techniken funktionieren auch ohne dass der NLP-Praktiker den Inhalt der Erlebnisses seines Klienten kennen
muss. Er nimmt nur Einfluss auf den eigentlichen Veränderungsprozess, während der Klient sich auf den Inhalt
seiner Erlebnisse konzentriert. Statt über den Inhalt eines Erlebnis zu sprechen, kann der Klient dem
NLP-Praktiker einfach ein Code-Wort für dieses Erlebnis nennen.
Eine wichtige Forderung des NLP ist: Sie sollen lernen, Ihr inneres Erleben selbst zu steuern, statt ihm
ausgeliefert zu sein. Indem Sie lernen Ihr Gehirn zu kontrollieren, sind Sie in der Lage sich selbst zu helfen,
statt auf jemand anderen angewiesen zu sein.
Persönliche Veränderungen mit NLP sind leicht und gehen schnell. Gehören Sie zu den den Menschen, denen man
jahrelang eingeredet hat, persönliche Veränderung sei ein schmerzvoller und langwieriger Prozess? Dann bitten
wir Sie, dieser Glaubensvorstellung beim Lesen dieses Buchs entweder beiseite zu schieben oder außer Kraft zu
setzen. Lassen Sie sich von der Wirkung der NLP-Techniken angenehm überraschen. Bedenken Sie: Im Alltag
geschehen viele Veränderungen plötzlich und mit einem Lächeln. Übrigens behandeln wir die Veränderung von
Glaubensvorstellungen in Kapitel 15. Sie sollten außerdem Ihr Gehirn nicht unterschätzen. Die Quote für
›spontane‹ Heilung von einmaligen traumatischen Erlebnissen liegt bei 30% innerhalb des ersten Jahres.
Wir werden hier NLP-Methoden verwenden, die von Bandler und Grinder, sowie Robert Dilts entwickelt wurden.
Zusätzlich greifen wir auf Techniken von Tad James, sowie Connirae und Steve Andreas, ebenfalls NLP-Entwickler
der ersten Stunde, zurück. Außerdem haben wir neuere Techniken von Michael Hall und Robert Dilts eingearbeitet.
Zum Nachlesen finden Sie im Anhang eine Liste der entsprechenden NLP-Bücher. Teilweise haben wir die Techniken
um ein paar Komponenten erweitert. Sie sind alle ohne Vorkenntnisse durchführbar.
Hier ein Beispiel, wie NLP wirken kann:
Jemand mit Hemmungen zu tanzen wendet eine NLP-Technik an und geht anschließend in eine Diskothek. Statt gegen seine Hemmungen ankämpfen zu müssen, entdeckt er in sich ein starkes Gefühl der Neugier, welches bewirkt, dass er das Tanzen einfach ausprobiert. Nach einer NLP-Technik muss man sich nicht anstrengen sich anders zu verhalten bzw. zu fühlen, sondern man tut es ganz natürlich und automatisch. Sie haben die Option, etwas zu tun, müssen aber nicht. Es ist Ihre Entscheidung.
Wir möchten hier keine theoretischen Abhandlungen über NLP verfassen. Was NLP ist, erfahren Sie am besten, wenn
Sie die Übungen in den folgenden Kapiteln durchführen.
NLP hat für uns folgende Vorteile:
- Es funktioniert auch, ohne dass Sie Ihre Geschichte erzählen.
- Die Veränderung ist schnell und schonend.
- Es kann von Laien und unabhängig von bestimmten Medikamenten oder Geräten durchgeführt werden.
Führen Sie das hier dargestellte Programm mit einer Vertrauensperson zusammen durch. Er oder sie wird in dieser
Zeit die Rolle des B, also Ihrer Beraterin bzw. ihres Beraters einnehmen und überwachen, dass Sie alle Übungen richtig und
gründlich durchführen. Dadurch können Sie sich auf die Inhalte konzentrieren, während Ihr B
darauf achtet, dass Sie alles richtig machen (Arbeitsteilung). In Fällen mit psychotischen
”Anwandlungen”, z.B. Wahrnehmungsstörungen, ist eine Beraterin bzw. ein Berater unverzichtbar. Hier müssen Sie
zusätzlich die Hinweise im Anhang, Kapitel Psychotische Symptome beachten, Fachpersonal hinzuziehen (z.B. einen staatlich anerkannten Therapeuten) und rund um die Uhr für durchgängige Betreuung sorgen! Unsere Testpersonen waren in vielen Fällen in
›offiziellen Stellen‹ (z.B. in einem Frauenhaus) untergebracht oder wohnten bei einem Freund bzw. einer
Freundin.
Sie brauchen nichts über die eigentlichen Erlebnisse zu erzählen!
Ihr B wird anhand Ihrer non-verbalen Kommunikations-Signale (Gesichtsausdruck,
Atmung, etc.) sehen können, dass Sie alles richtig machen. Die ersten Übungen haben daher nicht nur den Zweck
Ihnen mehr Einfluss auf Ihr inneres Erleben zu geben, sondern auch Ihrem B die
Möglichkeit zu geben, sich auf Ihre non-verbalen Kommunikationssignale einzustellen. Wenn Sie dann beide
optimal auf einander eingespielt sind, können Sie die folgende Trauma-Auflösung durchführen.
Sollten Sie professionell im Bereich der Psychologie arbeiten, können Sie unser Buch den Betroffenen als
Hausaufgabe mitgeben oder als B die Übungen mit Ihrem Klienten oder Ihrer Klientin
durchgehen.
Als Betroffene bzw. Betroffener brauchen Sie nicht an die Wirkung der NLP Techniken zu glauben. Sie
funktionieren unabhängig davon. Ihr B ist aber effektiver, wenn er oder sie daran
glaubt, dass das Trauma mit Techniken wie NLP aufgelöst werden kann. Hierzu können Sie bei Bedarf die Übungen
in den Kapiteln Überprüfung der Einstellung und Inneres Erleben auch mit vertauschten Rollen durchführen.
Das gilt natürlich auch für alle anderen Übungen.
Frage: Wie oft muss man die Techniken zur Trauma-Auflösung pro Erlebnis wiederholen? Antwort: Nur einmal, dies
aber gewissenhaft und gründlich. Oft wird sogar ein Trauma-Erlebnis durch die Bearbeitung eines anderen mit
aufgelöst. In jedem Fall sollten Sie sich am Ende des Übungsprogramms durch Tests vergewissern, dass Sie das
Trauma überwunden haben.
Die schweigend Leidenden:
Es gibt eine Gruppe von Menschen, die Hilfe brauchen, aber nie einen Therapeuten aufsuchen würden. Andere empfinden Therapie als ein Eingeständnis, dass man ›nicht ganz richtig tickt‹. Wieder andere wenden sich nicht an Therapeuten aus Angst, sie müßten über das Erlebte sprechen oder weil sie leider in der Annahme leben, dass sie schon zurecht kommen bzw. es bereits überwunden haben. Es ist unser Wunsch, dass Sie solchen Menschen dieses Buch empfehlen und gegebenenfalls für die Übungen als B fungieren. Diese Menschen wissen oft gar nicht, wie anders ihre Welt aussehen könnte, weil sich das Trauma zu sehr auf ihr Alltagsleben auswirkt.
Folgendes erwartet Sie:
In der ersten Übung sorgen wir für die richtige Einstellung und nützliche Glaubensvorstellungen bezüglich persönlicher Veränderung. Dies unterstützt alle folgenden Techniken. Dann lernen Sie, wie Sie ganz allgemein Ihr inneres Erleben kontrollieren können. Als nächstes folgt ein Power-Anker, der Ihnen ermöglicht, jederzeit auf ein besonders angenehmes Erlebnis zurückzugreifen. Falls Sie z.B. von Ängsten überkommen werden, können Sie diesen Anker benutzen um aus dem Angst-Zustand wieder in einen angenehmen Zustand zu wechseln. Auch in Situationen, in denen Sie z.B. schlechte Laune haben, können Sie sich mit diesem Anker in Sekundenschnelle in einen angenehmen Zustand versetzen.
In der ersten Übung sorgen wir für die richtige Einstellung und nützliche Glaubensvorstellungen bezüglich persönlicher Veränderung. Dies unterstützt alle folgenden Techniken. Dann lernen Sie, wie Sie ganz allgemein Ihr inneres Erleben kontrollieren können. Als nächstes folgt ein Power-Anker, der Ihnen ermöglicht, jederzeit auf ein besonders angenehmes Erlebnis zurückzugreifen. Falls Sie z.B. von Ängsten überkommen werden, können Sie diesen Anker benutzen um aus dem Angst-Zustand wieder in einen angenehmen Zustand zu wechseln. Auch in Situationen, in denen Sie z.B. schlechte Laune haben, können Sie sich mit diesem Anker in Sekundenschnelle in einen angenehmen Zustand versetzen.
Dann bringen wir Ihnen die doppelte Dissoziation bei, mit der Sie sich so stark von einem Erlebnis distanzieren
können, dass die negativen Gefühle keinen Einfluss mehr haben. Viele Menschen dissoziieren sich automatisch bei
negativen Erlebnissen, d.h. sie sehen sich buchstäblich von außen, als ›hätten sie einen neben sich stehen‹.
Mit der doppelten Dissoziation gehen wir noch einen Schritt weiter, so dass Sie ein Mittel haben an
schreckliche Erlebnisse zu denken, ohne dass die Panik auftritt: Sie sollen nicht nur lernen, sich von außen zu
betrachten, sondern lernen den Betrachter, der sich von außen betrachtet, zu betrachten. :-)

Doppelte Dissoziation
Dann folgt der Kernpunkt des Programms: Die Desensibilisierung von der traumatischen Erfahrung. Dabei bringen
wir Ihrem Gehirn bei, das Erlebnis so abzuspeichern, dass die Reiz-Reaktionskette, die bisher zur Panik führte,
unterbrochen wird, und Sie eine neue Sichtweise der Situation gewinnen. Dadurch setzen Verarbeitungsprozesse
ein, so dass die allermeisten Symptome meist innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen ganz von alleine
verschwinden.
Zu keinem Zeitpunkt werden wir Sie irgendwelchen Panikzuständen aussetzen. Davon hatten Sie in der
Vergangenheit mehr als genug!
Anschließend können Sie je nach Bedarf bestimmte Themen nachbearbeiten. Dazu gehören beispielsweise
Schuldgefühle, Schamgefühle oder die Veränderung von Glaubenssätzen, d.h. Ideen, die man sich aufgrund
bestimmter Erfahrungen in den Kopf gesetzt hat und die die persönliche Handlungsfreiheit einschränken. Bitte
beachten Sie: Voraussetzung ist, dass Sie die Trauma-Auflösung schon durchgeführt haben.
Hinweis zur Sprache: Wir werden Sie, die das Trauma überwindet und sich damit Aktiv verändert, mit A bezeichnen.
Damit umgehen wir, uns auf ein Geschlecht festlegen zu müssen. B ist, wie oben
erwähnt, Ihr Berater bzw. Ihre Beraterin und wird Sie durch die Übungen begleiten.
Die meisten wollen jetzt sofort loslegen und das Trauma endlich auflösen. Falls Sie aber Bedenken haben, können
Sie unser Programm erst einmal an einem ”kleineren” Erlebnis ausprobieren, z.B. einem Unfall ohne große Folgen.
Sobald Sie dann festgestellt haben, das Sie jederzeit in Sicherheit sind, können Sie das eigentliche
Trauma-Erlebnis Schritt für Schritt bearbeiten.
Mit dem Trauma zurechtkommen
Folgende Aktivitäten können Sie begleitend zu den Übungen durchführen, da diese den Verarbeitungsprozess
unterstützen. Vielleicht sind Sie ja schon selbst auf einige dieser Maßnahmen gekommen, da Sie intuitiv wissen,
was gut für Sie ist. Besonders hilfreich ist folgende Einstellung: Egal, was auch immer passieren mag. Ich kann
mich davon erholen! Siehe hierzu auch das Kapitel Überprüfung der Einstellung.
Viele Trauma-Betroffene befassen sich mit Geschichten von weit schlimmeren Erlebnissen. In diesem Licht
erscheint einem dann die eigene Erfahrung als geringer (Minimalisierung). Es kann auch helfen, Freunden gegenüber
häufig davon zu reden oder darüber zu schreiben. Einige stürzen sich in die Arbeit, um die Erinnerung an die
Erlebnisse zu unterdrücken. Jede dieser Möglichkeiten ist in Ordnung, solange es Ihnen und Ihrem Umfeld gut
tut.
Außerdem können Sie
- Beratungsangebote wahrnehmen, s. Anhang
- häufig Freunde bzw. die Familie besuchen
- positiv denken und sich beschäftigen
- sich ein schönes Hobby suchen, z.B. Sport
- reisen oder umziehen
Hinweise für die Beraterin bzw. den Berater
Ihre Aufgabe als B, also als Beraterin bzw. Berater besteht darin, Ihr A durch die hier angegebenen Techniken zu
führen. Vor jeder Übung sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem A und mit dem genauen Ablauf der einzelnen
Schritte vertraut machen. Sorgen Sie auch für eine angenehme Atmosphäre, in der sie sich beide entspannt und
gut fühlen. Lächeln und Humor sind jederzeit erlaubt! Ihre Rolle als B beinhaltet
einen wohlmeinenden Grundzustand. Achten Sie darauf, dass Ihr A die Anweisungen genau befolgt. Sie
behalten den roten Faden und verhindern, dass Ihr A ›abdriftet‹. Hier noch ein paar Hinweise, die
Ihnen und Ihrem A die Techniken leicht machen:
Beispiel:
B: »Nun brauchen wir ein besonders angenehmes Erlebnis. Nimm' Dir bitte ein besonders angenehmes Erlebnis. Was für eine Erinnerung kannst Du nehmen, die so stark ist, dass diese Erinnerung Dich in allen Situationen, in denen Du bessere Laune haben möchtest, sofort auf gute Gedanken bringt und Dich guuut fühlen lässt.«
(A schaut skeptisch, da sie vielleicht eher an schlechte Laune denkt)
B: »Nicht daran denken, sondern an ein gutes Erlebnis. Wir suchen angenehme Erlebnisse!«
(A grinst und atmet tief ein)
(B nickt und grinst ebenfalls und geht mit, d.h. auch sie erinnert sich an ein angenehmes Erlebnis)
B: »Genau! Und nun schau' Dir dieses angenehme Erlebnis an. Ist dieses Erlebnis intensiv genug? Oder möchtest Du ein anderes nehmen?«
(A lächelt und hat leicht abwesenden Blick)
B: »All diese angenehmen Erlebnisse...Welches ist gut, damit Du Dich in jeder Situation sofort gut fühlen kannst?«
(B wartet 1-2 Sekunden)
B: »Schau' Dir diese angenehmen Erlebnisse genau an...welches war besonders angenehm?«
(B wartet 1-2 Sekunden)
(A blickt auf einmal in eine bestimmte Richtung)
B: »Dieses?«
(A schaut verwirrt und unsicher)
B: »Ok, vielleicht ein anderes. Schau' sie Dir genau an. Was für eine Erinnerung ist besonders kraftvoll?« (A schaut wieder in eine definitive Richtung, atmet tief ein, schaut B an und lächelt: »Jetzt habe ich eine besonders gute Erinnerung.«)
Diese Art der Kommunikation erlaubt Ihrem A in ihrem inneren Erleben zu bleiben. Sie braucht sich nicht darauf zu konzentrieren, Ihnen verbal zu antworten. Das macht es ihr besonders leicht und angenehm. Wenn Sie Ihr A schon länger kennen, hat sich vielleicht schon eine bestimmte Kommunikation zwischen Ihnen eingespielt, die sie natürlich auch nutzen können. Im obigen Beispiel haben sie vielleicht auch bemerkt, dass Ihr A zu keinem Zeitpunkt über den Inhalt des angenehmen Erlebnis mit Ihnen gesprochen hat.
- Führen Sie die hier dargestellten Techniken in unveränderter Form durch. Hierbei sollen Sie die Anweisungen wörtlich nehmen. Generell gilt: Sie sollen Ihr A von negativen Gefühlen distanzieren und zu positiven Gefühlen in Kontakt bringen (und nicht umgekehrt!). Mehr dazu später. Wichtig: Unbedingt die Übungen in Teil A und B nur in der hier angegebener Reihenfolge durchführen, die sich daran anschließenden Übungen des Teils C je nach Bedarf. Vielleicht auch hier beim ersten Lesen in der angegebenen Reihenfolge. Wenn Sie die Techniken später auch auf andere (nicht-traumatische) Themen anwenden möchten, können Sie alle Übungen auch unabhängig voneinander durchführen.
- Leiten Sie Ihr A in einzelnen Schritten durch die Techniken. Wenn man z.B. für eine Technik drei Erinnerungen braucht, sagen Sie Ihrem A nicht »Nun erinnere Dich an drei Situationen«, sondern stattdessen »Nun erinnere Dich an eine Situation. Hast Du eine? Gut! Nun erinnere Dich an eine weitere Situation. Gut! Und nun noch eine dritte.«
- Formulieren Sie Ihre Anweisungen in klaren, einfachen Sätzen in positiver Form d.h. ohne Verwendung von Negationen. Ihr A wird Ihren Anweisungen wörtlich folgen. Wenn Sie sagen »Sei nicht sauer!« muss sich Ihr A erst erinnern, wie es ist, sauer zu sein, bevor sie weiß, wie sie sich nicht fühlen soll. Die Chancen, dass sie dabei sauer wird, sind groß. Sagen Sie stattdessen »Fühle Dich ganz entspannt. Stelle Dir dies vor. Schau Dir das an. Schau Dir Dich in dem Bild an. Was ist das für ein gutes Gefühl? Wo ist das gute Gefühl im Körper?«
- Sagen Sie Ihrem A genau, wie sie denken soll, aber geben Sie ihr möglichst wenig Inhalt vor. Beobachten Sie genau die Reaktion Ihres A. Wenn Sie Ihren Anweisungen gut folgen kann, können Sie eine non-verbale Reaktion innerhalb von wenigen Sekunden sehen. Falls sie Probleme hat und Ihre Anweisungen erst für sich passend machen muss, können Sie dies an einer vielleicht 1-3 Sekunden lang andauernden Unruhe erkennen. Bandler und Grinder baten in ihren Seminaren die Teilnehmer ein Kristallkugelspiel zu spielen: Stellen Sie sich vor, sie hätten eine Kristallkugel und müssten Ihrem A gegenüber Gedankenleserin bzw. Gedankenleser spielen. Sie müssten ihr etwas erzählen, ohne wirklich ihre Gedanken zu kennen. Daher fangen Sie sehr vage an: »Ich sehe im Nebel der Kugel einen Mann«. Signalisiert Ihr A eher Zustimmung, machen Sie mit dem Mann weiter. Erkennen Sie eher Ablehnung, sagen Sie »Jetzt lichtet sich der Nebel und ich sehe, es ist doch eine Frau«. Wenn Sie diese inhaltliche Unklarheit benutzen, machen Sie es Ihrem A besonders leicht, sich auf ihr inneres Erleben zu konzentrieren und gleichzeitig Ihren Anweisungen zu folgen. Diese sollen ja in positiven Sätzen klar formuliert sein (s. oben). Sagen Sie z.B. »Erinnere Dich an ein angenehmes Erlebnis«. Dabei lassen Sie offen, was das konkret für ein angenehmes Erlebnis ist. Wenn Sie merken, dass Ihr A beginnt sich angenehm zu fühlen, sagen Sie einfach »ja« oder »gut« oder nicken. Sie brauchen nicht zu wissen, um was es geht. Wenn Sie möchten, dass sich Ihr A von diesem Erlebnis dann ein Bild macht, sagen Sie »Und schau' Dir dieses Erlebnis jetzt genau an«. Auch hierzu brauchen Sie nichts über das Erlebnis wissen. Sie werden aber an den Augenbewegungen und am Fokus ihrer Augen erkennen, ob sich Ihr A jetzt wirklich das Bild ansieht. Verlassen Sie sich auf das, was Sie beobachten können und passen Sie kontinuierlich Ihre Anweisungen auf Ihr A an.
- Vertrauen Sie im Zweifel Ihrer Sinneswahrnehmung mehr, als den verbalen Antworten Ihres A. Fragen Sie aber, wo sie gerade ist, wenn Sie im Unklaren sind, welchen Teil Ihrer Anweisungen sie gerade durchführt. Nehmen Sie eine Position ein, in der Sie Ihr A gut beobachten können. Setzen Sie sich z.B. nicht frontal gegenüber, sondern etwas über Eck, damit Sie sie auch von der Seite sehen können.
- Sprechen Sie in Ruhe mit Ihrem A. Lassen Sie ihr Zeit auf Ihre Anweisungen zu reagieren. Sie können anhand der non-verbalen Kommunikationssignale z.B. Augenbewegungen erkennen, wann Ihr A Ihre Anweisung befolgt. Dies geschieht etwa 1/2 Sekunde bis 3 Sekunden nachdem Sie sie dazu aufgefordert haben. Zählen Sie jetzt einmal drei Sekunden ab, damit Sie ein Gefühl für die Länge der Zeitspanne bekommen, innerhalb derer Ihr A wahrscheinlich reagieren wird: 21...22...23. Lassen Sie Ihrem A bei längeren inneren Prozessen, z.B. einer Suche, Zeit: »Nimm' Dir jetzt mal ein besonders angenehmes Erlebnis«. Hier muss Ihr A mehrere angenehme Erlebnisse durchgehen, bis sie ein passendes, besonders gutes gefunden hat. Sie können ihr Brücken bauen, indem Sie ihr Erlebnisse vorschlagen. Auch für das Ablaufenlassen von Filmen vor dem inneren Auge braucht Ihr A Zeit. Sie können weiter reden, während Ihr A ihre Aufmerksamkeit nach innen richtet, so dass Ihre Formulierungen sie bei den inneren Prozessen unterstützen. Oder Sie können Sprechpausen machen und abwarten. Wenn Sie aber zu lange Sprechpausen machen, verliert Ihr A eventuell den Kontakt zu Ihnen und driftet in irgendwelche Erinnerungen ab, anstatt Ihre Anweisungen zu befolgen. Dann wiederholen Sie einfach Ihre Anweisungen solange, bis sie sie ausgeführt hat. Es ist völlig ok, beliebig oft den gleichen Satz zu sagen.
- Gehen Sie innerlich mit: Während Sie sie z.B. auffordern, sich ein inneres Bild zu machen, schauen Sie sich selbst ein inneres Bild an. Wenn Sie möchten, dass sich Ihr A entspannt, atmen Sie tief durch, lehnen sich zurück, lächeln und sagen (mit entspannter Stimme) »du kannst es Dir jetzt erlauben, Dich richtig zu entspannen«. Sie erzeugen damit so viele non-verbale Signale, dass es Ihrem A besonders leicht fallen wird, Ihren Anweisungen zu folgen.
- Ihr A braucht nichts über ihre Erlebnisse zu erzählen. Sie soll selbst entscheiden, ob und was sie Ihnen dazu mitteilt. Ihr A soll Sie, während Sie die Übungen durchgehen, möglichst wenig mit Inhalten belasten, damit Sie sich ganz auf den Prozess konzentrieren und Ihr A optimal bei den Übungen unterstützen können.
- Trauma-Betroffene können selbstmordgefährdet sein! Die Betroffenen wollen dadurch der emotionalen Belastung entfliehen und glauben, dass sie mit dem Erlebten nicht mehr weiterleben können. Teilen Sie Ihrem A vorsorglich mit, dass die Leidensphase zu Ende ist, sobald Sie das Kapitel Trauma-Auflösung durchgeführt haben. Auch durch die anderen Übungen lernt Ihr A jede Menge Techniken im Umgang mit erwünschten und unerwünschten Gefühlen. Bei Selbstmordgefahr müssen Sie Fachpersonal hinzuziehen und bis zur vollständigen Trauma-Auflösung für eine durchgängige ›rund-um-die-Uhr‹-Betreuung sorgen.
- Hier noch Hinweise für Fachleute, die normalerweise andere Techniken als NLP einsetzen: Während Sie Ihr A bzw. Klientin durch die Übungen führen, können Sie natürlich sämtliche kommunikativen Fähigkeiten, Erkenntnisse und Erfahrungen aus Ihrer Fachrichtung einsetzen. Behalten Sie aber die Grundstruktur der Übungen bei. Besonders bei der Trauma-Auflösung ist es wichtig, zuerst dissoziiert, dann assoziert zu arbeiten. Lassen Sie Ihr A bzw. Klientin im voraus wissen, was als nächstes kommt und welches Ziel die jeweilige Übung hat. Im NLP ist neben Multilevel-Kommunikation zudem wichtig, dass die Klienten die Übungen selbstständig durchführen lernen und dass Veränderungen in konkreten zukünftigen Situationen kontextualisiert werden. Besonders im dritten Teil können Sie - besser als jedes Buch - Ihrem A bzw. Klientin wertvolle Hinweise aus pychologischer Sicht geben und das Übungsprogramm um Techniken Ihrer Fachrichtung bereichern.
Wahrnehmung
Gute Wahrnehmung hat im NLP einen hohen Stellenwert. 60% der Kommunikation findet über Körpersprache statt z.B. Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Atmung, Muskeltonus, Augenbewegungen, Körpersprache statt z.B. Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Atmung, Muskeltonus, Augenbewegungen, Augenfokussierung, Hautfärbung und Glanz, etc. Weitere 30% sind Stimmklang, wie Tonhöhe, Lautstärke, Tempo, Modulation, etc. Nur 10% der Informationen bei der Kommunikation werden durch Sprache d.h. Wörter übermittelt. Im NLP ordnet man einem bestimmten non-verbalen körperlichen und stimmlichen Ausdruck einen jeweiligen inneren Zustand zu. Wenn Sie z.B. an jemanden bestimmten denken, drückt sich dies in Ihren non-verbalen Kommunikationssignalen aus, die bei jedem individuell verschieden sind. Ein guter NLPler kann sich auf die jeweiligen äußerlichen Veränderungen einstellen und sieht daher, wenn Ihr A in einen bestimmten inneren Zustand geht. Er kann so erkennen, ob Ihr A den Anweisungen folgt. Sie haben also immer non-verbale Rückmeldung über das, was Ihr A gerade tut. Beobachten Sie daher genau und passen Sie Ihre Kommunikation sofort der Beobachtung an.Beispiel:
B: »Nun brauchen wir ein besonders angenehmes Erlebnis. Nimm' Dir bitte ein besonders angenehmes Erlebnis. Was für eine Erinnerung kannst Du nehmen, die so stark ist, dass diese Erinnerung Dich in allen Situationen, in denen Du bessere Laune haben möchtest, sofort auf gute Gedanken bringt und Dich guuut fühlen lässt.«
(A schaut skeptisch, da sie vielleicht eher an schlechte Laune denkt)
B: »Nicht daran denken, sondern an ein gutes Erlebnis. Wir suchen angenehme Erlebnisse!«
(A grinst und atmet tief ein)
(B nickt und grinst ebenfalls und geht mit, d.h. auch sie erinnert sich an ein angenehmes Erlebnis)
B: »Genau! Und nun schau' Dir dieses angenehme Erlebnis an. Ist dieses Erlebnis intensiv genug? Oder möchtest Du ein anderes nehmen?«
(A lächelt und hat leicht abwesenden Blick)
B: »All diese angenehmen Erlebnisse...Welches ist gut, damit Du Dich in jeder Situation sofort gut fühlen kannst?«
(B wartet 1-2 Sekunden)
B: »Schau' Dir diese angenehmen Erlebnisse genau an...welches war besonders angenehm?«
(B wartet 1-2 Sekunden)
(A blickt auf einmal in eine bestimmte Richtung)
B: »Dieses?«
(A schaut verwirrt und unsicher)
B: »Ok, vielleicht ein anderes. Schau' sie Dir genau an. Was für eine Erinnerung ist besonders kraftvoll?« (A schaut wieder in eine definitive Richtung, atmet tief ein, schaut B an und lächelt: »Jetzt habe ich eine besonders gute Erinnerung.«)
Diese Art der Kommunikation erlaubt Ihrem A in ihrem inneren Erleben zu bleiben. Sie braucht sich nicht darauf zu konzentrieren, Ihnen verbal zu antworten. Das macht es ihr besonders leicht und angenehm. Wenn Sie Ihr A schon länger kennen, hat sich vielleicht schon eine bestimmte Kommunikation zwischen Ihnen eingespielt, die sie natürlich auch nutzen können. Im obigen Beispiel haben sie vielleicht auch bemerkt, dass Ihr A zu keinem Zeitpunkt über den Inhalt des angenehmen Erlebnis mit Ihnen gesprochen hat.
Bei den Übungen gehen Sie am besten so vor: Lesen Sie zusammen das jeweilige Kapitel ganz durch. Am Ende
finden Sie eine Zusammenfassung. Besprechen Sie die Übung und klären, wer wofür zuständig ist. Vielleicht
möchten Sie sich zusätzlich Notizen machen. Es geht am leichtesten, wenn Sie die jeweilige Übung an
einem Stück durchführen.
Nun geht es los! Wir wünschen eine angenehme Reise!
Überprüfung der Einstellung
Ihre Glaubensvorstellungen über die Veränderung des inneren Erlebens haben Einfluss darauf, wie leicht sie die
Übungen durchführen können. Es funktioniert zwar auch, wenn man nicht daran glaubt. Aber es ist leichter mit
den ”richtigen” Glaubenssätzen und einer nützlichen Einstellung. Und wir möchten es Ihnen so leicht wie möglich
machen. In Bandlers NLP-Kursen wurden als erstes alle Glaubensvorstellungen über das Lernen überprüft. Danach
hatten die Teilnehmer die Einstellung, dass sie leicht, schnell und mit Spaß an der Sache lernen können. Dann
erst ging das eigentliche (beschleunigte) Kursprogramm los.
Unsere Gesellschaft nimmt wissenschaftliche Erkenntnisse zum Teil mit einer erheblichen Verzögerung auf. Daher
halten sich einige Glaubenssätze, die sogar Fachleute daran hindern können, Heilungsmöglichkeiten wahrzunehmen.
Hier einige Negativ-Beispiele:
»Psychische Heilung ist ein langwieriger Prozess«, »Veränderung ist schwierig und leidvoll«, »Der Mensch
verändert sich nicht gerne«, »Für dramatische Erlebnisse braucht man dramatische Heilungsmethoden«.
Viele Trauma-Betroffene hoffen zwar auf eine Linderung der Symptome, glauben aber nicht wirklich daran, dass
sie ihr Trauma vollständig auflösen können. Hier lautet der einschränkende Glaubenssatz »Das Trauma wird mich
mein Leben lang begleiten/verfolgen«, statt »Ich kann das Trauma vollständig auflösen und ein normales Leben
führen.«
Ein wichtiger Aspekt Ihrer Einstellung ist die zeitliche Einordnung der traumatischen Erlebnisse. Für viele
Betroffenen ist es so, als wäre das traumatische Erlebnis in der Gegenwart statt in der Vergangenheit. Sie
ziehen keine klare Trennung zwischen vergangenen Erlebnissen und dem Hier-und-Jetzt. Wo in Ihrer
Vergangenheit ist das traumatische Erlebnis einzuordnen? Machen Sie sich bitte folgendes klar: »Vergangene
Erlebnisse sind heute nicht mehr real«. Diese Glaubenssatz macht es Ihnen leichter mit unangenehmen Erlebnissen
klarzukommen, als die Vorstellung »unangenehme Erlebnisse werden mich ein Leben lang begleiten«. Natürlich
sollen Sie sich an die Fakten des Erlebnisses erinnern können. Aber nur im Rückblick! Nur die Gegenwart ist
real, die Vergangenheit ist bereits vorüber, und die Zukunft ist erst Möglichkeit. Daher Richard Bandlers
Ausspruch: »Das Beste an der Vergangenheit ist, dass sie vorüber ist«. Solch eine Einstellung schwächt außerdem
unaufgefordert auftretende Erinnerungen (Flashbacks und Intrusionen) ab. Wie wäre es, wenn Sie alle
unangenehmen Erinnerungen der Vergangenheit als vergangen d.h. nicht mehr real, ansehen würden?
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Hier ein paar nützliche Glaubenssätze:
- Ich kann negative Erlebnisse so einordnen, dass klar wird/ist, dass sie vergangen sind.
- Das Trauma-Erlebnis fand in der Vergangenheit statt, nicht in der Gegenwart bzw. Zukunft
- Informationen über negative Erlebnisse haben Schutzfunktion.
- Alle positiven Erlebnisse erzeugen Ressourcen, die uns in Zukunft zur Verfügung stehen.
- Ich kann lernen, mich schnell und effektiv zu verändern und die Richtung selbst bestimmen.
- Ich kann die Wirkung von persönlichen Veränderungen im Alltag wahrnehmen und testen.
Überprüfen Sie jetzt Ihre Einstellung, Ihre Glaubenssätze und Vorannahmen bezüglich Trauma-Auflösung. Falls sie
Glaubenssätze mit sich herumtragen, die Ihnen die persönliche Veränderung erschweren könnten, notieren Sie sich
diese, um sie in nachfolgender Übung umzuwandeln. Bestimmen Sie zu jedem Glaubenssatz, den sie umwandeln
möchten, eine Alternative, die Ihnen die persönliche Veränderung erleichtert. Der neue Glaubenssatz soll sich
positiv auf Ihr Leben und Ihre Weiterentwicklung auswirken. Verwandeln Sie einschränkene Glaubenssätze in
solche, die Ihnen mehr Möglichkeiten schaffen.
Als B sollten Sie natürlich ebenfalls Ihre Glaubenssätze überprüfen und ggf. die Übung mit
vertauschten Rollen durchführen.
Checkliste für wirkungsvolle Glaubenssätze
- Positiv formuliert (sagen, was man will, statt was man nicht will)
- Dynamischer Prozess, statt »ich bin gut in X«, lieber »ich kann lernen besser in X zu sein«
- Ist der Glaubenssatz genau genug formuliert? In welchem Kontext soll er gelten? Wann? Wo?
- Woran können Sie erkennen, dass sich der Glaubenssatz bewahrheitet?
- Ist der neue Glaubenssatz verlockend genug?
- Können Sie nach diesem Glaubenssatz handeln? Sind Sie dabei unabhängig von anderen?
- Passt der Glaubensatz zu allen Aspekten Ihres Lebens, zu Ihren Werten und Zielen?
- Was wäre, wenn Sie ihn jetzt glauben? Sind Sie zu 100% mit dem Glaubenssatz zufrieden? Gibt es Einwände?
Bitte beachten Sie: Diese Checkliste bezieht sich auf die Form der Glaubenssätze, nicht auf den Inhalt. Jeder soll und muss den Inhalt seiner Glaubenssätze selbst bestimmen. Als B sollen Sie darauf achten, dass die formalen Kriterien der Checkliste erfüllt sind, aber inhaltlich Ihre eigene Meinung heraushalten.
Die mit einem großen B markierten Anweisungen sind für Ihren Berater bzw.
Ihre Beraterin bestimmt.
Die mit A gekenntzeichneten sind für Sie. Als Team können Sie alle
Anweisungen, also auch die für den jeweils anderen, vor jeder Übung gemeinsam lesen.
Glaubenssätze neu bewerten (Meta-Yessing/Meta-Noing):
Überprüfen Sie auch, ob Sie sich in einer Opferrolle sehen. Dies beinhaltet nämlich Passivität und
Hilflosigkeit. Ändern Sie diese Einstellung in: »Ich bin eine Suchende«, »ich bin eine aktiv und bewusst
Gestaltende«, »Ich gehe los, gestalte und bestimme mein Leben!«, »...und bei Schwierigkeiten werde ich
das lernen, was ich zur Überwindung brauche«. Dies gibt Ihnen die Chance, die Werte und Richtung Ihres Lebens
selbst neu zu bestimmen!
Nachdem Sie alle einschränkenden Glaubenssätze bearbeitet haben, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken
über Ihre neue Einstellung nach, die Sie mit den neuen Glaubenssätzen gewonnen haben. Wie denken Sie jetzt über
die Trauma-Auflösung? Was erwarten Sie von den Übungen? Wie denken Sie über Ihre persönliche Weiterentwicklung?
Welche Mindestanforderung stellen Sie? Sind Sie bereit sich überraschen zu lassen, wenn Ihre Erwartungen sogar
übertroffen werden? Sie können aber auch ruhig skeptisch sein, wenn das bewirkt, dass Sie genauer hinsehen und
Ihr sonstiges Wissen in den Prozess einbauen.
Vielen gibt diese konzentrierte Art über Glaubenssätze nachzudenken neue Denkanstöße. Nun können Sie das
Übungsprogramm mit neuen Glaubenssätzen und neuer Einstellung fortführen. Sie können aber auch erst für ein
paar Tage Ihre Glaubenssätze überprüfen und dann hierher zurückkehren. Meta-Yessing/Meta-Noing eigenet sich
natürlich auch, um andere einschränkende Glaubenssätze in nützliche zu verwandeln. Mehr dazu später im Kapitel
Glaubenssätze ändern. Viele von unseren Test-Personen setzen die Ja-Geste und die Nein-Geste auch in anderen
Alltagssituationen ein, wann immer sie ein starkes Ja-Gefühl bzw. Nein-Gefühl brauchen.
Inneres Erleben
Da wir nach Richard Bandler nicht mit einer Bedienungsanleitung für unser Gehirn zur Welt kommen, müssen wir
anderweitig lernen, wie wir unsere inneren Prozesse steuern können. Dies ist in seinem Buch ›Die Veränderung
des subjektiven Erlebens‹ (s. Literaturhinweise im Anhang) meisterhaft und humorvoll beschrieben. Viele
Menschen sind z.B. Stimmungsschwankungen und schlechter Laune ausgeliefert. Bandler und Grinder stellten fest,
dass unsere Gefühle und Stimmungen durch Bilder hervorgerufen werden, die wir uns vor unserem inneren Auge
machen. Auch das, was wir uns vor unserem inneren Ohr vorspielen, beeinflusst unser Gefühlsleben. Manche hören
z.B. die kritische Stimme eines Elternteils oder Lehrers und fühlen sich dann schlecht.
Sobald Sie das einmal erkannt haben, können Sie solche Bilder, Filme oder Stimmen verändern und damit Ihr
Gefühlsleben beeinflussen. Sie erhalten so die Kontrolle über Ihr inneres Erleben.
Welche Farbe hat Ihre Zahnbürste? Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie sich kurz Ihre Zahnbürste vor Ihrem
inneren Auge vorstellen. Sie lesen ein Buch. Der Held verlässt das Haus, steigt in ein rotes Auto und braust
davon. Während Sie dies lesen, sehen Sie wahrscheinlich jemanden vor Ihrem inneren Auge, wie er aus einem Haus
geht und in ein rotes Auto steigt. Hören Sie dabei auch das Geräusch, wie das Auto davon braust? Nehmen Sie
sich einen Moment Zeit und beachten Sie, welche Dinge Sie vor Ihrem inneren Auge und/oder in Ihren inneren
Ohren wahrnehmen. Wenn Sie genau darauf achten, werden Sie feststellen, dass es bei Ihren inneren Bildern und
Filmen Unterschiede zu den Bildern der äußeren Realität gibt. Bei manchen sind die inneren Bilder zum Beispiel
etwas dunkler oder unschärfer als die der Realität. Es ist gut, dass Ihr Gehirn hier einen Unterschied zwischen
innerer und äußerer Realität macht. Andernfalls hätten Sie Schwierigkeiten sofort zu erkennen, was Realität
ist. Wenn Sie in Zukunft stärker auf Ihre inneren Bilder bzw. Filme, sowie inneren Monologe, Dialoge, Töne und
Geräusche achten, lernen Sie diese weitgehend unbewusst ablaufenden Denkprozesse bewusst wahrzunehmen.
Visualisieren
Manche glauben, dass ihnen das Visualisieren schwer fällt. Wenn Sie vorhin ein rotes Auto gesehen haben, gehören Sie nicht dazu. Dann können Sie diesen Kasten überspringen. Ansonsten hier ein paar Hinweise zu Ihren inneren Bildern:- Jeder Mensch macht sich innere Bilder und Filme. Die Frage ist nur, ob er sich darüber bewusst ist.
- Manche Menschen sind zu kritisch und sehen zwar Bilder und Filme, diese unterscheiden sich aber in ihrer visuellen Qualität von den Bildern der äußeren Realität. Gut so, denn so unterscheiden Sie innere von äußerer Realität. Bei vielen sind die inneren Bilder etwas dunkler, vielleicht nicht so scharf, usw. Nichtsdestotrotz sind es Bilder. Im folgenden lernen Sie Ihre visuellen Fähigkeiten kennen.
- Entspannen Sie sich und lächeln!
- Wenn Sie an etwas denken, kommt vielleicht zuerst kein Bild, sondern eher ein Gefühl oder eine auditive Erinnerung z.B. ein Wort, Ton oder Geräusch. Achten Sie auf das, was Sie fühlen oder hören und machen es stärker. Sie werden bemerken, wie Sie dadurch auch das Bild oder den Film (besser) sehen können. Manchmal ist es auch ein Geruch oder Geschmack. Sie können also von einem Wahrnehmungssystem ins andere übergehen.
- Glauben Sie, dass Sie kein ›visueller Mensch‹ sind? Dann sollten Sie diesen Glaubenssatz mit Hilfe von Meta-Yessing/Meta-Noing im vorangegangenen Kapitel ändern: »Ich kann lernen mein visuelles System genauso gut zu benutzen, wie die anderen Systeme auch«.
Das, was vor unseren inneren Augen und Ohren stattfindet, beeinflusst unser Gefühlsleben. Sie kennen sicher
folgendes Phänomen: Sie haben eine besonders angenehme Zeit verbracht und währenddessen immer wieder ein
bestimmtes Lied im Radio gehört? Wenn Sie jetzt in Ihren inneren Ohren dieses Lied erklingen lassen, kehren
automatisch die angenehmen Gefühle dieser Zeit zurück.
Bandler und Grinder entdeckten nun, dass man die Eigenschaften dieser inneren Wahrnehmung ändern kann und damit
die Wirkung, die diese auf das Empfinden hat. Erinnern Sie sich jetzt bitte an ein angenehmes Erlebnis! Haben
Sie dabei vor Ihrem inneren Auge ein Standbild oder einen Film? Wo in Ihrem Gesichtsfeld ist das Bild oder der
Film Ihrer Erinnerung? Welche Entfernung von Ihnen hat das Bild oder der Film? Ist das Bild oder der Film eher
groß oder eher klein? Erinnern Sie sich daran farbig oder schwarz-weiß? Eher hell oder eher dunkel? Die Art,
wie Sie diese visuelle Erinnerung vor Ihrem inneren Auge repräsentieren, beeinflusst die Art, wie Sie auf
dieses angenehme Erlebnis reagieren. Um sich den Zugang zu dem Bild oder Film zu erleichtern, können Sie ein
Stichwort nennen, das dieses Erlebnis treffend beschreibt. Oder Sie strecken den Arm aus und fassen das Bild
oder den Film an oder zeigen nur darauf.
\newpage
Jetzt lernen Sie, die Wirkung dieses angenehmen Erlebnisses zu beeinflussen. Ihr B kann
Sie dabei unterstützen. Als B haben Sie die Aufgabe, Ihr A von negativen
Gefühlen wegzubewegen und sich guten Gefühlen und Erinnerungen hinzuwenden. Hinweis: Bis zum Kapitel
Trauma-Auflösung soll Ihr A keine traumatischen Erlebnisse bearbeiten. Ihr A soll sich
generell nicht intensiv schlecht fühlen, sondern sich in einem Bewusstseinszustand befinden, der ihr
Handlungsfähigkeit gibt. Beobachten Sie sie also genau. Manche Betroffene nehmen nämlich stark belastende
Erlebnisse. Dann müssen Sie sie unterbrechen und in einen guten oder neutralen Zustand zurückbringen.
Bitte führen Sie wirklich alle folgenden Übungen durch. Diese haben nicht nur einen positiven Einfluss auf Ihr
Leben, sondern auch den Sinn, dass Sie und Ihr B optimal aufeinander eingespielt
sind.
Nun zurück zu dem angenehmen Erlebnis:
Übung zur Veränderung des Empfindens (visuell)
Da Sie und Ihr B schwerkpunktmäßig etwas anderes bei dieser Übung lernen, können
Sie die Rollen tauschen. So haben beide maximalen Nutzen davon. Sie könnten sich z.B. angewöhnen, in Zukunft
automatisch angenehme Bilder und Filme größer und unangenehme kleiner zu machen. Bei welchen Gelegenheiten
werden Sie in Zukunft angenehme Bilder verstärken und unangenehme abschwächen?
Übung zur Änderung des Blickwinkels
Achten Sie darauf, ob Sie sich bei dem angenehmen Erlebnis im Bild oder Film selbst gesehen haben oder aus Ihren Augen auf die Szenerie um sich herum geschaut haben. Falls Sie sich selbst gesehen haben, als hätte Sie jemand anderes fotografiert oder gefilmt, nennt man dies dissoziierte Perspektive. Der Blick aus Ihren Augen auf die Szenerie heißt assoziierte Perspektive. In dieser Ansicht können Sie an sich selbst herunter schauen oder gerade noch die Nasenspitze erkennen, so wie wir die äußere Realität um uns herum wahrnehmen.
Assoziiert / Dissoziiert
Übung zur Veränderung des Empfindens (auditiv)
Wir alle haben nicht nur innere Bilder und Gefühle, sondern auch Töne, Geräusche und Stimmen im inneren Ohr. Denken sie z.B. an Vogelgezwitscher oder das Hupen eines Autos. Wie hört sich das trockene Ping-Pong beim Tischtennis an? Wie klingt die Stimme eines geliebten Menschen? Unser Gehirn kann anhand klanglicher Eigenschaften unterscheiden, ob es sich um reale oder innere Stimmen oder Geräusche handelt. Früher hielt man Menschen, die Stimmen hören oder Selbstgespräche führen, für gestört. Heute weiß man, dass intensives inneres auditives Erleben Bestandteil erfolgreicher Denkstrategien ist. Ein Komponist muss sich den Klang seiner Komposition in seinem inneren Ohr anhören können, wie ein Schriftsteller, der sich innerlich den Text vorliest, damit er den Sprachfluss beurteilen kann.
Auch hier können Sie wieder die Rollen tauschen und mit allen auditiven Eigenschaften herumexperimentieren.
Sie können auch den Klang der Stimme ändern (z.B. aus einer kritischen Stimme eine Micky-Maus-Stimme machen)
oder Musik einfügen, z.B. Fanfaren um sich zu bestärken oder Gute-Laune-Musik um sich besser zu fühlen.
Wiederholen Sie die obigen drei Übungen ein paarmal mit verschiedenen Erlebnissen, so dass es Ihnen leicht
fällt, die Submodalitäten Ihrer Erinnerungen zu verändern. Gleichzeitig spielen Sie sich als Team gut
aufeinander ein. Nehmen Sie hierbei immer angenehme Erlebnisse.
Übung zur Wirkung vergangener Erlebnisse
Es ist wichtig, dass unangenehme Erinnerungen Sie nicht (mehr) einschränken und angenehme Erinnerungen Sie unterstützen. Dazu können Sie die Art, wie Sie Erinnerungen speichern, ändern. Sie behalten den Inhalt Ihrer Erinnerungen bei, ändern aber die Darstellung und damit den Einfluss der Erlebnisse.
Natürlich können Sie auch hierbei wieder die Rollen tauschen.
Genauso, wie Sie die visuellen Eigenschaften Ihres Erlebens ändern können, geht dies auch mit den auditiven.
Viele Menschen hören in den Situationen, in denen sie zu schüchtern oder wenig erfolgreich sind, eine innere
Stimme, die sie kritisiert oder hemmende Dinge sagt. Diese Stimme können Sie natürlich ebenfalls ändern. Dabei
empfiehlt es sich z.B. die Stimme liebevoll besorgt oder leiser zu machen und weiter weg zu schieben. Sie
können insbesondere auch den Stimmklang angenehmer gestalten. Oft sagt dann die Stimme auf einmal eher
unterstützende Dinge oder verschwindet ganz.
Besonders die letzten beiden Übungen können Ihre Art, wie Sie auf Ihr Leben blicken, grundlegend verändern.
Manchmal kann man mit dieser Technik auch Depressionen heilen, denn depressive Menschen überbewerten vergangene
negative Erlebnisse und sehen positive Erlebnisse nicht als wichtig genug an. Dadurch sieht ihr Leben eher wie
eine Kette schlechter Erfahrungen aus. Wenn man ihnen aber beibringt, Erfahrungen genau umgekehrt zu speichern,
löst man damit die Depressionen auf. Durch ein wenig Übung lernt das Gehirn, in Zukunft ganz automatisch
positive Erlebnisse intensiver und negative Erlebnisse schwächer zu speichern. Mehr zur Gestaltung Ihrer
persönlichen Vergangenheit später im Kapitel Die Vergangenheit erneuern. Hinweis: Dies soll nicht als
Allheilmittel für Depressionen verstanden werden. Die Behandlung von Depressionen ist (abgesehen von
trauma-bedingten) nicht Gegenstand dieses Buches. Bei Depressionen muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden,
da diese medizinische Ursachen haben können. Menschen mit Depressionen können unter Umständen
selbstmordgefährdet sein!
Sobald Sie und Ihr B ihren jeweiligen Part gut und sicher übernehmen können, gehen Sie
zum nächsten Kapitel über. Dort lernen Sie, wie Sie sich innerhalb kürzester Zeit von negativen Gefühlen
befreien und in einen guten Zustand versetzen können.
Power-Anker
Als nächstes statten wir Sie mit einem Power-Anker aus - ein Mittel zur schnellen Stimmungsänderung. Suchen Sie
sich dazu ein mächtiges positives Erlebnis aus Ihrer Vergangenheit. Nehmen Sie eins, in dem Sie im Vollbesitz
Ihrer geistigen und körperlichen Kräfte waren und das sich wundervoll angefühlt hat. Es geht um ein wirklich
starkes Erlebnis! Dieses wollen wir mit einer körperlichen Berührung so verknüpfen, dass Sie sich durch diese
Berührung wieder an dieses Erlebnis erinnern und die angenehmen Gefühle intensiv genießenn können. Sie brauchen
Ihrem B nichts über den Inhalt des Erlebnisses zu erzählen. Wichtig ist bei der
Erinnerung an dieses Erlebnis assoziiert zu sein, d.h. die Szene aus Ihren eigenen Augen betrachten. Wenn Sie
doch über das Erlebnis erzählen möchten, tun Sie dies, indem Sie die Sätze mit ›ich‹, statt ›man‹ anfangen,
z.B. »Man steht am Meer und schaut sich den Sonnenuntergang an« wird zu »Ich stehe am Meer und schaue mir den
Sonnenuntergang an«. Außerdem verwenden Sie die Gegenwartsform, als würde es gerade passieren (d.h. statt »Ich
stand am Meer...« sagen Sie »Ich stehe am Meer...«). Dadurch wird das Erlebnis noch intensiver.
Nun haben Sie beide zwei sogenannte Anker: den Druck auf die Körperstelle und das Stichwort. Sie können
beide Anker einzeln oder zusammen benutzen z.B. den Druck auf die Körperstelle ausüben und gleichzeitig das
Stichwort sagen.
Test: Machen Sie nun eine kurze Pause und denken an etwas völlig anderes. Dann testen Sie beide Anker.
Drücken Sie genau die Körperstelle. Als B sagen Sie beim Drücken das Stichwort. Kommt das Erlebnis
intensiv wieder?
Wiederholen Sie die diese Übung noch einmal, wobei Sie jedoch diesmal das Gefühl, das mit diesem wundervollen
Erlebnis verbunden ist, doppelt so stark machen. Hierzu können Sie das Bild bzw. den Film doppelt so
groß machen oder näher an sich heranholen. Machen Sie ebenfalls die Stimme(n) und Hintergrundgeräusche lauter.
Genauso, wie sich manche Menschen auf Knopfdruck intensiv ärgern oder schlecht fühlen, sollen Sie sich hierbei
durch den Anker intensiv gut fühlen - richtig intensiv! Diese Übung also mindestens zweimal durchlaufen.
Es ist wichtig, dass Sie beide den Anker testen. Jede von Ihnen sollte mit ihrem Anker das Erlebnis auslösen
und damit eine intensive Gefühlsregung hervorrufen können. Sie sollen wieder richtig voll in diesem
wundervollen Erlebnis drin sein! Falls keine intensive Reaktion erfolgt, wiederholen Sie die Übung. Sie
können gegebenenfalls die Submodalitäten des Erlebnisses variieren, um intensivere Reaktionen zu bekommen.
Machen Sie z.B. das Bild bzw. den Film an die Erinnerung größer und die Farben intensiver. Sie entscheiden,
welche Submodalitäten wie geändert werden sollen, damit das Erlebnis maximale Intensität hat.
Von nun an haben Sie einen Power-Anker. Wenn Sie sich also von negativen Gefühlen befreien wollen, drücken Sie
einfach die Körperstelle und denken oder sagen das Stichwort. Dadurch haben Sie augenblicklich die Erinnerung
und die Stärken des positiven Erlebnis zur Verfügung.
Erinnerungen an traumatische Erlebnisse werden oft durch sogenannte ›Trigger‹ ausgelöst. Was genau die
traumatische Erinnerung auslöst, ist bei jedem verschieden. Ab heute sind Sie diesen Triggern aber nicht mehr
hilflos ausgeliefert, da Sie ja nun Ihren Power-Anker haben. Falls nötig drücken Sie einfach die Körperstelle
und denken an das mächtige, wundervolle Erlebnis. Sie brauchen keine Angst mehr vor Panikattacken zu haben.
Aber auch Alltagssituationen, in denen Sie sich bisher ›automatisch‹ schlecht gefühlt haben, können Sie mit dem
Wissen um Ihren Power-Anker anders entgegentreten.
Als B haben Sie mit dem Power-Anker ein Mittel, mit dem Sie Ihr A aus einem
möglichen Panikzustand herausholen und in das wundervolle Erlebnis versetzen können. Aber auch das Stichwort
allein ist ein kleiner Anker, mit dem Sie Ihr A an das wundervolle Erlebnis erinnern können.
Sich von dem Erlebnis distanzieren
Die doppelte Dissoziation ist eine Betrachtungsweise, die Sie vor belastenden Erinnerungen schützt.
Die einfache Dissoziation kennen Sie ja schon aus der Übung zur Änderung des Blickwinkels. Wenn Sie nicht aus
Ihren eigenen Augen schauen, sondern sich selbst in dem Bild oder Film sehen, werden Ihre Gefühle schwächer.
Steigen Sie hingegen in das Bild ein und schauen aus Ihren eigenen Augen, werden die Gefühle intensiver. Dies
ist gut, wenn Sie gerade an etwas Angenehmes denken. Wenn Sie aber an ein unangenehmes Erlebnis denken, können
Sie sich von Ihren Gefühlen distanzieren. Sie welchseln die Perspektive, treten aus dem Bild heraus, sehen sich
selbst in der Situation. Bei einigen Menschen würde für die im nächsten Kapitel beschriebene Trauma-Auflösung
diese einfache Dissoziationsstufe schon ausreichen und sie hinreichend von den Gefühlen und der Panik des
traumatischen Erlebnis distanzieren. Da wir aber ganz sicher gehen wollen, werden wir eine zweite
Dissoziationsstufe aufbauen. So distanzieren Sie sich so weit von dem Erlebnis, dass Sie nahezu vollständig von
den Gefühlen abgekoppelt sind.

\newpage
Diese Kino-Situation muss Ihnen absolut klar präsent und vertraut sein. Sie sollten den Kinosaal und den
Vorführraum detailliert beschreiben können. Welche Farbe haben die Wände? Gibt es einen Vorhang? Liegen im
Vorführraum Gegenstände herum? Gibt es Popcorn-Reste im Kinosaal? Sollten die Wände neu gestrichen werden? Wie
sehen die Sitzbezüge aus? Ist der Vorführraum eher groß oder klein? Gibt es eine Glasscheibe zum Kinosaal oder
nur ein Loch in der Wand?
Wiederholen Sie, falls nötig, diese Übung, so dass Sie das Szenario der doppelten Dissoziation sicher
beherrschen. Sie bringen damit Ihrem Gehirn eine hochwirksame Betrachtungsweise bei. Bei unseren Tests
verschwanden bei einem Teil der Betroffenen allein durch diese Technik ein Teil der Trauma-Symptome (z.B.
selbstverletzendes Verhalten).
Wenn Sie auch diese Übung erfolgreich durchgeführt haben, ist es Zeit für eine Pause. Lassen Sie Ihrem Gehirn
eine Nacht Zeit das bisher Erlebte und die neuen Fähigkeiten zu verarbeiten und in Ihr Verhaltensrepertoire zu
integrieren. Am nächsten Tag können Sie mit der Trauma-Auflösung in Teil B weitermachen.
B Trauma-Auflösung
Für Betreuung sorgen
Obwohl wir mit dem Übungsprogramm sehr gute Erfahrungen gemacht haben, besteht die prinzipielle Möglichkeit,
dass die Betroffenen entgegen unseren Anweisungen zu tief in traumatische Erlebnisse gehen. Das Übungsprogramm
kann dadurch als belastend empfunden werden. Daher unser Anliegen:
Sorgen Sie für umfassende und kompetente Betreuung! Ziehen Sie ggf. Fachpersonal hinzu, z.B. einen
staatlich anerkannten Psychotherapeuten bzw. Psychotherapeutin!
Der Gesetzgeber verpflichtet uns beim Thema Trauma zu folgenden Hinweisen: Obwohl unser Übungsprogramm so
konzipiert ist, dass es möglichst schonend von den Betroffenen durchgeführt werden kann, kann es - muss aber
nicht - zu folgenden Komplikationen kommen, die belastend und sogar destabilisierend wirken können:
- Die Betroffene verfällt in Panikgefühle. Dies kann durch Fehler oder Unachtsamkeit bei der Durchführung der Übung passieren. Es ist auch möglich, dass die Übung anders wirkt als erwartet.
- Durch die Beschäftigung mit der Vergangenheit können belastende Erinnerungen oder Erkenntnisse auftreten.
- Es können Erinnerungen an vergessene Erlebnisse wachgerufen werden.
Können Sie und Ihr B damit umgehen, falls obige Komplikationen auftreten? Falls
nicht, ziehen Sie Fachpersonal hinzu oder verschieben Sie das Übungsprogramm auf einen späteren Zeitpunkt.
Ebenso die Übungen in Teil C, die die vollständige Trauma-Auflösung ja voraussetzen.
Bei mehrfacher Traumatisierung werden Sie im Rahmen dieses Übungsprogramms durch einen bestimmten Abschnitt
Ihrer persönlichen Lebensgeschichte gehen und alle relevanten Erlebnisse bearbeiten. Dies kann einige
Übungssitzungen erforderlich machen. Da Sie sich in dieser Zeit mit einem objektiv unangenehmen Teil Ihrer
Lebensgeschichte auseinandersetzen, kann das sehr belastend wirken. Sie müssen während der gesamten Zeit - bis
Sie alle Erlebnisse bearbeitet haben - am besten rund um die Uhr für durchgehende Betreuung sorgen. Richten Sie
es so ein, dass Sie jederzeit Gesellschaft haben können, falls Sie dies wünschen und nie alleine sein müssen.
Die Bearbeitung eines traumatischen Erlebnis sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Führen Sie das Kapitel
Trauma-Auflösung pro Erlebnis in einer zusammenhängenden Sitzung durch. Jeder Durchlauf neutralisiert
mindestens ein Trauma-Erlebnis (meist auch noch weitere ähnliche Erlebnisse). Mit jedem Durchlauf lernen Sie,
die Trauma-Auflösung leichter durchzuführen. Während am Anfang Ihr B unbedingt dabei
sein sollte, können Sie später, nachdem Sie die Trauma-Auflösung ein paarmal durchgeführt haben, weitere
Erlebnisse alleine bearbeiten. Falls es dann bei einzelnen Erlebnissen zu schwer erscheint, können Sie
Ihr B wieder hinzuziehen.
Eine Konsequenz dieser Vorgehensweise ist, dass Sie sich zu helfen wissen, falls später unerwartet ein
vergessenes Erlebnis auftaucht.
Übrigens: Ein Teil unserer Testpersonen konnte das Übungsprogramm ganz ohne Komplikationen durchführen und so
alle traumatischen Erlebnisse überwinden. Die anderen berichten, dass es die belastenden Gefühle wert war, da
sie jetzt ein neues Leben führen können. Es war wie eine Art »Heldenreise«, bei der sie mit ihrer Angst
konfrontiert wurden, diese dann überwunden haben und gestärkt aus dem Übungsprogramm hervorgegangen sind.
Voraussetzung für Trauma-Auflösung ist, dass Sie sich objektiv nicht mehr in Gefahr befinden. Falls doch,
müssen Sie sich erst effektiv vor dieser Gefahr schützen. Falls Sie z.B. in einer gewalttätigen Beziehung
leben, sollten Sie diese also erst beenden. Hier hilft das Kapitel Beziehungs-Check. Dann kehren Sie hierhin
zu diesem Kapitel zurück.
Funktioniert Ihr Power-Anker? Funktioniert die doppelten Dissoziation aus dem vorigen Kapitel?
Dann geht es jetzt weiter:
Wiederholte Traumatisierung, Timeline
Manche Menschen leiden unter einem einzelnen traumatischen Erlebnis. Andere haben mehrere ähnlich geartete
Erlebnisse oder wurden in einem bestimmten Lebensabschnitt regelmäßig missbraucht bzw. traumatisiert. Falls es
sich bei Ihnen um ein oder einzelne traumatische Erlebnisse handelt, wenden Sie die Trauma-Auflösung (meist
chronologisch) auf alle Erlebnisse an, beginnend mit dem wichtigsten.
Jedes Erlebnis, wie schrecklich es auch gewesen sein mag, ist immer von zwei Situationen der Sicherheit
eingerahmt!
Bei denjenigen mit mehrfacher Traumatisierung hat es sich als besonders nützlich erwiesen, die persönliche
Timeline aufzubauen. Dies ist eine besondere Ansicht Ihrer persönlichen Geschichte, bei der Sie Ihr Leben in
einer Gesamtschau betrachten. Bei den meisten Menschen sind in dieser Gesamtschau negative Erlebnisse anders
dargestellt als positive. In der Gesamtschau Ihres Lebens können Sie den Zusammenhang ähnlicher,
wiederkehrender Erlebnisse besonders gut erkennen.
Die Timeline-Technik wurde von Tad James entwickelt und erlaubt Ihnen, Ihr Leben aus dem nötigen Abstand im
Überblick zu betrachten: Wohin - im Raum - würden Sie auf Ihre Vergangenheit schauen? Wo liegt Ihre Gegenwart?
Wohin - im Raum - zeigt Ihre Zukunft? Unser Gehirn ordnet zeitlich verschiedene Erinnerungen räumlich an, um
unterscheiden zu können, welche Erinnerung zeitlich auf welche andere Erinnerung folgt. Manche Menschen kennen
die räumliche Anordnung ihrer Erinnerungen schon. Wo liegt Ihre Geburt? Wo liegt Ihre Gegenwart? Wo schauen Sie
hin, wenn Sie sich vorstellen, was in Zukunft sein wird? Vielleicht haben Sie schon bemerkt, wie Ihre
Erinnerungen räumlich angeordnet sind. Dann fahren Sie jetzt mit der Hand durch den Raum Ihre Timeline entlang
von Ihrer Geburt bis zu Gegenwart und dann in die Zukunft. Sollte Ihnen der räumliche Verlauf ihrer Timeline
noch nicht klar sein, bauen wir Ihre Timeline jetzt schrittweise mit Hilfe einzelner Erinnerungen auf.
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Timeline aufbauen

Verschiedene Timelines
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Wenn Sie viele Stellen auf Ihrer Timeline bearbeiten wollen, tun Sie dies in den nächsten Tagen oder Wochen.
Erledigen Sie dies zügig mit einer der unten beschriebenen Trauma-Auflösungstechniken. Da in der Gesamtschau
aller Erlebnisse der Zusammenhang besonders gut erkennbar ist, kann Ihr Gehirn das, was es bei der
Trauma-Auflösung bei einem Erlebnis gelernt hat, auf andere Erlebnisse übertragen. Dadurch können diese
automatisch mitbearbeitet werden. Sie merken dies an einer veränderten Darstellung z.B. an einer geänderten
Helligkeit.
Während Sie viele Erlebnisse auf diese Weise bearbeiten, kann in dieser Zeit etwas Streß aufkommen. Dies ist ein völlig normaler Bestandteil dieser speziellen Veränderungs-Phase und wird nur kurze Zeit anhalten. Verstehen Sie es als Chance, bestimmte Erlebnisse, die auf einmal in der Erinnerung auftauchen, zu bearbeiten. Bleiben Sie während dieser Zeit in Kontakt mit Freunden, damit Sie Unterstützung und/oder Gesellschaft haben, falls Ihnen danach ist.
Wenden Sie bitte die Trauma-Auflösungstechnik immer auf das jeweils wichtigste Erlebnis an. Dieses sogenannte Kernerlebnis steht stellvertretend für alle ähnlichen Erlebnisse und ist assoziativ mit den anderen verknüpft. Während Sie Ihre Timeline betrachten, werden Sie intuitiv wissen, welches Erlebnis Sie als nächstes bearbeiten sollten. Sie merken dann, dass Sie eventuell nicht jedes Erlebnis einzeln bearbeiten müssen. Das Gehirn lernt sehr schnell den unten beschriebenen Mechanismus automatisch anzuwenden. Meistens (aber nicht immer) sind die wichtigsten Erlebnisse diejenigen, die zeitlich am frühesten liegen. Achten Sie darauf, wie sich die Bedeutung der Bilder dieses Abschnitts auf der Timeline ändert. Im Laufe der fortschreitenden Trauma-Auflösung können sich die Bilder immer wieder verändern, so dass scheinbar unwichtige, verdrängte Erlebnisse auf einmal in den Vordergrund treten und demnach als nächstes bearbeitet werden sollten. Andere, von denen Sie vielleicht dachten, dass Sie als nächstes dran kommen sollten, lösen sich vielleicht ganz automatisch auf. Verlassen Sie sich bei der Auswahl auf Ihre Intuition.
Sie sollten auch die ”kleineren” Erlebnisse bearbeiten. Am besten alle, die mit den Trauma-Erlebnissen zu tun haben. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ein negatives Erlebnis bearbeiten sollten, tun Sie es einfach zur Sicherheit.
Während Sie viele Erlebnisse auf diese Weise bearbeiten, kann in dieser Zeit etwas Streß aufkommen. Dies ist ein völlig normaler Bestandteil dieser speziellen Veränderungs-Phase und wird nur kurze Zeit anhalten. Verstehen Sie es als Chance, bestimmte Erlebnisse, die auf einmal in der Erinnerung auftauchen, zu bearbeiten. Bleiben Sie während dieser Zeit in Kontakt mit Freunden, damit Sie Unterstützung und/oder Gesellschaft haben, falls Ihnen danach ist.
Wenden Sie bitte die Trauma-Auflösungstechnik immer auf das jeweils wichtigste Erlebnis an. Dieses sogenannte Kernerlebnis steht stellvertretend für alle ähnlichen Erlebnisse und ist assoziativ mit den anderen verknüpft. Während Sie Ihre Timeline betrachten, werden Sie intuitiv wissen, welches Erlebnis Sie als nächstes bearbeiten sollten. Sie merken dann, dass Sie eventuell nicht jedes Erlebnis einzeln bearbeiten müssen. Das Gehirn lernt sehr schnell den unten beschriebenen Mechanismus automatisch anzuwenden. Meistens (aber nicht immer) sind die wichtigsten Erlebnisse diejenigen, die zeitlich am frühesten liegen. Achten Sie darauf, wie sich die Bedeutung der Bilder dieses Abschnitts auf der Timeline ändert. Im Laufe der fortschreitenden Trauma-Auflösung können sich die Bilder immer wieder verändern, so dass scheinbar unwichtige, verdrängte Erlebnisse auf einmal in den Vordergrund treten und demnach als nächstes bearbeitet werden sollten. Andere, von denen Sie vielleicht dachten, dass Sie als nächstes dran kommen sollten, lösen sich vielleicht ganz automatisch auf. Verlassen Sie sich bei der Auswahl auf Ihre Intuition.
Sie sollten auch die ”kleineren” Erlebnisse bearbeiten. Am besten alle, die mit den Trauma-Erlebnissen zu tun haben. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ein negatives Erlebnis bearbeiten sollten, tun Sie es einfach zur Sicherheit.
Zusammenfassung
- Ermitteln Sie, wie Ihre Timeline verläuft
- Ermitteln Sie aus der Distanz - hoch über Ihrer Timeline schwebend - an welchen Stellen sie dunkel ist.
- Ermitteln Sie, welches das wichtigste Erlebnis ist, das als erstes bearbeitet werden soll und welche anderen Erlebnisse damit verkettet sind.
- Führen Sie die Trauma-Auflösung für dieses Erlebnis durch.
- Schauen Sie, wie sich die Erlebnisse auf Ihrer Timeline verändern. Welche Erlebnisse werden wichtig und welche auf einmal unwichtig? Lassen Sie sich mit diesem Schritt ruhig soviel Zeit, wie Sie brauchen und beobachten, wie sich die Dinge ändern. Sie können auch, bevor Sie mit dem nächsten Erlebnis weitermachen, eine Nacht darüber schlafen, denn am nächsten Morgen wird die Welt anders aussehen. Lassen Sie sich überraschen.
- Gehen Sie zu Schritt 3.
Nun folgen zwei Techniken zur Trauma-Auflösung. Bitte machen Sie sich zunächst mit beiden Techniken vertraut.
Dann wählen Sie diejenige, die für Sie am einfachsten ist. Wir haben beide Techniken gleichermassen mit großem
Erfolg eingesetzt. Falls Sie sich nicht sicher fühlen, können Sie die Techniken erst an einem mittelmäßig
unangenehmen Erlebnis üben, bevor Sie das eigentliche Trauma-Erlebnis bearbeiten.
Trauma-Auflösung mit ›Kino-Film‹
Im NLP ist diese Technik seit mehr als 20 Jahren auch als ›visuell-kinästhetische Dissoziation‹ bekannt.
Erinnerung: Sie selbst und Ihr B können Ihren Power-Anker jederzeit auslösen,
falls Sie zu tief in ein Erlebnis gegangen sind. Entscheiden Sie nun, welches Erlebnis Sie bearbeiten möchten.
Jedes Erlebnis, wie schrecklich es auch gewesen sein mag, ist immer von zwei Situationen der Sicherheit
eingerahmt!
Machen Sie sich bitte folgende wichtige Tatsache klar: Jedes Erlebnis hat einen Zeitpunkt - vor dem
eigentlichen Erlebnis - an dem Sie in Sicherheit waren, vielleicht zwei Stunden vorher. Ebenso folgt auf
jedes Erlebnis ein Zeitpunkt an dem Sie wieder in Sicherheit waren z.B. ein paar Stunden später. Bei
einem Autounfall gab es z.B. vorher eine Situation, in der der Fahrer noch gar nicht im Auto saß. Da war er in
Sicherheit. Nach dem Autounfall ist er spätestens im Krankenhaus zwar in keiner glücklichen Lage, aber wieder
in Sicherheit.
Damit Sie wissen, was gleich kommt, hier ein kurzer Abriss der Trauma-Auflösung mittels Kino-Film.
Die Trauma-Auflösung besteht aus drei Schritten:
- Sie legen eine Start- und Endszene der Sicherheit fest.
- Sie gehen in die doppelte Dissoziation. Als Vorführerin führen Sie Ihrem Selbst im Kinositz das traumatische Erlebnis als Film einmal in Kleinbild, schwarz-weiß und abgedunktelt von der Start- zur Endszene der Sicherheit vor.
- Dann lassen Sie den Film einige Male schnell rückwärtslaufen; von der Endszene zur Startszene.
Nun bestimmen wir die beiden Zeitpunkte der Sicherheit vor und nach dem eigentlichen traumatischen Erlebnis.
Blenden Sie dabei bitte das eigentliche Erlebnis dazwischen vollständig aus. Bauen Sie jetzt die doppelte
Dissoziation, wie im vorigen Kapitel beschrieben, auf.
Es kann sein, dass Sie die komplette Trauma-Auflösung problemlos durchlaufen. Manche Betroffene tendieren aber
am Anfang des Films dazu, in das Erlebnis hereinzugehen. Das müssen Sie sofort unterbrechen! Wir achten gerade
am Anfang des Films aus solche non-verbalen Anzeichen. Dann erinnern Sie Ihr A nachdrücklich an die
doppelte Dissoziation. »Deine Aufgabe als Vorführerin ist, Sabine im Kinositz den Film
vorzuführen. Nur Sabine im Kinositz soll den Film auf der Leinwand anschauen. Deine Aufgabe als
Vorführerin ist, dafür zu sorgen, dass es für Sabine im Kinositz ok ist.«
Hier noch Tipps, was Sie beide in solchen Fällen tun können:
- Als Vorführerin können Sie jederzeit den Film unterbrechen, den Projektor abschalten und eine Pause in die Vorführung einbauen.
- Sie können den Power-Anker auslösen.
- Sie können Ihr Selbst im Kinositz jederzeit weiter nach hinten plazieren.
- Sie können neben Ihr Selbst im Kinositz eine starke Person setzen, die Ihr Selbst beraten und/oder beschützen kann.
- Sie können den Kinosaal umgestalten.
- Sie können jederzeit das Bild kleiner oder dunkler machen und den Abstand vergrößern.
Nachdem Sie eine gute End- und Startszene festgelegt haben, machen Sie ein kurze Pause. Wie wirkt es sich auf
Sie aus, dass das Erlebnis von zwei Situationen der Sicherheit eingerahmt ist? Treten Sie einen Schritt zurück,
so dass Sie Ihre Vergangenheit um die Start- und Endszene herum im Überblick haben. Beachten Sie die
Erkenntnisse und Bewertungen, die sich aus dieser Perspektive und der zeitlichen Begrenzung ergeben.
Erinnerungs-Lücken aufheben
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Die Funktion von Erinnerungs-Lücken ist, Sie vor belastenden Erinnerungen
zu schützen. Aus unserer Sicht müssen Sie sich daher an überhaupt nichts erinnern. Andererseits ist es nützlich, die nüchternen Fakten zu kennen, um sich oder andere wirksam vor Wiederholung
schützen zu können.
\hspace*{0pt}\\
Falls Sie sich teilweise erinnern, kann dies auch andeuten, dass jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen ist, das
Trauma aufzulösen und das Erlebnis endgültig zu verarbeiten.
\hspace*{0pt}\\
Möglicherweise erinnern Sie sich dank doppelter Dissoziation schon an mehr als in der Zeit vorher, als Sie die
Technik noch nicht zur Verfügung hatten.
\hspace*{0pt}\\
Es ist völlig in Ordnung, wenn Ihr Gehirn bestimmte Teile der Erinnerung abdunkelt, solange Sie damit noch nicht
klarkommen. Manchmal ist es auch unnötig, jede Einzelheit zu wissen.
\hspace*{0pt}\\
Sie müssen nicht sofort jede Erinnerungs-Lücke aufklären. Sie sollten in stabiler Verfassung sein und die
Trauma-Auflösung ohne stark belastende Gefühle durchführen können. Sie können auch erst einmal die
Trauma-Auflösung mit den schwarzen Stellen im Film durchführen. Ihr Gehirn lernt dadurch die Trauma-Auflösung
kennen. Sie machen die Erfahrung, dass Sie dabei jederzeit in Sicherheit sind. Die doppelte Dissoziation
ermöglicht Ihnen, Erinnerung zu betrachten, ohne dabei belastende Gefühle ertragen zu müssen. Sie betrachten
das Erlebnis dann nämlich mit der nötigen Distanz. Später können Sie den Prozess inklusive Aufhebung der
Erinnerungs-Lücken wiederholen.
\hspace*{0pt}\\
Alternativ können Sie die Trauma-Auflösung an einem Erlebnis ohne Panik ausprobieren. Auch so bringen Sie Ihrem
Gehirn die Methode bei und machen die Erfahrung, dass Sie jederzeit geschützt sind. Ihr Power-Anker bietet
zusätzliche Sicherheit. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Betroffene, wenn sie erst einmal ein Erlebnis
bearbeitet hatten, wesentlich besseren Zugang zu anderen Erlebnissen hatten, auf die sie dann ebenfalls zügig
die Trauma-Auflösungstechnik anwendeten.
\hspace*{0pt}\\
Heben Sie die Erinnerungs-Lücken nur auf, wenn Sie sofort mit der Trauma-Auflösung weitermachen und damit das
Erlebnis einschließlich aller Erinnerungen und Gefühle neutralisieren.
\hspace*{0pt}\\
Um den Film laufen zu lassen, brauchen Sie sich nicht an alle Einzelheiten zu erinnern. Die Handlung sollte
aber beinhalten, wer wann was in welcher Reihenfolge getan hat. Es genügt nicht, ein paar Standbilder
aneinander zu reihen. Der Film sollte einen realen und kontinuierlichen Handlungsablauf mit allen wesentlichen
Bestandteilen und beteiligten Personen haben, so wie sich das Erlebnis zugetragen hat.
\hspace*{0pt}\\
Als Vorführerin haben Sie die volle Kontrolle über den Film, den Ihr Selbst im Kinositz ansehen wird. Zur
Sicherheit können Sie das Bild jederzeit deutlich kleiner machen. Oder dunkler und natürlich schwarz-weiß. Sie
können auch jederzeit den Film anhalten und Ihr Selbst im Kino weiter nach hinten setzen. Außerdem können Sie
für eine angenehme Atmosphäre im Kino sorgen. Als B sollten Sie dafür sorgen, dass sich Ihr A
optimal versorgt fühlt. Dann heben sich Erinnerungs-Lücken oft von selbst auf. Diese können nämlich auch ein
Ausdruck davon sein, dass sich Ihr A noch nicht hundertprozentig sicher fühlt.
\hspace*{0pt}\\
Setzen Sie sich entspannt hin, atmen ein paarmal tief durch und richten Ihre Aufmerksamkeit nach innen. Damit
Sie überhaupt wissen, dass Sie sich an etwas nicht erinnern können, müssen Sie schon ein bestimmtes Vorwissen
über das Erlebnis haben. Führen Sie Ihrem im Kinositz befindlichen Selbst den Film erst einmal inklusive
schwarzer Stellen vor. Oft heben sich allein durch die doppelte Dissoziation die Erinnerungs-Lücken automatisch
auf. Sie ermöglicht fehlende Erinnerungs-Fragmente mit ausreichendem Schutz und großer Distanz zu
betrachten.
\hspace*{0pt}\\
Falls noch eine Erinnerungs-Lücke übrig ist, gehen Sie wie folgt vor:
Spulen Sie als Vorführerin den Film an die schwarze Stelle. Lassen Sie Ihr im Kinositz befindliches Selbst diese Stelle als Standbild betrachten. Nun können Sie die Szene hervorholen, indem Sie als Vorführerin für Ihr Selbst im Kino die Szene stärker belichten. Erhöhen Sie an Ihrem Projektor langsam die Helligkeit, bis Ihr Selbst im Kinositz etwas erkennen kann. Zur Sicherheit können Sie das Bild vorher deutlich kleiner machen oder Ihr Selbst im Kino weiter nach hinten setzen. Das Wohlbefinden Ihres Selbst im Kinositz ist hierbei der Maßstab! Achten Sie auch auf die Tonspur. Oft gibt es während der schwarzen Stellen Geräusche oder Worte. Erhöhen Sie die Lautstärke der Tonspur bis die ersten Konturen auf der Leinwand auftauchen, so dass Ihr Selbst im Kinositz die Szene erkennen kann.
Spulen Sie als Vorführerin den Film an die schwarze Stelle. Lassen Sie Ihr im Kinositz befindliches Selbst diese Stelle als Standbild betrachten. Nun können Sie die Szene hervorholen, indem Sie als Vorführerin für Ihr Selbst im Kino die Szene stärker belichten. Erhöhen Sie an Ihrem Projektor langsam die Helligkeit, bis Ihr Selbst im Kinositz etwas erkennen kann. Zur Sicherheit können Sie das Bild vorher deutlich kleiner machen oder Ihr Selbst im Kino weiter nach hinten setzen. Das Wohlbefinden Ihres Selbst im Kinositz ist hierbei der Maßstab! Achten Sie auch auf die Tonspur. Oft gibt es während der schwarzen Stellen Geräusche oder Worte. Erhöhen Sie die Lautstärke der Tonspur bis die ersten Konturen auf der Leinwand auftauchen, so dass Ihr Selbst im Kinositz die Szene erkennen kann.
\hspace*{0pt}\\
Als B können Sie Ihrem A auch hier immer wieder den Aufbau des Kino-Szenarios
beschreiben und passende Regieanweisungen geben: »Jetzt kann Du als Vorführerin den Film anhalten und die
Helligkeit langsam erhöhen. Jetzt kann Du als Vorführerin die Tonspur langsam lauter machen. Erkennt die Sabine
im Kinositz schon etwas auf der Leinwand?« Wichtig: Ihr A weiß am besten, was für sie gut ist. Falls
sie Anregungen hat, bauen Sie sie mit in Ihre Regieanweisungen ein.
\hspace*{0pt}\\
Oft hat man beim Aufheben der Erinnerungs-Lücken bereits den gesamten Film vorwärts laufen lassen. Dann können
Sie sofort im nächsten Absatz mit dem Rückwarts-Laufen weitermachen. Es sollen aber möglichst alle wesentlichen
Fakten im Film vorkommen. Einige wenige unserer Testpersonen wollten die Trauma-Auflösung durchführen, obwohl
im Film noch nicht alle wesentlichen Fakten vorkamen. Das birgt aber das Risiko, dass die Trauma-Auflösung
nicht funktioniert.
\hspace*{0pt}\\
Hinweis: Mit NHR, der Trauma-Auflösungstechnik im nächsten Kapitel, haben wir die Erfahrung gemacht, dass es
zunächst ausreichend sein kann, wenn die Betroffenen den genauen Verlauf des Gefühls kennen, ohne sich an den
Inhalt des Trauma-Erlebnisses zu erinnern. Durch das Rückwärtslaufenlassen des Gefühls wurde das Erlebnis (und
mögliche andere Erlebnisse) bereits neutralisiert. Dadurch war den Betroffenen die Erinnerung an das Erlebnis
wieder zugänglich. Am besten Sie machen sich mit beiden Techniken vertraut und entscheiden selbst, wie Sie
vorgehen möchten.

Doppelte Dissoziation abbauen
Test: Wenn Sie sich nun an dieses Erlebnis erinnern, sollte es keine Panik mehr auslösen können. Andere Gefühle
bearbeiten wir ggf. später.
Zur Nachbearbeitung gehen Sie bitte nun zum Kapitel Mini-Re-Imprint. Es ist wichtig, dass Sie dieses Kapitel
sofort im Anschluss an die Trauma-Auflösung bearbeiten.
Zusammenfassung
- Klären Sie mit Ihrem B, wie Ihr B selbst den Power-Anker auslösen kann.
- Bestimmen Sie Start- und Endszene des Erlebnisses und nennen Sie Ihrem B dazugehörige Stichwörter.
- Bauen Sie die doppelte Dissoziation auf.
- Lassen Sie den Film von der Start- zur Endszene dunkel, schwarz-weiß und langsam durchlaufen - und zwar aus der Perspektive der Kino-Vorführerin für die Kinobesucherin.
- Bauen Sie die doppelte Dissoziation ab, indem Sie Ihre verschiedenen Selbste in sich aufnehmen.
- Lassen Sie den Film aus Ihren eigenen Augen schauend von der End- zur Startszene hell, farbig und schnell zurücklaufen. Wiederholen Sie dies mindestens fünfmal, bis der Film in 1-2 Sekunden zurückläuft.
- Gehen Sie zum Kapitel Mini-Re-Imprint
Hinweis: Viele unangenehme Erlebnisse bringen einen von einem guten oder neutralen Zustand in einen schlechten
Zustand. Den Film von der Endszene zur Startszene schnell rückwärts laufen zu lassen bringt dem Gehirn bei,
dass es die Erinnerung auch so kodieren kann, dass auf die unangenehme Verfassung die neutrale oder angenehme
folgt. Der zeitliche Ablauf der Erinnerung ist also variabel. Dies gilt nicht nur für traumatische, sondern
auch für andere unangenehme Erinnerungen. Worauf können Sie diese Technik noch anwenden? Sie haben ab heute ein
Mittel um sich vom negativen Einfluss solcher Erinnerungen zu befreien.
Trauma-Auflösung mit NHR
Richard Bandler hat kürzlich eine neue Technik zur Phobie- bzw. Trauma-Auflösung entwickelt. Er nennt dieses
neue Gebiet Neuro-Hypnotic-Repatterning (NHR). Das Verfahren basiert auf der Beobachtung, dass man Gefühle nur
dann aufrecht erhalten kann, wenn man sie wiederholt. Andernfalls klingen sie sofort wieder ab. Das
funktioniert ähnlich wie bei Gerüchen. Ein Parfüm habituiert unsere Nase, so dass wir es nach kurzer Zeit nicht
mehr riechen können. Erst wenn wir der Nase eine Pause gönnen (indem wir z.B. kurz die Luft anhalten), nehmen
wir es wieder wahr.
Bei Gefühlen funktioniert das genauso: Wenn Sie z.B. einen Finger gleichmäßig auf den Arm gedückt halten,
werden sie nach kurzer weder den Druck noch die Temperatur spüren können. Erst wenn Sie den Finger leicht
bewegen, setzen diese Wahrnehmungen wieder ein. Unsere Nerven reagieren also besonders auf Veränderungen.
Wir halten Gefühle aufrecht, indem wir sie bewegen. Wenn uns z.B. etwas auf den Magen schlägt, bewegt sich
vielleicht eine Muskelanspannung von außen nach innen auf den Magen. Freude nehmen wir vielleicht als eine
kribbelnde Bewegung wahr, die von oben nach unten durch unseren Körper läuft. Manche Gefühle laufen von oben
nach unten, andere von unten nach oben. Manche dringen wiederholt an einer bestimmten Stelle in unseren Körper
ein, laufen hindurch und treten an einer anderen Stelle wieder aus. Andere Gefühle laufen in unserem Körper
rund, z.B. innen von unten nach oben, dann außen von oben nach unten. Der genaue Verlauf ist von Mensch zu
Mensch und von Gefühl zu Gefühl verschieden.
Auch das Gefühl der Panik würde sofort nach dem Auftreten wieder verschwinden, wenn wir es nicht durch
wiederkehrende Bewegungen aufrecht erhalten würden. Bei einer unserer Test-Personen schoss das Panikgefühl durch
die Füße und Beine in den Oberkörper und drückte dann in Wellen auf seine Brust. Dabei wurde es stärker und
führte schließlich zu Atembeschwerden. Bandlers NHR-Technik kehrt diesen Gefühl nun um. Wir lassen die Wellen
rückwährts laufen, wobei der Druck auf den Brustkorb nachlässt, bis das Gefühl dann durch die Beine und Füße
aus dem Körper herausschießt.
Bei der Trauma-Auflösung mittels NHR gehen wir also wie folgt vor: Erkunden Sie mit Ihr B
den genauen Ablauf des bei der Erinnerung an das Trauma auftretenden Panikgefühls. Kehren Sie diesen
Ablauf um und lernen Sie das dadurch entstehende entgegengesetzte Gefühl kennen und intensiv wahrnehmen. Nehmen
Sie dann zu diesem neuen Gefühl eine minimale Dosis des Trauma-Erlebnisses hinzu. Erhöhen Sie die Dosis unter
Beibehaltung des neuen Gefühls solange, bis eine vollständige Desensibilisierung eingetreten ist. Dann fahren
Sie mit einem Mini-Re-Imprint fort, wie bei der Trauma-Auflösung durch Film rückwärtslaufen lassen.
Dieses Muster führt Veränderungen auf der Ebene herbei, auf der Ihr Organismus Gefühle erzeugt. Nach unseren
Erfahrungen genügt es daher in vielen Fällen ein paar Schlüsselerlebnisse mittels NHR zu bearbeiten. Körper und
Gehirn verbinden dieses neue Gefühl dann mit allen ähnlichen Erinnerungen. Bei dieser Technik brauchen Sie sich
kaum an ein Panikerlebnis zu erinnern, sondern müssen nur den genauen Ablauf Ihres Gefühls erforschen. Daher
funktioniert die Technik auch mit Erinnerungs-Lücken. Diese heben sich normalerweise sofort oder kurze Zeit
später von selbst auf - nämlich sobald Sie das neue Gefühl so eingeübt haben, dass es Sie es immer
griffbereit haben.
Möglicherweise setzt das Panikgefühl an einem bestimmten Punkt im Körper ein und läuft sehr schnell auf einen
zentralen Punkt zu. An diesem Punkt bleibt es dann in Form von kleinen Bewegungen z.B. Kontraktionen oder
Wellen. Die meisten Panikgefühle bestehen aus wenigen Einzelschritten.
Nach dem Sie nun die Desensibilisierung für dieses Erlebnis durchgeführt haben, fahren Sie mit dem folgenden
Kapitel Mini-Re-Imprint fort.
Hinweis: Jetzt haben Sie mit dem neuen Gefühl und den Gesten einen Mechanismus, mit dem Sie allen anderen
traumatischen Erlebnissen begegnen können. Machen Sie die entsprechenden Handbewegungen und lassen das neue
Gefühl laufen. Dann beginnen Sie wieder mit einer Briefmarke in 100 Metern Entfernung...
\newpage
Zusammenfassung
- Ermitteln Sie den genauen Verlauf des Panik-Gefühls.
- Kehren Sie das Gefühl um und lassen dieses umgekehrte Gefühl kontinuierlich durch Ihren Körper laufen. Begleiten Sie das neue Gefühl mit Gesten und Atmung.
- Während Sie das neue Gefühl laufen lassen schauen Sie das Trauma-Erlebnis als Briefmarke in 100 Meter Entfernung an.
- Während das neue Gefühl läuft holen Sie das Bild näher heran. Achten Sie darauf, das neue Gefühl aufrechtzuhalten. Holen Sie das Bild bis zu einer normalen Größe und einem normalen Abstand heran, während Sie das neue Gefühl aufrechterhalten. Lassen Sie das neue Gefühl noch einen Moment weiterlaufen.
- Gehen Sie zum folgenden Kapitel Mini-Re-Imprint.
Entscheidungshilfe: Kino-Film oder Gefühle rückwärtslaufen lassen?
- Nehmen Sie diejenige Technik, die Ihnen leichter fällt und die nach Ihrem Empfinden am besten zu Ihnen passt. Vertrauen Sie Ihrer Intuition.
- NHR (Gefühle rückwärtslaufen lassen) hat die starke Tendenz mit der Trauma-Auflösung auch gleich noch diesbezügliche Erinnerungs-Lücken aufzuheben.
- Bei einigen wenigen Trauma-Erlebnissen eignet sich die Kino-Technik. Bei vielen Erlebnissen kann man mit NHR einen Großteil auf einmal bearbeiten.
- NHR erfordert eine gewisse Genauigkeit beim Erforschen des Gefühls und beim Erzeugen des
Umkehrgefühls.
Verwenden Sie die Technik, die Ihnen intuitiv am besten gefällt. Bei vielen Erinnerungs-Lücken und bei vielen Trauma-Erlebnissen bevorzugen Sie vielleicht NHR, sonst vielleicht die Kino-Film.
Mini-Re-Imprint
Dieses Kapitel dient dazu, eventuell noch vorhandenen prägenden Einfluss des Trauma-Erlebnisses aufzuheben. Bei
manchen Personen treten nach der Trauma-Auflösung Schuldgefühle auf. Diese können sehr belastend sein.
Glücklicherweise gibt es eine einfache NLP-Technik zum Umwandeln von Schuldgefühlen. Diese finden Sie im
Kapitel Schuldgefühle. Dort können Sie gerne im Anschluss an dieses Kapitel weitermachen.
Ein anderes wichtiges Thema sind Rache-Gefühle. Nachdem endlich die jahrelange Angst vor dem Täter von Ihnen
abgefallen ist, kommen dann bei einigen Betroffenen Rache-Gedanken.
Rache
\hspace*{0pt}\\
Auch wenn Rache angesichts der Tat auf den ersten Blick gerechtfertigt erscheint, machen Rache-Gefühle
unfrei. Rachegefühle lassen sich nur mit Blick auf die Vergangenheit und Blick auf den Täter
aufrechterhalten. Dann hat der Täter immer noch zuviel Einfluss. Er kann nämlich starke Gefühle auslösen. Wir
gestehen dem Täter in Zukunft aber keinerlei Einfluss mehr zu: auch nicht Sie in Rachegefühle versetzen zu
können. Befreien Sie sich von diesem und anderen Einflüssen. Ziel ist nicht nur das Trauma zu überwinden,
sondern Ihrem Leben eine neue Ausrichtung zu geben. Das Trauma hat in Ihrem Leben schon viel zu lange eine zu
große Rolle gespielt. Wir möchten, dass Sie Pläne für die Zukunft machen, bei denen Sie aus dem Vollen
schöpfen und nur noch Sie selbst bestimmen, was Sie in Ihrem Leben machen werden. Wir möchten, dass
Sie in die Zukunft blicken.
\hspace*{0pt}\\
Wir kennen einen Fall, bei dem der Betroffene auf den Täter mit einer Schusswaffe losging, prompt dabei gefasst
wurde und nun vorbestraft ist. Der Täter hatte damit nach der Trauma-Auflösung noch einen nachhaltig
negativen Einfluss auf das Leben des Betroffenen.
\hspace*{0pt}\\
Möchten Sie dem Täter soviel Macht geben, dass er Ihre Gefühle und Ihr Handeln beeinflussen kann?
\hspace*{0pt}\\
Wenn man die Angst vor Hunden überwindet, ist man danach kein Hunde-Liebhaber und auch kein Hunde-Hasser.
Hunde sind einem dann einfach gleichgültig (und man erkennt bissige Hunde und kann sich vor ihnen schützen).
\hspace*{0pt}\\
Falls die Gefahr besteht, dass Sie dem Täter noch einmal begegnen könnten, müssen Sie als Erstes dafür
sorgen, dass Sie objektiv vor ihm geschützt sind. Dann überlegen Sie, wie eine Situation optimal aussähe,
falls Sie dem Täter wirklich begegnen. Spielen Sie durch, wie Sie sich, ohne Rache, optimal verhalten.
\hspace*{0pt}\\
In einem unserer Testfälle war zusätzlich zu den Übungen hier im Kapitel Mini-Re-Imprint noch nötig, dass
der Betroffene den Täter im Geiste einmal richtig gründlich auslachte.
\hspace*{0pt}\\
Die richtige Einstellung dem Täter gegenüber ist Gleichgültigkeit in Verbindung mit absoluter Sicherheit und
Stärke.
\hspace*{0pt}\\
Hier noch ein paar Hinweise:
Die folgenden Übungen dienen dazu Rache-Gefühle und andere mögliche Einflüsse des Trauma-Erlebnisses aufzuheben.
- Überlegen Sie, wem Sie was erzählen. Sie möchten niemanden zur Rache treiben und ihn oder sich selbst damit unglücklich machen. Familienmitglieder neigen zu Kurzschlussreaktionen, wenn Sie solche Erzählungen hören.
- Auch keine verdeckten Rache-Aktionen.
- Bei Wiederholungsgefahr können Sie den Täter mit den Mitteln des Gesetzes stoppen. Bei Kindesmissbrauch können Sie mit Hilfe des Jugendamtes die betroffenen Kinder aus solchen Situationen herausholen. Das kann sehr belastend sein. Überlegen Sie sich daher gut, inwieweit Sie aktiv werden wollen und können.
- Vor jeder Aktion erst eine Nacht gut schlafen und dann entscheiden, was zu tun ist!
Die folgenden Übungen dienen dazu Rache-Gefühle und andere mögliche Einflüsse des Trauma-Erlebnisses aufzuheben.
Hier ein fiktives Erlebnis, um zu zeigen, wie manche Erlebnisse wirken können: Ein Maurerlehrling wird von
seinem Meister verprügelt und bricht daraufhin die Lehre ab. Der Lehrling kann jetzt das Prügel-Erlebis
bearbeiten, indem er obige Techniken des Film-Laufenlassens anwendet. So befreit er sich von den belastende
Gefühlen. Aber er könnte durch dieses einmalige Erlebnis zu dem Schluss gekommen sein, dass der Beruf des
Maurers nichts für ihn ist. Er hat ja nur eine Erfahrung mit einer Maurerlehre gemacht. Ohne alternative
Erfahrungen kann sich diese einzelne Erfahrung einschränkend auf ihn auswirken. Solch einen Einfluss wollen wir
aber dem Meister nicht zugestehen und spielen daher mehrere mögliche Szenarien einer viel besser ablaufenden
Maurerlehre durch. Hierbei geht es nicht darum, die Tat des Maurermeisters zu beschönigen, sondern dem Gehirn
alternative Erfahrungen zu geben, so dass die reale Erfahrung nur eine von vielen möglichen wird. Dem
Maurerlehrling steht es dann frei zu entscheiden, ob er eine neue Maurerlehre beginnt oder einen anderen Beruf
wählt.
Eines der häufigsten Probleme von Trauma-Betroffenen sind Schuldgefühle, die zum Teil sehr belastend sein
können. Paradoxerweise glauben viele, sie seien für die jeweiligen Erlebnisse verantwortlich und fühlen sich
daher schuldig. Im nächsten Kapitel können Sie solche Schuldgefühle durch eine einfache Betrachtungsänderung
loswerden.
Gönnen Sie sich mindestens eine Nacht Ruhe. Sie werden überrascht sein, wie sich entweder Ihre Träume verändern
und/oder Sie auf einmal ausgesprochen tief und fest schlafen werden. Lassen Sie sich insbesondere überraschen
von den großen und kleinen Veränderungen der nächsten Tage und Wochen.
Falls Symptome wie z.B. Flashbacks oder Albträume noch ein paar Tage anhalten, achten Sie darauf, wie sie
schwächer werden. Ihr Gehirn verarbeitet die Erfahrungen jetzt. Normalerweise dauert das nur ein paar Tage.
Zusammenfassung
- Gehen Sie mit Ihrem heutigen Wissen noch einmal zu Ihrem jüngeren Selbst zurück und geben ihr etwas, was sie damals gebraucht hätte. Beobachten Sie, wie sich Ihr Selbst daraufhin verändert.
- Erfinden Sie alternative Versionen des Erlebnisses, in der sich alle Beteiligten anders verhalten, so dass die Situation anders endet. Falls nach diesem Schritt noch starke Gefühle z.B. Rache- oder Schuldgefühle übrigbleiben, führen Sie in der gleichen Sitzung die Techniken im Kapitel Schuldgefühle bzw. Prägenden Einfluss umwandeln
- Überlegen Sie, welche Warnsignale es gegeben hat, damit sich die Situation nicht wiederholt und beschließen Sie ggf. Verhaltensänderungen.
- Testen Sie gründlich, ob das Erlebnis noch eine Form von Panik auslöst. Dies ist ein wichtiger Schritt!
Sollten weitere Erlebnisse zu bearbeiten sein, zeigt Ihnen ein Blick auf Ihre Timeline, welches als nächstes
dran ist. Bearbeiten Sie alle Erlebnisse zügig in den nächsten Tagen, damit diese (möglicherweise stressige)
Phase möglichst bald vorüber ist. Manche Menschen möchten lieber erst eine Nacht über die Veränderung schlafen,
bevor sie mit dem nächsten Erlebnis weitermachen. Andere brauchen nur eine kurze Pause und wieder andere
möchten bestimmte Erlebnisse alle in einer grossen Sitzung bearbeiten.
Tips für die Bearbeitung mehrerer Erlebnisse:
- Ähnliche (verkettete) Erlebnisse lösen sich meist von selbst auf, nachdem das Kernerlebnis bearbeitet ist. Prüfen Sie alle Erlebnisse der Reihe nach, ob sie sich schon verändert haben. Manche verändern sich auch in der folgenden Nacht beim Träumen. Schauen Sie, was sich auf Ihrer Timeline verändert hat.
- Bearbeiten Sie Erlebnisse mit verschiedenen Tätern einzeln.
- Unterscheiden Sie zwischen schweren und weniger schweren Trauma-Erlebnissen und bearbeiten Sie die schwersten zuerst.
- Beachten Sie die Hinweise im Kasten über wiederholte Trauma-Erlebnisse.
- Führen Sie pro Durchlauf auch die Übungen zur Nachbearbeitung durch und ggf. die Technik zur Überwindung von Schuldgefühlen im folgenden Kapitel.
- Mit jedem Durchlauf verschwinden mehr Symptome. Nachdem alle relevanten Erlebnisse bearbeitet sind, werden auch alle Symptome verschwunden sein.
Medikamente
Manche Betroffene stehen im Rahmen der Trauma-Behandlung unter Einfluss von starken (Beruhigungs-)Medikamenten. Diese sollten Sie absetzen - allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht! Notfalls führen Sie die Übungen zur Trauma-Auflösung und Beseitigung von Schuldgefühlen erst einmal mit Medikamenten durch. NLP betrachtet psychisch wirkende Medikamente als Anker für einen bestimmten Bewusstseinszustand. Sie müssen also das Gelernte auch auf den Bewusstseinszustand ohne Einfluss von Medikamenten übertragen. Wiederholen Sie also das Übungsprogramm noch einmal ohne Medikamenten-Einfluss.Am nächsten Tag
Am nächsten Tag können Sie sogar noch mehr Veränderungen feststellen. Bei unseren Tests glaubten viele erst nicht, dass es wirklich funktioniert hat. Viele sind nicht sicher, dass es auch im Alltagsleben funktioniert. Egal was Sie oder andere glauben - Testen Sie sich! Lassen Sie sich in den nächsten Tagen überraschen, an wie vielen Stellen sich in Ihrem Leben etwas verändert. Achten Sie auf die großen, aber auch auf die kleinen Veränderungen. Sie werden außerdem in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten bemerken, dass Sie immer mehr Energie im Alltagsleben haben, verbunden mit einem stärker werdenden Gefühl der Neugier. Was werden Sie demnächst mit dieser Energie machen? Womit möchten Sie sich beschäftigen? Vielleicht möchten Sie sich ja weiterbilden oder in Ihrem Leben ein neues Gebiet erschließen. Bedenken Sie auch, wie Ihre Umwelt auf die Veränderungen reagiert. Geben Sie, falls nötig, Ihren Freunden und Bekannten etwas Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Überlegen Sie sich gut, ob und wem Sie was erzählen. Freunde oder Verwandte könnten zu unüberlegten Rache-Aktionen verleitet werden. Bestimmte Menschen können mit solchen Erzählungen nicht umgehen und werden Sie zum ›Opfer abstempeln‹. Wir haben erlebt, dass Menschen durch solche Erzählungen ihre Freunde verloren haben.
Manche Menschen wurden sexuell traumatisiert, bevor sie die Gelegenheit hatten, ihre Sexualität zu entdecken.
Sie können jetzt Ihre Sexualität neu erlernen und entdecken. Im Kapitel Beziehungs-Check finden Sie dazu einige
Hinweise z.B. im Kasten Mindestanforderungen für guten Sex. Sie bestimmen, wie weit Sie gehen möchten. Vor
und während dem Sex sollte die Kommunikation mit Ihrem Partner stimmen. Viele Menschen geraten einmal im Leben
an einen Sexualpartner, bei dem sie sich danach ›ausgenutzt‹ vorkommen. Diese Erfahrung kommt manchen ähnlich
wie sexuelle Traumatisierung vor. Ziehen Sie in diesem Fall eine einfache Konsequenz: Brechen Sie den sexuellen
Kontakt ab und suchen Sie sich einen neuen Partner, denn Ihnen stehen in Zukunft angenehme sexuelle Erfahrungen
bevor.
Auch wenn bei vielen Betroffenen durch die Trauma-Auflösung die meisten Symptome automatisch verschwinden,
sollten Sie die Übungen in den folgenden Kapiteln des Teil C als Nachbereitung und zur Kontrolle durchführen.
Falls die dort beschriebenen Symptome bei Ihnen nicht nicht vorkommen, können Sie das jeweilige Kapitel
überspringen.
C Vergangenheit aufarbeiten
Schuldgefühle
Schuldgefühle machen manipulierbar.
Tad James erkannte, dass bestimmte Gefühle nur eine Bedeutung im Zusammenhang mit Zeit haben. Schuldgefühle
können Sie beispielsweise nur im Rückblick auf zeitlich vergangene Erlebnisse empfinden. Ängste nur mit Blick
auf zukünftige Ereignisse. Man fühlt sich schuldig für Dinge, die man in der Vergangenheit getan hat und hat
Angst, dass bestimmte Dinge in Zukunft passieren werden. Wegen vergangener Erlebnisse kann man sich zwar
schlecht fühlen, aber Angst vor dem vergangenen Erlebnis hat man keine mehr. Wohl aber, dass es sich
wiederholen könnte, d.h. mit Blick auf die Zukunft. Ähnliches gilt für Schuldgefühle: Sie können sich nicht für
Dinge schuldig fühlen, die Sie erst noch tun werden.
Diese Einsicht können Sie nutzen, um sich von Schuldgefühlen zu befreien. Hier einige Beispiele von
Trauma-Betroffenen:
- Ich bin schuld, weil ich die falsche Kleidung an hatte.
- Ich bin schuld, weil ich zur falschen Zeit losgegangen bin. Sonst hätte das Erlebnis vermieden werden können.
- Mit diesem Erlebnis wollte mich jemand bestrafen.
- Ich bin schuld, dass jetzt Helfer mit in die ganze Situation hereingezogen wurden.
- Ich bin schuld, weil ich nicht vorher gesehen habe, wie der Täter reagieren würde.
- Ich bin schuld, dass mich mein eigener Vater sexuell anregend fand.
- Ich muss meinen Onkel auf irgendeine Art angemacht haben.
- Ich habe meine Mutter mit meinem Vater betrogen.
- Ich habe provoziert, dass mein Freund gewalttätig wurde.
- Ich habe nicht früh genug gesagt, dass er aufhören sollte.
- Ich hätte meiner Freundin nie von dem Erlebnis erzählen sollen.
- Ich hätte den Unfall/die Gewalttat/die Vergewaltigung verhindern sollen.
- Ich bin schuld, dass mein Körper in dem Erlebnis auf Stimulation reagiert hat.
- Ich bin schuld, andere mit hereingezogen zu haben.
- Ich bin schuld, dass jemand anderem etwas angetan wurde.
Manche haben außerdem Schuldgefühle, wenn sie schlecht über andere denken oder reden. Falls Schuldgefühle Sie
daran hindern Grenzen zu setzen oder Ihre eigenen Interessen zu vertreten, können andere Leute das schamlos
ausnutzen: »Wenn Du mir jetzt nicht hilfst, bist du schuld, wenn...«
Manche Schuldgefühle haben oder hatten den Sinn, auf eine notwendige Verhaltensänderung aufmerksam zu machen.
Schaffen Sie alle Schuldgefühle ab, die heutzutage keinen Nutzen mehr haben. Erstellen Sie eine entsprechende
Liste. Bei traumatischen Erlebnissen müssen Sie vorher die Trauma-Auflösung durchgeführt haben, sonst laufen
Sie Gefahr bei der Erinnerung an das Erlebnis, in Panik zu verfallen.
Da Schuldgefühle nur mit Blick auf die Vergangenheit eine Bedeutung haben, gehen wir mit Hilfe Ihrer Timeline
zeitlich vor das Erlebnis, das Schuldgefühle auslöst. Dazu verwenden wir entweder die visuelle Timeline nach
Tad James (s. Kapitel Wiederholte Traumatisierung, Timeline) oder die Boden-Timeline nach Robert Dilts. Sie
können sich aussuchen, welche der beiden Methoden Ihnen lieber ist.
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Boden-Timeline und Visuelle Timeline
Egal welche Timeline-Methode Sie gewählt haben, Sie werden überrascht sein, dass Sie die Schuldgefühle nicht
mehr aufrecht halten können. Das Erlebnis löst jetzt andere Gefühle und eine andere Einschätzung aus. Es wird
klar, wer wofür verantwortlich war. Lassen Sie diese Erkenntnis auf sich wirken.
Auch von Schuldgefühlen, mit denen man sich jahrelang herumgeplagt hat, kann man sich mit dieser Technik
einfach und sogar innerhalb von Sekunden befreien. Wenn Sie jetzt gleich ein paar weitere Situationen
bearbeiten, lernt Ihr Gehirn Schuldgefühle, die keinen Nutzen haben, automatisch zu beseitigen.
So sorgen Sie auch dafür, dass Ihnen niemand Schuldgefühle einreden kann. Vielleicht möchten Sie sich sogar
angewöhnen, in den nächsten Wochen verstärkt auf Schuldgefühle zu achten und diese sofort aufzulösen (was nach
dieser Übung bei vielen schon automatisch passiert). Bei Schuldgefühlen, die einen Sinn haben, müssen Sie sich
vorher wirksame alternative Verhaltensweisen für die jeweilige Situation überlegen. Nach kurzer Zeit haben Sie
so Ihre gesamte Lebensgeschichte von Schuldgefühlen befreit. Bei dem Versuch Sie mittels Schuldgefühlen zu
manipulieren, werden Sie dann nur noch milde lächeln.
Zusammenfassung
- Gehen Sie zeitlich vor das Erlebnis, das bisher Schuldgefühle ausgelöst hat.
- Schauen Sie sich das Erlebnis aus dieser Perspektive an, wie es sich gleich entwickeln wird und fragen sich gleichzeitig: »Gibt es noch Schuldgefühle?«, »Welches Gefühl kommt stattdessen?«, »Zu welcher neuen Einschätzung komme ich, wenn ich es so betrachte?«
Prägenden Einfluss umwandeln
Bestimmte Erlebnisse können eine prägende Wirkung haben. Daher haben wir bereits in die Trauma-Auflösung eine
Mini-Version der von Robert Dilts entwickelten Neupräge-Technik eingebaut. Dies reicht in vielen Fällen aus um
die Prägung des Erlebnisses aufzuheben. Manchmal ist hierzu jedoch eine ausführlichere Version nötig.
Entscheiden Sie selbst, indem Sie sich folgende Fragen beantworten:
Haben Sie das Gefühl in einer ›Beziehung‹ zu dem Täter oder beteiligten Personen zu stehen? Dies kann eine
reale Beziehung sein z.B. bei Verwandten oder wenn sich Täter und Opfer bei juristischen Auseinandersetzungen
wiederholt begegnen müssen. Es kann auch eine fiktive Beziehung sein. Viele Täter versuchen z.B. eine Beziehung
zu konstruieren, um (bei wiederholtem Missbrauch) die Betroffenen zur Kooperation zu drängen. »Du muss jetzt
die verstorbene Mutter ersetzen«. In dem Wunsch das Erlebte zu verarbeiten, kann eine fiktive Beziehung aber
auch durch zu intensive Auseinandersetzung mit dem Täter entstehen. Hierzu zählen regelmäßige Fantasien, wie
man andere vor dem Täter schützt, wie sich der Täter entschuldigt oder wie man sich am Täter rächt.
Führt die Erinnerung zwangsläufig zu negativen Gefühlen, wie starkem Ärger, Hass oder Rache? Haben Sie negative
Verhaltsweisen anderer übernommen? Durch diesen Mechanismus können Opfer später zu Tätern werden. Haben Täter
oder Beteiligte Einfluss auf Ihre Werte oder Glaubenssätze? Haben Sie z.B. Werte des Täters übernommen oder
genau gegenteilige »Ich will auf keinen Fall so werden wie...«?
Fühlen Sie sich von diesen Überlegungen angesprochen? Dann ist die Neupräge-Technik das Mittel der Wahl, denn
sie wirkt genau auf den ›externen Teil‹, den man ›internalisiert‹ hat. Ansonsten können Sie dieses Kapitel
überspringen. Falls Sie Zweifel haben, führen Sie die Neu-Prägung einfach zur Sicherheit durch. Es kann nicht
schaden, wenn Ihr Gehirn eine weitere Technik im Umgang mit vergangenen Erlebnissen erlernt. Sie können aber
auch die Re-Imprint Technik auf andere negative Erlebnisse z.B. auf ›Erziehungs-Fehler‹ von Eltern oder
Lehrern anwenden. Ziel ist es, bei jeder Erinnerung an vergangene Erlebnisse frei zu sein.
Auch hier, wie in allen Kapiteln von Teil C, setzen wir voraus, dass das eigentliche Trauma bereits mit den
Übungen aus Teil B aufgelöst wurde.
Damit die Neupräge-Technik funktioniert, müssen Sie dem Präge-Erlebnis mehrere Alternativen unter Einbeziehung
Ihrer heutigen Stärken und Ressourcen hinzufügen. Diese Erlebnis-Alternativen finden (idealerweise) unter drei
verschiedenen Blickwinkeln statt: Der Ich-Perspektive, der Perspektive eines neutralen, wohlwollenden
Beobachters und der Perspektive aller an dem Erlebnis beteiligten Hauptpersonen, einschliesslich des Täters. Es
geht nicht darum, das Erlebnis zu beschönigen und auch nicht, den objektiv stattgefundenen Verlauf zu verändern,
sondern darum, Ihnen in dieser Situation Ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten besser zugänglich zu machen.

Abbildung 16.1: Aus der Timeline heraustreten
Hinweis: Dieser Schritt ist umso leichter, je besser Sie Ihr Selbst vorher mit Ressourcen versorgt haben.
Es geht nicht darum, das Erlebnis zu beschönigen, sondern die Beziehung zwischen Ihnen und dem Täter bzw.
Beteiligten aufzulösen. Bei prägenden Erlebnissen kann das Gehirn oft nicht vollständig zwischen den eigenen
und den Verhaltensweisen anderer unterscheiden. Manchmal haben sich die anderen auch innerlich
›verselbstständigt‹. Daher ist es wichtig auch den anderen Ressourcen zu geben. Indem Sie allen Beteiligten
Ressourcen geben, geben Sie diese in Wirklichkeit sich selbst. Das Gehirn kann dann die Beziehung beenden und
alle relevanten Aspekte entweder integrieren oder ›endgültig zu den Akten legen‹. Sie verändern dadurch die
Prägung des Erlebnisses. Außerdem verschwinden negative Verhaltensweisen, die man sich von dem anderen
übernommen hat. Sie gewinnen die Freiheit, die Richtung Ihres Lebens neu zu bestimmen. Und zwar nach Ihren
eigenen Wünschen und Werten.
Sie werden überrascht sein, wie sehr sich Ihre Sichtweise auf die Vergangenheit und Ihr zukünftiges Leben
ändern werden. Rechnen Sie mit spontanen Verhaltensänderungen. Bearbeiten Sie alle Erlebnisse mit negativem,
prägendem Einfluss auch in anderen Bereichen Ihres Lebens.
Zusammenfassung
- Stellen Sie sich Ihre Timeline auf dem Boden vor und gehen Sie an den Ort, der zeitlich vor dem prägenden Erlebnis liegt.
- Treten Sie aus Ihrer Boden-Timeline heraus und betrachten sich selbst und alle anderen beteiligten Personen aus der Beobachter-Position.
- Geben Sie Ihrem Selbst alle Ressourcen, die es in dem Erlebnis gebraucht hätte und beobachten Sie die Veränderung des Erlebnisses.
- Sammeln Sie Informationen über die Eigenschaften, die alle anderen beteiligten Personen gebraucht hätten.
- Geben Sie danach möglichst vielen anderen die Ressourcen, die sie benötigen und beobachten, wie sich die Situation jetzt anders entwickeln kann.
- Gehen Sie nun wieder auf Ihre Timeline an die Stelle des Erlebnisses und erleben aus Ihren eigenen Augen, wie sich die Situation anders entwickelt und anfühlt.
- Gehen Sie langsam bis in die Gegenwart und erleben den Einfluss dieser Veränderung auf andere Ereignisse.
- Auf welche zukünftigen Situationen wird sich dieses neue Erleben auswirken?
Glaubenssätze ändern mit Swish
Zu Beginn des Übungsprogramms hatten wir uns bereits mit Glaubenssätzen beschäftigt und festgestellt, dass
nützliche Glaubenssätze die persönliche Veränderung und Weiterentwicklung erleichtern. Jetzt prüfen wir
Glaubenssätze, die durch traumatische und andere Erlebnisse entstanden sein können z.B. »Ich kann nie mehr
richtig glücklich werden«, »Ich bin nicht liebenswert, unrein, hässlich, etc.«, »Männern kann man nicht
trauen«, »Ich kann nicht in einer Beziehung leben«, »Ich kann keinen befriedigenden Sex haben«, etc.
Glaubenssätze sind Aussagen bei denen man sich entschieden hat, sie immer als wahr anzusehen. Das erspart dem
Gehirn, sie jedesmal neu überprüfen zu müssen. Wenn Sie als Kind auf eine heiße Herdplatte gefasst haben,
bewahrt der Glaubenssatz »Herdplatten sind heiß« Sie davor, es jedesmal neu auszuprobieren. Solche
Glaubenssätze erleichtern das Alltagsleben. Da das Gehirn den Wahrheitsgehalt von Glaubenssätzen nicht mehr
überprüft, wirken sie als Filter. Beispiel: Manche Töchter von gewalttätigen Vätern glauben alle Männer seien
gewalttätig. Allen anderen Männern ›fehlt irgendwas‹. Sie sind ja ›ganz nett‹, aber gelten nicht als ›richtige
Männer‹. Da Glaubenssätze sich selbst bestätigen, werden Gegenbeispiele in ihrer Bedeutung oft nicht
wahrgenommen. Durch diesen selbsterfüllenden Charakter können sich irrationale oder veraltete Vorstellungen
lange halten.
Behalten Sie alle Glaubenssätze, die Ihre persönliche Freiheit erweitern z.B. »Es gibt immer einen Weg das
Problem zu lösen«, »Ich kann Menschen finden, die gut für mich sind«, »Ich kann immer dazulernen und meine
Fähigkeiten erweitern«. Einschränkende Glaubenssätze hingegen sollten Sie ändern. Sie erkennen Glaubenssätze
über sich selbst an Formulierungen wie »Ich bin...«, »Ich kann nicht...«, »Ich muss...«. Glaubenssätze über
andere Menschen, das Leben und die Welt erkennen Sie an Wörtern, die auf Verallgemeinerungen hindeuten, wie
›immer‹, ›alle‹, ›jeder‹, etc. Lassen Sie bei der Suche nach einschränkenden Glaubenssätzen irrationale
Gedanken zu. Das macht es leichter.
Erstellen Sie eine Liste mit einschränkenden Glaubenssätzen. Entwickeln Sie dann neue, nützliche Glaubenssätze,
die Ihre einschränkenden ersetzen sollen. Sie können z.B. die Vorstellungen
- »Ich bin nicht liebenswert« umwandeln in »Ich kann Menschen finden, die mich als Person mit meinen Qualitäten schätzen«
- »Ich kann nicht gut lernen« in »Ich kann mich in alle Richtungen entfalten und weiterentwickeln«
- »Ich bin hässlich« in »Ich kann lernen, meine schönen Seiten zu zeigen«
- Aus »Männern kann man nicht trauen« wird »Ich kann lernen, zuverlässige, treue und stabile Männer zu finden«
- »Alle Männer sind schlecht« wird zu »Ich kann lernen, Männer zu finden, die gut für mich sind«
- »Sex muss weh tun« wird zu »Ich kann lernen, meine sexuellen Wünsche auszudrücken«
- »Männer üben beim Sex immer Macht aus« wird zu »Ich kann lernen, (beim Sex) auf meine und seine Bedürfnisse zu achten«
Einige haben die Vorstellung, sie seien schlechte Menschen und hätten es daher verdient, von anderen schlecht
behandelt zu werden. Solche Vorstellungen können Sie umwandeln in »Ich kann lernen, mein soziales Umfeld so zu
ändern, dass mich meine Freunde und Bekannten wertschätzen und gut für mich sind.« Bauen Sie sich ein neues
Glaubenssystem, das nicht nur Ihre vorhandenen Qualitäten unterstützt, sondern auch Ihre Weiterentwicklung
fördert.
Die Veränderung von Glaubenssätzen kann Ihnen die ultimative Freiheit geben. Je grundsätzlicher die
Glaubensvorstellungen desto stärker die Veränderungen. Grundsätzliche Glaubenssätze sind teilweise so
selbstverständlich, dass sie einem nicht sofort auffallen. Was setzen Sie in allen Situationen als wahr voraus?
Welche Vorannahmen sind unausgesprochen im Hintergrund? Was ist typisch für Ihr Verhalten? Gibt es einen ›roten
Faden‹, der sich durch Ihr Leben zieht? Was würden Ihre Freunde über Sie sagen? Welcher wichtige Faktor
bestimmt Ihr Leben? Einschränkende Glaubenssätze sind oft unvernünftig oder irrational. Erlauben Sie sich, auch
an solche Sätze zu denken und diese aufzuschreiben.
Zur Veränderung der Glaubenssätze auf Ihrer Liste können Sie die Technik des Meta-Yessing/Meta-Noing aus dem
Kapitel Überprüfung der Einstellung einsetzen. Als Alternative hier das Swish-Muster von Richard Bandler:

Abbildung 17.1: Einschränkende Glaubenssätze ändern
Die Geschwindigkeit ist entscheidend: Nur beim ersten Mal dürfen Sie es zur Übung
langsamer machen. Wiederholen Sie diesen Schritt aber fünfmal richtig schnell: »Swish - Swish - Swish - Swish«
und nochmal: »Swish - Swish - Swish - Swish«, und noch dreimal. Wenn sich die Bilder nicht schnell genug
bewegen, können Sie diese in Ihrem inneren Auge an starke Gummibänder befestigen und diese dann ›flitschen‹
lassen. »Swishshsh...« Testen Sie, indem Sie die alte Glaubensvorstellung ansehen. Glauben Sie noch daran?
Schauen Sie die neue Glaubensvorstellung an. Ist die neue Glaubensvorstellung überzeugend?
Ändern Sie auf diese Weise (oder mittels Meta-Yessing/Meta-Noing) alle einschränkenden Glaubenssätze, besonders
die die durch traumatische Erlebnisse entstanden sind. Auch mit Vorstellungen wie »Ich kann nicht gut lernen«,
»Ich bin unmusikalisch«, etc. können Sie auf diese Weise aufräumen. Oder auch mit wenig hilfreichen Kommentaren
von Eltern und Lehrern wie »Du bist ungeschickt«, »Mathe ist schwer«, etc. Mit ein wenig Übung kann auch diese
Technik in Ihr Verhaltens-Repertoire übergehen.
Entscheidungen neu treffen
Unser Ziel ist es, neben der Trauma-Auflösung, sämtlichen Einfluss bestimmter Erlebnisse aufzuheben. Sie sollen
frei und selbstbestimmt die Richtung in Ihrem Leben vorgeben. Nachdem wir in den vorigen Kapiteln
einschränkenden Einfluss von Prägungen und Glaubenssätzen beseitigt haben, kommt nun die Überprüfung Ihrer
Entscheidungen. Durch die neuen Glaubenssätze aus dem vorigen Kapitel können Sie bei Entscheidungen für Ihr
Leben nun aus dem Vollen schöpfen.
Entscheidungen geben in Ihrem Leben eine Richtung vor. Sie sollen Ihr Leben bereichern und Ihre persönliche
Weiterentwicklung fördern. Die Entscheidung »Ich werde (trotz allem) ein erfülltes Leben führen«, bereichert
Ihr Leben, denn sie hilft Rückschläge überwinden. Das Wort ›trotz‹ im obigen Satz ist natürlich nur ein
Anfang: »Ich werde unabhängig von allem ein erfülltes Leben führen«. Dann nehmen Sie als nächstes vielleicht
etwas positives für Ihr Leben hinzu: »Ich werde ein erfülltes Leben mit Inhalt/Person(en) X führen«, und dann
sagen Sie vielleicht ...
Andere Entscheidungen wirken einschränkend. »Ich halte mich in Zukunft fern von Männern«, halbiert die Anzahl
Ihrer möglichen Kontakte. Übernehmen Sie die Schutzfunktion der alten Entscheidungen und bauen
daraus eine neue, die Ihnen alle Möglichkeiten offen lässt: »Ich halte mich in Zukunft von gewalttätigen
Männern fern«. Ähnlich verwandeln Sie »Ich gehe nie wieder eine Beziehung ein« in »Das nächste Mal muss der
Beziehungspartner auch ein wirklich guter Freund sein.« und »Ich vertraue niemandem mehr« in »Ich achte ab
jetzt auf Menschen, zu denen ich eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann.«
Möglicherweise haben sich durch die Änderung Ihrer Glaubenssätze alle einschränkenden Entscheidungen schon
revidiert. Falls noch welche übrig geblieben sein sollten, hier der ›Entscheidungs-Zerstörer‹ von Richard
Bandler (aus dem Buch ›Heart of the Mind‹ von Steve und Connirae Andreas):
Diese Technik können Sie auch in anderen Kontexten auf einschränkende Entscheidungen anwenden. Manche
Leute treffen nach schlechten Erfahrungen die Entscheidung »Das mache ich (auch) nie wieder«. Im Laufe des
Lebens sammeln sich dann viele Entscheidungen über Dinge an, die man nicht mehr tun möchte. Älterwerden führt
so zu immer mehr Einschränkungen. Älterwerden kann aber auch bedeuten, den Erfahrungsschatz Ihres Lebens
einzusetzen, und zwar in Verbindung mit kindlicher Neugier und Unbefangenheit! Dann können Sie sich
entscheiden, welche Situationen Sie wirklich nicht mehr erleben möchten und bei welchen vielleicht Bedarf für
Experimente besteht. Beispiel: Sie besuchen eine schlechte Kunstausstellung und entscheiden dann »Kunst ist
nichts für mich«. Besser: »Ich suche mir in Zukunft genauer aus, welche Ausstellung ich besuche«. Wann haben
Sie einschränkende Entscheidungen getroffen? Welche neue Entscheidung gibt Ihnen mehr Wahlfreiheit? Welche neue
Einstellung wäre hier nützlich?
Die Vergangenheit erneuern
Sie haben nun sämtliche traumatischen Erlebnisse bearbeitet und sich so desensibilisiert, dass keines der
Erlebnisse mehr Panik auslöst. Schreckhaftigkeit und Albträume sind genauso erledigt wie Schuldgefühle.
Außerdem haben Sie Prägungen, Glaubenssätze und Entscheidungen geprüft und ggf. umgewandelt. Ihr Leben hat
jetzt eine neue von Ihnen selbstbestimmte Richtung. Daher können Sie sich erlauben, mit diesem Teil Ihrer
Vergangenheit abzuschließen.
Ihre Vergangenheit soll Sie bei der Gestaltung Ihrer Zukunft unterstützen. Dazu nehmen wir die bearbeiteten
Trauma-Erlebnisse auf Ihrer Timeline und packen sie ein. Gleichzeitig verstärken wir solche Erlebnisse, die
Ihnen bei der neuen Richtung Ihres Lebens nützen.
Sie können bearbeitete Erlebnisse entweder einpacken oder löschen. Wir wollen jedoch die Vergangenheit nicht
leugnen und daher nicht einfach alle negativen Erinnerungen löschen. Da Sie sich von den negativen Gefühlen
befreit haben, können Sie nun das Wissen aus diesen Erlebnissen nutzen. Es schützt Sie z.B. vor Wiederholung
oder hilft, andere Betroffene besser zu verstehen oder zu schützen. Bei 50 nahezu gleichartigen Erlebnissen
können Sie aber die meisten löschen. Die meisten Betroffenen entscheiden sich, alle zu behalten und zusammen
wegzuschließen. Behalten Sie bei verschiedenen Tätern je ein Erlebnis, auch wenn die Erlebnisse ähnlich oder
gleichförmig sind.
Sie merken: Unser Ziel ist nicht nur Sie vom Einfluss negativer Erlebnisse zu befreien, sondern Ihre
Vergangenheit so aufzubreiten, dass Sie automatisch in eine wundervolle Zukunft führt. Ihre Vergangenheit soll
Sie unterstützen und Ihnen so viele positive Erinnerungen zugänglich machen wie möglich. Sie sollen die
starken, positiven Gefühle und die Bedeutung dieser Erinnerungen nutzen, um Ihr Leben für sich und andere zu
bereichern. Führen Sie deshalb noch einmal mit dem neuen Wissen die Übung zur Wirkung vergangener Erlebnisse im
Kapitel Inneres Erleben durch.
Es ist wichtig, dass Sie sich gut fühlen! Viele Trauma-Betroffene sind zu oft dissoziiert. Selbst bei guten,
angenehmen Erlebnissen sehen sie sich selbst und fühlen zu wenig. Dissoziation ist ein natürlicher
Schutzmechanismus des Gehirns. Man tritt aus sich selbst heraus, so dass es scheint, als wäre es jemand
anderes, dem diese Situation widerfährt. Dies ist gut bei negativen bzw. schmerzhaften Erlebnissen. Während Sie
sich einen Dorn aus dem Finger ziehen, können Sie ruhig ans andere Ende des Raumes schweben und das ganze von
dort aus der nötigen Distanz betrachten. Das Motto »ich lasse nichts mehr an mich heran« ist gut für negative
Erlebnisse. Gute Gefühle sollen Sie aber ganz nah an sich heranlassen und in sich hereinlassen.
Positive Erlebnisse sollen Sie intensiv fühlen und dabei aus den eigenen Augen schauen. Daher hier noch eine
Übung zum Wechseln von dissoziierter zu assoziierter Perspektive:
Ihr Gehirn lernt, bei angenehmen Erlebnissen automatisch die assoziierte Perspektive zu nutzen. Das macht Ihr
Gefühlsleben intensiver. Wiederholen Sie die Übung ein paarmal mit verschiedenen positiven Erlebnissen, bis es
ganz leicht und automatisch geht. Sie haben die Wahl wie stark Sie Situationen erleben möchten: Von ganz
schwach (dissoziiert) z.B. beim Zahnarzt, bis hin zu starken Gefühlswallungen. Bei positiven Situationen
können Sie sich richtig in die Situation reinversetzen und sich mit den guten Gefühlen fluten lassen. Während
Sie mit der doppelten Dissoziation eine wirkungsvolle Technik zur Abschwächung von negativen Gefühlen erlernt
haben, trainieren wir hier das Verstärken von positiven Gefühlen. Eine positive Ausstrahlung infolge starker
Gefühle macht Sie auch erfolgreicher im Umgang mit anderen Menschen.
Nun ist es Zeit mit der Vergangenheit abzuschließen. Blicken Sie auf Ihre Vergangenheit und sagen: »Dies ist
jetzt ein abgeschlossener Teil meiner Lebensgeschichte.« Die Zukunft liegt vor Ihnen. Die folgenden Kapitel
beschäftigen sich daher mit Ihrer Gegenwart und Zukunft.
Scham-Gefühle
Steve und Connirae Andreas haben in ihrem Buch ›Heart of the Mind‹ festgestellt, dass Schamgefühle auf einer
bestimmten Selbst-Wahrnehmung in Bezug auf andere Menschen basieren. Man macht sich selbst kleiner als die
andern und lässt die anderen in einer bedrohlichen Art erstarren. Man fühlt sich buchstäblich angestarrt. Mit
Kenntnis der Submodalitäten kehren wir diese Sichtweise und die damit verbundenen Gefühle nun um.
Wann kommt die nächste Situation, in der Sie diese Änderung ausprobieren möchten? Wie ändert sich diese
Situation, wenn Sie sich selbst überlebensgroß wahrnehmen und auf die Bewegung der anderen achten?
Scham ist ein Gefühl, das entsteht, weil man glaubt, den Werten oder Vorstellungen anderer Menschen nicht zu
entsprechen. Sie können Schamgefühle nur mit Blick auf andere Menschen haben. Mit Blick auf sich selbst sind es
eher Schuldgefühle (s. hierzu das Kapitel Schuldgefühle). Nachdem Sie Schamgefühle nun mit dieser Technik
auflösen können, fragen Sie sich, ob die Werte oder Vorstellungen dieser anderen Menschen für Sie überhaupt
Gültigkeit haben.
Wieder haben Sie eine Technik kennengelernt, mit der Sie in kurzer Zeit problematische Gefühle beeinflussen
können. Sie sind Ihren Gefühlen nicht mehr ausgesetzt. Sie haben die Entscheidungsfreiheit sich zu fühlen, wie
es für Sie am besten ist. Sie können mit den Submodalitäten experimentieren, beispielsweise den farblichen
Grundton ändern und/oder Hintergrundmusik hinzufügen.
Manchmal schämt man sich auch, weil sich andere für einen schämen. In diesem Fall können Sie das Schamgefühl
dadurch überwinden, indem Sie die Situation noch einmal durchspielen und sich diesmal die anderen so verhalten
lassen, wie Sie es sich damals gewünscht hätten. Wie bewerten Sie dann die Situation?
Beziehungs-Check
Nachdem Sie das Übungsprogramm bis hierher durchgeführt haben, achten Sie in nächster Zeit darauf, wie viele
große und kleine Veränderungen Sie feststellen können. Auf diese Veränderungen muss sich auch Ihre Umwelt,
besonders Ihr Beziehungspartner, einstellen. Geben Sie Ihrer Umwelt dafür Zeit und Gelegenheit. Erfahrungsgemäß
wirken sich die Techniken äußerst positiv auf Freundschafts- und Liebesbeziehungen aus, sofern die Beziehungen
zu diesen Menschen ›gesund‹ sind.
Manche Menschen finden sich aber in Beziehungen wieder, die auf einmal ihren Wertvorstellungen und ihren
Erwartungen an das (Liebes-)Leben nicht mehr gerecht werden. In solchen Fällen sollten Sie diese Beziehung
beenden und sich einen neuen Partner suchen. Dies gilt für alle Beziehungen, die Ihnen Ihre persönliche
Weiterentwicklung schwer machen - besonders für autoritäre und gewalttätige Beziehungen!
Geringes Selbstwertgefühl führt zu schlechter Partnerwahl. Man lebt in dem Glauben, man hätte nichts besseres
verdient als Menschen, die einen schlecht behandeln. Diesen Glaubenssatz können Sie mit Meta-Yessing/Meta-Noing
im Kapitel Überprüfung der Einstellung oder mit der Technik im Kapitel Glaubensvorstellungen ändern
verändern.
Die folgende Übung ist für diejenigen gedacht, die in einer belastenden Beziehung leben, deren Bindung ›zu
stark‹ ist. Es kann sich dabei um eine Liebesbeziehung, aber auch um eine Beziehung zu Verwandten oder Freunden
handeln. Manchmal kann man sich von einem bestimmten Menschen deshalb nicht trennen, weil man im letzten Moment
immer wieder Mitleid hat. Man glaubt, er/sie kann ohne Hilfe kein gutes Leben führen. Man fühlt sich für den
anderen verantwortlich. Sie können aber nur die Verantworung für Ihr eigenes Leben übernehmen. Dem anderen
gegenüber brauchen Sie innere Freiheit. Nach der Übung können Sie mit dieser Freiheit entweder die Beziehung zu
dem anderen Menschen umgestalten oder sich trennen. Sie haben dann die Wahl.
Koabhängigkeit beenden

Abbildung 16.1: Koabhängigkeit beenden
Die Technik zur Beseitigung von Koabhängigkeit können Sie natürlich auch bezüglich anderer Personen anwenden,
bei denen Sie sich mehr Freiheit im Umgang wünschen, wie z.B. Eltern und Verwandte.
In guten Beziehungen gibt es weder Gewalt, noch Drogen- oder Alkoholprobleme. Dies sind derart schwerwiegende
Missstände, dass hier eine Trennung dringend angeraten ist. Jemand, der zu Gewalttätigkeit oder Alkohol- bzw.
Drogenabhängigkeit neigt, braucht psychologisches Fachbetreuung. Als Beziehungspartner sind Sie viel zu
vorbelastet, um solchen Menschen wirksam helfen zu können.
In guten Beziehungen sind die Partner in erster Linie miteinander befreundet. Sie vertrauen sich gegenseitig,
drücken ihre Bedürfnisse aus und akzeptieren die Grenzen des anderen. Statt Eifersucht und anderer Dramen
lassen sich die Partner ihre persönliche Freiheit und fördern den anderen in seiner persönlichen Entwicklung.
Gute Beziehungspartner teilen gemeinsames Erleben.
Mindestanforderungen für guten Sex:
- nichts vorspielen
- nicht bedrängen, nicht überreden
- sich nicht verpflichtet fühlen
- der Partner muss gut riechen
- es langsam angehen lassen
- nach den Wünschen des anderen fragen und selbst Wünsche äußern
- auf die Wünsche des anderen reagieren
- einfühlsam sein
- es soll sich gut anfühlen und Spaß machen! \hspace*{0pt}\\
»Sex macht umso mehr Spaß, je öfter man es mit demselben Partner macht!« (Richard Bandler).
Manchmal gibt es Personen, die regelmäßig die Grenzen anderer überschreiten. Wenn Sie sichergestellt haben,
dass keine Koabhängigkeit zu diesen Personen besteht (s. vorige Übung), können Sie sich so solchen Personen
gegenüber abgrenzen:
Abgrenzungs-Strategie
Üben Sie die Schutzschild-Technik an ein paar Beispielen. Dann können Sie in Zukunft Ihren Schild
innerhalb von Sekundenbruchteilen nutzen und Ihre Interessen in Situationen vertreten, in denen jemand versucht
Ihre Grenzen zu überschreiten. In welcher Situation werden Sie ihn das erste Mal nutzen? Die Fragen bezüglich
des Wünschens dienen zur Klärung von Konflikten in dauerhaften, auf Gleichberechtigung beruhenden Beziehungen.
Sie kommen aus der von Thies Stahls entwickelten Technik der ›Schule des Wünschens‹ - einer Methode zum
Konfliktmanagement.
Hinweis: In einigen Fällen reicht die Abgrenzungstrategie nicht aus. Prüfen Sie dann, ob Sie z.B. lieber einen
Glaubenssatz ändern sollten z.B. »Ich bin der Person ausgeliefert«. Manchmal erinnert diese Person an andere
Menschen aus der Vergangenheit. Hier können sie die Re-Imprint-Technik mit dem Schlüsselerlebnis der Person aus
der Vergangenheit durchführen.
Magische Eltern
Sollten Sie als Kind Prügelstrafen oder andere üble Dinge erlebt haben, können Sie diese mit der Technik im
Trauma-Auflösungskapitel bearbeiten. Lassen Sie den Film einmal vorwärts laufen und dann ca. fünfmal schnell
rückwärts.
Sollten Sie sich dabei ertappen, wie Sie die gleichen negativen Verhaltensweisen an den Tag legen, die Sie an
Ihren Eltern kritisieren, können Sie die Re-Imprint Technik auf diejenigen Erlebnisse anwenden, bei denen Ihre
Eltern Sie so behandelt haben. Mit diesen beiden Techniken können Sie Ihre gesamte persönliche Geschichte
aufarbeiten und sich somit von belastenden Erinnerungen und negativen Prägungen befreien.
Viele Menschen wünschen sich als Erwachsene, dass ihre Eltern sie als Kind besser behandelt hätten und ihre
Bedürfnisse besser erfüllt hätten. Michael Hall & Barbara Belnap beschreiben hierfür in ihrem Buch ›The
Sourcebook of Magic‹ eine Technik von Sally Chamberlaine und Jan Prince, mit der man sich magische Eltern
aufbauen kann. Diese können dann nachträglich solche Bedürfnisse erfüllen und damit zur persönlichen
Entwicklung beitragen.
Ausblick
Wir sind nun am Ende des Übungsprogramms angekommen. Sie haben hierbei Techniken zur Überprüfung der
Einstellung, zur Änderung Ihres inneren Erlebens, zur doppelten Dissoziation und Trauma-Auflösung erlernt. Sie
können Schuldgefühle und Prägungen umwandeln sowie einschränkende Glaubenssätze und Entscheidungen verändern.
Außerdem können Sie Ihre persönliche Vergangenheit so gestalten, dass Sie Ihnen nützt. Hierzu kennen Sie nun
Methoden vergangene Erlebnisse einzupacken oder zu löschen und Techniken, die positiven Erlebnisse Ihrer
Vergangenheit so aufzubreiten, dass sie Ihnen maximalen Nutzen bringen. Weiterhin kennen Sie eine Technik zur
Bearbeitung von Schamgefühlen und zur Abgrenzung und eine zur Aufhebung von Koabhängigkeit in Beziehungen. Die
Wirkung Ihrer Eltern konnten Sie ebenfalls bei Bedarf mit Hilfe Ihrer magischen Eltern umgestalten. Mit diesen
Übungen haben Sie jede Menge großer und kleiner Veränderungen bewirkt.
Wir hoffen, wir haben Ihnen nicht nur verschiedene Techniken vermittelt, sondern auch das Wissen, dass Sie
Ihrem inneren Erleben nicht hilflos ausgesetzt sind. Sie können die Gestaltung Ihres (Er-)Lebens selbst in die
Hand nehmen. Und Sie können auch in anderen Kontexten auf die vorangegangen Kapitel zurückgreifen. Hier noch
einige Beispiele für die kleinen Dinge im Alltag:
- Lassen Sie das Bild Ihres ›übermächtigen‹ Chefs schrumpfen
- verwandeln Sie eine kritische Stimme in die von Mickey Mouse
- dissoziieren Sie sich im Zahnarzt-Stuhl
- lassen Sie bei kleinen Unfällen den Film rückwärts laufen
- nutzen Sie Ihren Power-Anker, wenn schlechte Laune zu lange anhält
- erleben Sie die nette Party aus den eigenen Augen
- ein Lächeln bewirkt Wunder
- gehen Sie von sich ein bisschen gut fühlen zu intensivem großartig-fühlen über
- lassen Sie das gute Gefühl sich im Körper ausbreiten
- schalten Sie schneller zwischen verschiedenen Stimmungen um
- gehen Sie bei Schuldgefühlen zeitlich vor das Erlebnis
Ehemalig Traumatisierte tragen ein großes Potential in sich. Sie wurden mit Ihrer Angst konfrontiert und haben
sie überwunden. Sie haben eine Krise erfolgreich bewältigt und gehen daraus als stärkere Persönlichkeit hervor.
Das Trauma hatte sehr viel Energie und Ressourcen gebunden, die die Ihnen jetzt für andere Dinge zur Verfügung
stehen. Typischerweise erleben die Betroffenen, wie sich Ihre Energie von Tag zu Tag steigert, ebenso das
Interesse für andere Menschen und Sachgebiete. An die Stelle von Angst tritt das Gefühl der Neugier. Dadurch
wird vieles im Alltag einen anderen Stellenwert einnehmen. Was möchten Sie in Zukunft mit dieser neugewonnenen
Zeit, Energie und Freiheit anfangen? Es ist wichtig, dass Sie sich diese Frage möglichst konkret beantworten.
Von unseren Testpersonen fingen einige z.B. eine Ausbildung oder einen neuen Job an, andere engagierten sich
für einen guten Zweck oder begannen ein neues Hobby. Manche erweiterten ihren Freundeskreis und/oder ihre
Kommunikationsfähigkeiten. Und Sie?
NLP Zieldefinitionen
Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft zu klären, was Sie mit der neugewonnenen Zeit und Energie anfangen wollen: \hspace*{0pt}\\- Was möchten Sie für ein Ziel erreichen? Beinhaltet Ihr Ziel konkrete Verhaltensweisen?
- Können Sie Ihr Ziel unabhängig von anderen aufrecht erhalten?
- Wann und wo realisieren Sie zum ersten Mal, dass Sie Ihr Ziel (oder einen Teil davon) erreicht haben
- Woran können Sie erkennen, dass Sie es erreicht haben?
- Was werden Sie dann sehen, hören und fühlen (und schmecken und riechen)?
- Für welchen Kontext gilt das Ziel? Wann (eventuell konkreter Termin), wo, mit wem?
- Welche Fähigkeiten / Ressourcen brauchen Sie für Ihr Ziel (mindestens 5 nennen)
- Wenn Sie ein neues Verhalten zum Ziel haben: Wie genau werden Sie sich verhalten, wenn das Ziel erreicht ist? Wann werden Sie sich wem gegenüber wie verhalten?
- Wenn Sie eine Verhaltensweise abstellen möchten: Wann und wo möchten Sie das alte Verhalten doch noch einsetzen? Was für eine Funktion hatte es?
- Welche Nachteile könnte es haben, das Ziel zu erreichen? Sind Sie bereit, zur Erreichung des Ziels die Konsequenzen zu tragen bzw. den Preis zu zahlen?
- Wenn Ihr Ziel ein neues Verhalten ist: Nennen Sie drei Situationen, in denen Sie das alte Verhalten behalten möchten.
- Passt das Ziel zu Ihnen? Gibt es Einwände? Falls ja, wie können Sie das Ziel so ändern, dass alle Einwände berücksichtigt sind?
- Hat Ihr Ziel eventuell negative Konsequenzen? Falls ja, wie können Sie das Ziel ändern, dass diese Konsequenzen nicht auftreten?
- Woran werden Sie erkennen, dass es jetzt Zeit ist, das Ziel zu verfolgen? Welche Anzeichen können Sie sehen, hören, fühlen?
- Woran werden Sie erkennen, falls das alte Verhalten nötig ist?
- Wann wird es in Zukunft das erste Mal eine Gelegenheit geben, das Ziel zu verfolgen? Woran können Sie dies mit Ihren Sinnen wahrnehmen?
- Setzen Sie dann Ihre Fähigkeiten und Stärke ein!
Hinweis: Für Außenstehende sind Schilderungen von traumatischen Erlebnissen eine große Belastung. Seien Sie
daher vorsichtig, falls Sie von Ihrem Erlebnis bzw. Ihren Erlebnissen erzählen. Für viele sind Erzählungen über
diese Erlebnisse unfassbar. Sie stempeln einen eventuell sogar zum ›Opfer‹ ab. Selbst einige Fachleute glauben
immer noch nicht, dass man Trauma überwinden kann. Wir hören öfter Einwände in der Art »Schön, dass Dir die
Techniken geholfen haben, aber solch ein Trauma muss doch Folgen haben.« Oder: »Es scheint nur so, als hätte es
geholfen, aber in Wirklichkeit ist es unheilbar.« Lassen Sie sich von anderen keine Probleme einreden. Egal,
was andere behaupten: Sie selbst werden am besten wissen, wie gut die Techniken funktionieren. Geben Sie den
anderen Zeit und Gelegenheit sich auf Ihre Veränderungen einzustellen.
Empfehlen Sie dieses Buch einer oder einem Trauma-Betroffenen. Besonders Menschen, die aktiv keine Hilfe suchen
würden. Nachdem Sie selbst die Wirkung aus erster Hand erfahren haben, sind Sie als B natürlich eine ideale Beraterin
bzw. ein Berater. Sie können die Betroffene optimal durch die Übungen leiten.
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Was kann man mit NLP noch alles machen?
Die meisten halten NLP für eine Therapiemethode. Es ist aber eigentlich eine Technologie zum Modellieren von Verhaltensweisen. Bandler und Grinder nutzten NLP zuerst, um ein Modell der Verhaltensweisen effektiver Therapeuten zu entwickeln. Sie machten dann dieses Modell für andere erlernbar. Daher der therapeutische Schwerpunkt im NLP. Man kann NLP aber auch in anderen Bereichen nutzen. Robert Dilts analysierte mittels NLP z.B. Denkstrategien bedeutender Genies wie Albert Einstein. Viele sogenannte Begabungen sind nämlich in Wirklichkeit bestimmte, erlernbare Denkstrategien. Ein Genie, d.h. ein begabter Mensch, beginnt auf einem neuen Gebiet genauso unwissend wie alle anderen. Er lernt aber durch effektivere Denkstrategien überdurchschnittlich schnell und erziehlt dann bessere Ergebnisse. NLP ist also nicht nur dafür da, psychische Probleme zu ›heilen‹, sondern auch um Dinge, die man bereits gut kann, weiter zu verbessern.NLP ist eine kunstvolle Form der Kommunikation. Es wird nicht nur zu Therapiezwecken eingesetzt, sondern auch im Marketing und Management, sowie in beratenden Tätigkeiten, wie Coaching und Unternehmensberatung, bei persönlicher Weiterentwicklung, im Sport, beim Militär, bei zwischenmenschlichen Beziehungen, bei Verhandlungen und in der Medizin, etc.
Ziel des NLP ist die Verhaltensmöglichkeiten und persönliche Freiheit der Menschen zu erweitern. Vielleicht sind Sie ja von NLP ebenso begeistert wie wir. Dann sind die im Anhang angegebenen Bücher etwas für Sie. Vielleicht möchten Sie ein NLP-Training besuchen. Dies war für uns eine sehr beeindruckende Erfahrung. Hierzu die Liste der NLP-Anlaufstellen im Anhang.
Lassen Sie sich von den enormen Fähigkeiten Ihres Gehirns auch in Zukunft angenehm überraschen!
D Neue Identität
Die Identität aktualisieren
Die bisher vorgestellten Techniken bewirken vor allem Veränderungen auf der Ebene der Verhaltensweisen und
Bewusstseinszuständen, sowie auf der Ebene der Werte und Glaubenssätze. Bei vielen bewirken einige der
Techniken auch Veränderungen auf der Identitätsebens d.h. der Ebene bei der es um die Frage geht »Wer bin
ich?«.
Robert Dilts hat kürzlich in Zusammenarbeit mit Stephen Gilligan eine weitere Reihe von Techniken entwickelt,
die speziell auf Veränderungen auf Identitätsebene und spiritueller Ebene abzielen. Sie sind in seinem Buch
›Professionelles Coaching mit NLP‹ beschrieben.
Die Anwendung der folgenden Technik setzt voraus, dass Sie das Übungsprogramm in Teil 2 durchgeführen haben.
Ohne vollständige Desensibilisierung von dem oder den Trauma-Erlebnissen führt die Technik nur zu einem
Wiedererleben der Panik. Außerdem sollten Sie mögliche Begleiterscheinungen mit den Techniken aus Teil 3
umgewandelt haben. Dadurch erhalten Sie größere Freiheit bei der Definition Ihrer aktualisierten Identität.
Lassen Sie die vorangegangenen Veränderungen auch durch ein paar Wochen Alltagsleben auf sich wirken, bevor Sie
mit der folgenden Übung weitermachen.
Sie müssen diese Übung nicht machen. Die Trauma-Überwindung funktioniert auch ohne. Wir legen sie aber
besonders denjenigen ans Herz, die sich (teilweise) über das Trauma definieren. Sätze wie »Ich bin ein
Trauma-Opfer«, »Ich bin eine Trauma-Überlebende«, »Ich bin als Mensch durch die Trauma-Erlebnisse grundsätzlich
benachteiligt«, etc. könnten Anhaltspunkte dafür sein, dass das Trauma-Erlebnis Einfluss auf die eigene
Identität hatte. Eine unserer Testpersonen kam nach langer Zeit glücklichen Lebens zu uns und fragte »Ich habe
seit der Trauma-Überwindung so viel in meinem Leben erreicht, wie ich vorher nie für möglich gehalten hätte.
Wie weit kann ich es denn trotz der Trauma-Vergangenheit bringen?«. Das Wort ›trotz‹ war für uns ein klarer
Hinweis, mit ihr die Übung zur Aktualisierung ihrer Identität durchzuführen.
Stephen Gilligan beschreibt die Folgen von Traumatisierung auf seine poetische Art so: Traumatisierten Menschen
wurde die ›zweite Haut‹ weggerissen, sie haben kein ›spirituelles Immunsystem‹. Sie können nicht unterscheiden
zwischen ›sichtbar‹ und ›entblößt‹. Wenn andere auf sie schauen, fühlen sie sich ›roh‹. Sie unternehmen alles,
um die Aufmerksamkeit anderer abzulenken. Es ist schwierig für sie, sich ›sichtbar‹ zu machen und zu sagen
»Hier: Sieh auf meine Identität, hier ist meine Wahrheit. Hier sind meine Bedürfnisse.« Trifft diese
Beschreibung auf Sie zu? Dann machen Sie folgende Übung.
Diese Übung können Sie gerne mehrfach wiederholen. Sollten Ihnen später andere Erlebnisse einfallen, können Sie
auch in diese mit dem Symbol hineingehen und sie neu erleben. Für andere Erlebnisse können Sie auch andere
Identitäten und Symbole nutzen.
E Anhang
Psychotische Symptome
Selbst bei Betroffenen mit schweren psychotischen Symptomen erweist sich das vorliegende Übungsprogramm nach
unseren Erfahrungen als außerordentlich erfolgreich. Menschen mit psychotischen Symptomen werden oft in
Kliniken abgeschoben, da sich niemand so recht kompetent fühlt zu helfen. Die Behandlung in Kliniken kann sehr
langwierig sein. Die finanziell bedingt schlechte Betreuungssituation ist nicht gerade förderlich. Das Personal
ist normalerweise unterbesetzt und es bestehen lange Wartelisten auf Klinikplätze. Hinzu kommt, dass einige
Fachleute selbst nicht an Heilungserfolge bei Trauma glauben, sondern davon ausgehen, dass die Betroffenen ihr
Leben lang Beratungsstellen aufsuchen werden. Wenn in solchen Fällen niemand hilft, wird sich dies
bewahrheiten. Therapeuten und Berater sind aufgefordert, sich hier zu engagieren.
›Psychotisch‹ nennen wir Bewusstseinszustände, in denen die Wahrnehmung der Realität verzerrt ist - im
Extremfall durch Wahnvorstellungen. Psychotische Symptome werden begünstigt, wenn Täter oder Angehörige die
Wahrnehmung der Realität systematisch unterminieren, z.B. durch leugnen: »Das ist doch gar nicht passiert. Das
bildest Du Dir nur ein.« Eine andere Ausprägung ist Altersregression. Die Betroffene ›wird zum Kind‹, d.h. sie
geht in eine Zeit, in der ›die Welt noch in Ordnung war‹.
Für NLP ist ›die Realität‹ weniger etwas absolut Wahres, sondern eher das, worauf sich die Menschen der
Umgebung geeinigt haben. Wissenschaftliche Untersuchen zeigen: Unser Langzeitgedächtnis speichert keine
absolute, sondern eine mit unserem Umfeld verträgliche ›Wahrheit‹. Früher dachte man z.B. die Welt sei eine
Scheibe und hatte Angst davor, vom Rand herunterzufallen. Jemand, der heute ständig Angst hat vom Rand der
Scheibe zu fallen, kann sich schnell in einer Nervenheilanstalt wiederfinden, falls er seine Weltsicht zu
exzessiv auslebt. Im Mittelalter wäre dies völlig normales Verhalten gewesen.
Um zwischen innerer und äußerer Realität bzw. Wahrnehmung zu unterscheiden, nutzt unser Gehirn Submodalitäten.
Während Bilder der äußeren Wahrnehmung im allgemeinen scharf sind, kodiert unser Gehirn Bilder unseres inneren
Erlebens vielleicht etwas unschärfer oder etwas dunkler oder legt einen Rahmen um sie herum. Durch diese
unterschiedliche Repräsentation können wir leichter zwischen innerer und äußerer Realität unterscheiden. Die
meisten Menschen nutzen hierzu unbewusst viele Submodalitäten gleichzeitig.
Auch diesen sogenannten ›Schwersttraumatisierten‹ kann man helfen. Es muss allerdings erst eine
hundertprozentig funktionierende Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Betroffenen organisiert werden. Fachpersonal
hinzuziehen! Vielleicht können Sie z.B. unser Übungsprogramm in Absprache mit Trauma-Klinikpersonal
durchführen. Vielleicht möchten Sie NLP-Fachleute hinzuziehen. Die im Anhang angegebenen NLP-Anlaufstellen
geben Ihnen gerne Empfehlungen. Wir haben uns trotz möglicherweise auftretender Schwierigkeiten für dieses
Kapitel entschieden, da wir hoffen, dass dadurch möglichst vielen Menschen mit ›schweren‹ Symptomen geholfen
wird.
Menschen mit psychotischen Symptomen sind oft schwer ansprechbar. Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist sehr kurz. Den
Betroffenen fällt es möglicherweise schwerer, Ihren Anweisungen zu folgen. In solchen Fällen müssen Sie
improvisieren, um die Betroffenen anzusprechen. Sie müssen hier besonders gut auf die Realität des Gegenübers
eingehen. Eine Trauma-Betroffene hatte z.B. Wahnvorstellungen von Leichen. Hier konnten wir den Kontakt mit dem
Satz herstellen: »Oh ja, ich habe auch zuerst gedacht, da liegt eine Leiche, aber dann habe ich gesehen, dass es
nur Plastiktüten sind.« In anderen Fällen müssen Sie erst pantomimisch die Leiche wegtragen, bevor Sie mit der
Betroffenen weitermachen können. Gute Freunde und Familienangehörige sind als Berater bzw. Beraterin für
Betroffene besonders gut geeignet. Sie haben oft einen so guten Kontakt zu den Betroffenen, dass sie sie durch
das Übungsprogramm leiten können. Im obigen Fall der Altersregression können Sie damit anfangen, dem ›Kind‹
Fähigkeiten zu geben, die ihr erlauben, spätere Ereignisse im Leben besser zu überwinden. Sie können dem Kind
z.B. die doppelte Dissoziation beibringen.
Schwer ansprechbare Trauma-Betroffene sollten zuerst dissoziiert und stabilisiert werden. Sprechen Sie in der
dritten Person Singular zu ihr: »Vielleicht kann sich die Sabine jetzt wieder etwas entspannen. Schau Dir die
Sabine an, wie sie sich jetzt entspannt!«. Dissoziation als Schutzmechanismus und Stabilisierung ist ein
wichtiger Faktor. Bei einer unserer Test-Personen ließ sich durch Aufbau der doppelten Dissoziation ein totaler
Gedächtnisverlust wieder aufheben. Hier hatte der Gedächtnisverlust eine Schutzfunktion, die durch die
Dissoziation sichergestellt werden konnte. Klare Hinweise, wie die Betroffenen mit ihrem inneren Erleben
umgehen können, wirken oft überraschend gut. »Und jetzt kannst Du das Bild von Sabine, wie sie sich fürchtet,
weit, weit, wegschieben und kleiner machen. Und das Bild, wie sie sich gut fühlt nahe heranholen und
vergrößern.«
Dann können Sie der Betroffenen beibringen, wie sie ihre inneren Realitäten kontrollieren kann. Sie können Ihr
beibringen, wie sie mit Submodalitäten zwischen innerer und äußerer Realität unterscheiden kann. Machen Sie sie
auf Unterschiede in der Repräsentation aufmerksam. Parallel dazu können Sie mit ihr die Trauma-Auflösung
durchführen. Hier sollten Sie zunächst mit weniger schwerwiegenden Erlebnissen anfangen. Mit der
Trauma-Auflösung verschwinden in der Regel auch die psychotischen Symptome.
Nochmals: Menschen mit starken psychotischen Symptomen brauchen intensive ständige Betreuung. Sie sind oft
nicht in der Lage ihr Alltagsleben zu bewältigen. Teilweise sind sie sogar selbstmordgefährdet. Intensive
Betreuung ist auch beim Absetzen von psychoaktiven Medikamenten oder Beruhigungsmitteln nötig (nur unter
ärztlicher Aufsicht!). Hier müssen Sie Fachpersonal hinzuziehen. Die im Anhang aufgelisteten klinischen
Traumazentren dienen hier als Anlaufstelle. Selbst wenn diese Trauma-Kliniken nicht explizit NLP machen, ist
das Personal im Umgang mit schwer ansprechbaren Patienten vertraut.
Trauma kann zu schweren Dissoziationen führen. Bei manchen Menschen sind diese Dissoziationen so stark, dass
sich ›Persönlichkeits-Anteile‹ mit unterschiedlichen Absichten und Zielrichtungen herausgebildet haben. Manche
Betroffene haben z.B. einen Teil, der sie für Sex oder andere Dinge kritisiert und diese als schlecht
darstellt. Ein weiteres Beispiel ist ein Teil, der das Geschehene leugnet. Manche Menschen haben buchstäblich
›einen (Teil) neben sich gehen‹. Hier eine Technik von Robert Dilts um derart abgespaltene Teile wieder in die
Gesamtpersönlichkeit aufzunehmen. Bitte überspringen Sie diese Übung, falls Sie keine Persönlichkeitsanteile
haben, die sich scheinbar verselbstständigen. Wir wollen nämlich keine neuen Teile schaffen, sondern nur schon
bestehende Teile voll in die restliche Persönlichkeit integrieren.
Integration abgespaltener Persönlichkeitsanteile
- Wir brauchen drei verschiedene Positionen im Raum. Suchen Sie sich eine Beobachter-Position, von der aus Sie sich selbst und den Persönlichkeitsanteil beobachten können. Wählen Sie eine weitere Position, an der Ihr Selbst die Situation mit dem aktiven Persönlichkeitsanteil noch einmal erleben kann. Außerdem brauchen wir eine Position für den aktiven Persönlichkeitsanteil, so dass dieser mit Ihrem Selbst interagieren kann.
- Gehen Sie nun an die Beobachter-Position und schauen sich Ihr Selbst und den Persönlichkeitsanteil an. Lassen Sie die Interaktion zwischen beiden noch einmal ablaufen. Was möchte Ihr Selbst in dieser Situation? Wie würde die Situation für Ihr Selbst optimal verlaufen? Braucht Ihr Selbst dabei bestimmte Eigenschaften, die Sie ihm geben können? Was ist für Ihr Selbst in Bezug auf den Persönlichkeitsanteil wichtig? Was muss in der Situation auf jeden Fall sichergestellt werden?
- Schauen Sie nun dem Persönlichkeitsanteil zu. Was ist seine positive Funktion? Was für eine positive Absicht für Ihre Person hat dieser Teil? Auch wenn das Verhalten dieses Persönlichkeitsanteil vielleicht unangemessen ist, es geschieht auf jeden Fall in positiver Absicht. Welche Funktion versucht der Teil zu erfüllen? Beispielsweise ist es vielleicht unangemessen, wenn die Mutter ihrer Tocher den Kontakt zu ihrem Freund verbietet. Dadurch kann sie das Vertrauen ihrer Tocher verlieren. Die Absicht bzw. Funktion hinter diesem Verhalten ist aber, die Tochter zu schützen. Nur das Verhalten ist unangemessen. Manchmal ist die Absicht zwar gut, das Verhalten entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Verhältnissen. Wie ist das in Ihrem Fall? Schauen Sie sich den Persönlichkeitsanteil aus der Beobachter-Perspektive an. Finden Sie die positive Absicht bzw. die Funktion Ihres Persönlichkeitsanteils.
- Gehen Sie nun im Raum an die Position des Persönlichkeitsanteils und beobachten erneut die Interaktion mit Ihrem Selbst. Was können Sie aus dieser Perspektive lernen? Wie fühlt sich das an? Wie verstehen Sie jetzt die positive Absicht des Persönlichkeitsanteils? Was wird Ihnen jetzt über seine Funktion klar? Manchmal kommt auf die Frage nach der positiven Absicht erst eine ”negative” Absicht, z.B. »ich möchte sie/ihn bestrafen.« Dann fragen Sie einfach weiter nach der Absicht hinter der Absicht: »Was für eine positive Funktion/Absicht hat das Bestrafen?«.
- Nehmen Sie nun die Position Ihres Selbst ein. Mit dem neuen Wissen: Wie bewerten Sie nun die Situation? Wie schätzen Sie Ihren Persönlichkeitsanteil ein? Was muss für Ihr Selbst sichergestellt sein?
- Gehen Sie nun an die Stelle des neutralen Beobachters und betrachten, wie sich die Interaktion Ihres Selbst mit dem Persönlichkeitsanteil ändert.
- Wandern Sie im Raum zwischen den drei verschiedenen Positionen hin und her. Wie wirkt die Situation aus den unterschiedlichen Blickwinkeln? Finden Sie eine Ebene, auf der beide die gleichen Ziele verfolgen. Auf welche Verhaltensweisen können sich beide einigen? Was muss für Ihr Selbst sichergestellt sein, was für den Persönlichkeitsanteil? Was brauchen beide, damit dieser Teil wieder mit Ihrem Selbst zusammengeht und verschmilzt? Lassen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen und wechseln Sie so oft die Betrachtungs-Position, bis Sie mit allen Ansichten zufrieden sind. Sie können auch ein bisschen mit den Persönlichkeitsanteil und Ihrem Selbst verhandeln oder auch Absprachen treffen. Trennen Sie Absicht von Verhalten. Trotz vielleicht mittlerweile nicht mehr angemessenem Verhalten ist seine Absicht bzw. seine Funktion mit Sicherheit gut für Sie. »Was für eine positive Absicht hat der Persönlichkeitsanteil?«, »Was für eine wichtige Funktion versucht er zu erfüllen?«, »Was für eine positive Bedeutung könnte der Persönlichkeitsanteil haben?«, »In welchen Situationen ist das Verhalten des Persönlichkeitsanteils nützlich?«, »Was ist die Absicht Ihres Selbst?«, »Welche Ziele verfolgt Ihr Selbst?«, »Wo gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Persönlichkeitsanteil und Ihrem Selbst?«, »Wie sehen die gemeinsamen Ziele aus?«.
- Wenn Sie eine Ebene gefunden haben, mit der alle zufrieden sind, denken Sie an die Zukunft. Wie können Sie sich in zukünftigen Situationen so verhalten, dass die Funktion, für die der Persönlichkeitsanteil steht, zusätzlich zu Ihren anderen Bedürfnissen erfüllt wird? Woran erkennen Sie solche Situationen? Beschließen Sie für solche Situationen eine Verhaltensänderung.
- Nun gehen Sie im Raum langsam auf Ihr Selbst zu und nehmen es in sich auf. Dann gehen Sie langsam auf den Persönlichkeitsanteil zu und nehmen auch ihn in sich auf. Achten Sie auf die neuen Gefühle, die damit verbunden sind. Oft tritt z.B. ein Gefühl von Einheit oder »Eins mit sich Selbst und der Welt« auf. Lassen Sie sich Zeit, die neuen Gefühle zu genießen.
- In Situationen der Störung durch einen abgespaltenen Persönlichkeitsanteil kann nun Ihr neues Gefühl der Einheit auftreten. Wie werden Sie die nächste, zukünftige Situation erleben? Wie werden Sie sich dann verhalten? Wie werden Sie sich dann fühlen? Wie bewerten Sie diese Situation, wie Ihr Verhalten und Ihre Gefühle?
Ein weiteres häufig auftretendes Symptom sind sogenannte Borderline-Störungen. Sie haben ihre Ursache oft in
verdrängten und in der Familie verschwiegenen Misshandlungen. Ähnliches gilt für sogenannte
Multiple-Persönlichkeitsstörungen. Multiple-Persönlichkeitsstörungen sind aus Sicht des NLP so starke
Dissoziationen, dass ein Persönlichkeitsanteil als Einheit abgespalten wird. Dies geschieht als
Schutzmechanismus in wiederholt auftretender äußerster Notlage. Seit Jahren beklagen Psychologen, dass
Krankheitsbilder, wie Multiple-Persönlichkeitsstörungen und Borderline, mit Schizophrenie verwechselt werden.
So werden Patienten mit Fehldiagnose Schizophrenie z.T. lebenslang mit Medikamenten ›vollgepumpt‹, statt ihnen
eine qualifizierte Trauma-Therapie zukommen zu lassen. Schizophrenie kann man von anderen Krankheitsbildern
unterscheiden, indem man mit dem Patienten in so guten Kontakt tritt, dass dieser Anweisungen befolgen kann.
Dann bittet man ihn Einfluss auf die Halluzinationen zu nehmen. Gelingt dies, liegt (nach DSM IV) keine
Schizophrenie vor. Übrigens ist Schizophrenie aus Sicht des NLP möglicherweise heilbar. Von Richard Bandler
gibt es Videoaufnahmen, inklusive Follow-Up, wie er mit Schizophrenie arbeitet. Sie können versuchen
Borderline-Symptome (plötzlich umschlagende Gefühle) mit Submodalitätstechniken zu lindern. Bei
Multiplen-Persönlichkeitsstörungen können Sie versuchen, die Persönlichkeitsanteile zu integrieren (s. Kapitel
Assoziation/Dissoziation) oder die beiden Anteile ankern und beide Anker gleichzeitig auszulösen (hier müssen
Sie trotz möglicher heftiger Reaktion der Betroffenen die Anker über einige Zeit gedückt halten können). Obwohl
wir fest daran glauben, dass es immer eine Lösung gibt, kommen wir hier an die Grenzen dessen, was ein
einzelnes Buch leisten kann und empfehlen den Kontakt mit einem guten NLP-Therapeuten und/oder den im Anhang
angegebenen Trauma-Kliniken.
NLP Anlaufstellen
- Deutscher Verband für NLP, DVNLP e.V.
Lindenstraße 19, 10969 Berlin, Tel. 030-2593920, Mail: dvnlp@dvnlp.de, Web: www.dvnlp.de - Wir empfehlen zur NLP-Ausbildung das Deutsche Ausbildungsinstitut für NLP, DANLP, das über Jahrzehnte hohe
Qualitätsstandards bewahrt hat.
DANLP, Schönblick 38, 74535 Mainhardt, Tel. 01805-326575, info@danlp.de, www.danlp.de - NLP-Therapeuten und Trainer finden Sie unter:
www.danlp.de/set/setbtlist.htm - Besonders empfehlen wir NLP-Kurse und Seminare bei Thies Stahl, der das NLP nach Deutschland gebracht und
die ersten NLP-Bücher aus dem Englischen übersetzt hat:
Thies Stahl, Drosselweg 1, 25451 Quickborn, Tel. 04106-82381, www.thiesstahl.de - Schweiz:
NLP Institut Zürich, Ronald Amsler, Lättenstrasse 18, CH-8914 Aeugst am Albis, Tel. +41-1-7610838, ronnie@nlp-institut.ch, www.nlp-institut.ch
Auf der Webseite gibt es hervorragende Texte zum Download. - Österreich:
Linzer Akademie für NLP, Alois Senefelderstrasse 9, A-4020 Linz, Tel. +43-732-917895, andrea.oetsch@liwest.at, www.nlp.at/la.
Unter www.nlp.at gibt es auch das NLP Wörterbuch, in dem fast alle Begriffe des NLP sowie ein Großteil aller NLP Techniken und Veränderungsmuster beschrieben sind.
Unsere Webseite finden Sie unter:
www.trauma-jetzt-ueberwinden.de
Hier können Sie zu uns Kontakt aufnehmen. Ihre Fragen und Anregungen sind uns wichtig und werden ggf. in einer späteren Auflage dieses Buches berücksichtigt.
www.trauma-jetzt-ueberwinden.de
Hier können Sie zu uns Kontakt aufnehmen. Ihre Fragen und Anregungen sind uns wichtig und werden ggf. in einer späteren Auflage dieses Buches berücksichtigt.
Trauma-Kliniken & Anlaufstellen
Die Webseite Trauma-Informations-Zentrum von Stefanie Rösch & Claus Rüegg bietet eine unfangreiche
Liste von Trauma-Kliniken in Deutschland, siehe
http://www.trauma-informations-zentrum.de/infos/klinikliste.htm
Weitere Anlaufstellen:
http://www.trauma-informations-zentrum.de/infos/klinikliste.htm
- WEISSER RING e. V.
\hspace*{0pt}\\ Weberstraße 16
\hspace*{0pt}\\ 55130 Mainz
\hspace*{0pt}\\ Tel. 06131-83-03-0
\hspace*{0pt}\\ info@weisser-ring.de
\hspace*{0pt}\\ www.weisser-ring.de
\hspace*{0pt}\\ Bundesweites Info-Telefon & Opfer-Notruf 01803-34-34-34 (24 Std. 9 Cent/Min)
Persönliche Betreuung nach der Straftat über Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden, Erholungsprogramme, einem Beratungsscheck für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt, Rechtsschutz, einem Beratungsscheck für eine kostenlose medizinisch-psychologische Erstberatung bei seelischen Belastungen in Folge einer Straftat, Begleitung zu Gerichtsterminen sowie der Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen. Zusätzlich zu menschlichem Beistand kann der Weisse Ring auch finanzielle Unterstützung gewähren, um z.B. tatbedingte Notlagen zu überbrücken. Der Verein hat nach eigenen Angaben mittlerweile mehreren hunderttausend Opfern Hilfe geben können. - OPFER gegen GEWALT e. V.
\hspace*{0pt}\\ Keyserlingstraße 37
\hspace*{0pt}\\ 81245 München
\hspace*{0pt}\\ Tel. 089-8119970 o. 0176-50050269
\hspace*{0pt}\\ kontakt@opfer-gegen-gewalt.de
Hilfe für Opfer von Straftaten im Bereich Gewaltkriminalität. Sie begleiten hauptsächlich Betroffene und Angehörige durch das Strafverfahren und bieten während der Gerichtsverhandlung Unterstützung an.
www.opfer-gegen-gewalt.de, Infos zu rechtlichen Möglichkeiten und finanzieller Unterstützung von Gewaltopfern. - Sorgentelefon für Kinder- und Jugendliche: 0800-1110333
-
Frauenhäuser:
- Arbeitsgemeinschaft Deutscher Frauen- und Kinderschutzhäuser
\hspace*{0pt}\\ Postfach 10 14 55
\hspace*{0pt}\\ 68014 Mannheim
\hspace*{0pt}\\ Tel. 0621-411068 - Suche bei Yahoo: http://de.local.yahoo.com/
\hspace*{0pt}\\ Mit Suchbegriff ›Frauenhäuser‹.
- Arbeitsgemeinschaft Deutscher Frauen- und Kinderschutzhäuser
- Autonome Frauenhäuser:
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/
\hspace*{0pt}\\\hspace*{5.9cm}autonome_adressen.htm -
Opferambulanzen:
Betroffende können diese Einrichtungen bei akuter psychischer Traumatisierung in Anspruch nehmen. Sie erhalten dort erste Hilfe im Umgang mit erlebten Gefühlen. Betroffene sollen das Gefühl der Sicherheit und Handlungsfähigkeit wiedererlangen. Außerdem bieten oder vermitteln Opferambulanzen kurzfristige oder langfristige Traumatherapie.- Universitätsklinikum Aachen, Pauwelsstr. 30, 52057 Aachen, Tel. 0241-8080808
- St. Vinzenz-Hospital, Dr. Otto-Seidel-Str. 34, 46535 Dinslaken, Tel. 02064-441240
- Gesundheitsamt - Beratungsstelle für Gewaltopfer, Willi-Becker-Allee 10, 40227 Düsseldorf, Tel. 0211-8992664
- Bertha Krankenhaus Rheinhausen, Zu den Rehwiesen 9, 47055 Duisburg, Tel. 0203-7333251
- Deutsches Institut für Psychotraumatologie e.V. (DIPT), Höninger Weg 115, 50969 Köln, Tel. 0172-2671727
- Alexianer-Krankenhaus, Oberdießemer Str. 136, 47805 Krefeld, Tel. 02151-347227
- St. Alexius-Krankenhaus, Alexianerplatz 1, 41461 Neuss, Tel. 02131-1366241
- Polizei-Dienststellen für Trauma-Opfer
Leider gibt es nicht in jeder Stadt Polizeidienststellen, in denen Fachleute für Trauma und/oder Sexualdelikte verfügbar sind, so dass Opfer oft belastende, peinliche Befragungen hinnehmen müssen, wenn sie sich entschließen, Anzeige zu erstatten. Aber die Lage bessert sich stetig. Das Bundeskriminalamt hält auf seiner Webseite Links zur Kriminalprävention bereit:
http://www.bka.de/vorbeugung/linksammlung/linkspraevention.html
Dort gibt es dann weitere Links zu den Themen Gewalt und sexuellem Missbrauch. Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, dass Sie die Anzeige bei einer kompetenten Dienststelle aufgeben. Bedenken Sie aber, dass juristische Verfahren meist langwierig und nervenaufreibend sind. Sie sollten sich Ihre Schritte daher gut überlegen. Siehe auch das umfangreiche Informationsmaterial im Internet-Auftritt von Opfer gegen Gewalt e.V. und Schotterblume (s. unten) - Frauen in Gewaltbeziehungen
Das Fraueninformationszentrum Mannheim hat eine Ratgeberseite für Frauen in Gewaltbeziehungen zusammengestellt:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/
\hspace*{0pt}\\\hspace*{\fill}a_Partnerschaft/s_1185.html
Fraueninformationszentrum
\hspace*{0pt}\\ Eichendorffstr. 66-68
\hspace*{0pt}\\ 68167 Mannheim
\hspace*{0pt}\\ Tel.: 0621/379790
\hspace*{0pt}\\ Mail: fraueninformationszentrum@t-online.de - Rechtsfragen für Opfer sexueller Gewalt
Schotterblume hat eine Webseite für rechtlichen Fragen und Möglichkeiten zusammengestellt:
\hspace*{0pt}\\ http://www.schotterblume.de/rechtfaq/faq.htm
\hspace*{0pt}\\ Schotterblume e.V.
\hspace*{0pt}\\ Windener Str. 38
\hspace*{0pt}\\ 56377 Nassau
\hspace*{0pt}\\ Tel. 02604-950025
\newpage
Quellen der NLP-Techniken
- Meta-Yessing/Meta-Noing: Bob Bodenhammer und Michael Hall
- Submodalitäts-Veränderungen: Bandler
- Doppelte Dissoziation: Bandler und Grinder
- Power-Anker (Resource-Anker): Bandler und Grinder
- Trauma-Auflösung (Visuell Kinästhetische Dissoziation): Bandler und Grinder, einige Elemente von Dilts
- Trauma-Auflösung (Fast Phobia Cure): Bandler
- Trauma-Auflösung (NHR): Bandler, z.B. im Video ›Introduction to NHR‹
- Timeline: Tad James (visuell) bzw. Robert Dilts (Boden-Timeline)
- Schuldgefühle überwinden (›No more guilt‹): Tad James
- Scham überwinden: Connirae & Steve Andreas
- Entscheidungen neu treffen (Decision Destroyer): Bandler
- Re-Imprint: Dilts
- Glaubensveränderung (Change-Believe/Swish): Bandler
- Integration abgespaltener Persönlichkeitsanteile: Dilts
- Beziehungs-Check (Resolve Co-Dependence): Connirae u. Steve Andreas
- Schule des Wünschens: Thies Stahl
- Magische Eltern: Sally Chamberlaine und Jan Prince
- Identität aktualisieren: Dilts u. Gilligan
Literaturhinweise
- R. Bandler, J. Grinder, Metasprache und Psychotherapie, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-186-6, Original-Titel The Structure of Magic Vol. I, 1975 - R. Bandler, J. Grinder, Neue Wege der Kurzzeit-Therapie, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-193-9, Original-Titel frogs into PRINCES, 1979 - Bandler, Richard, Veränderung des subjektiven Erlebens, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-271-4, Original-Titel Using Your Brain - For a Change, 1984 - James, Tad & Woodsmall, Wyatt, Time Line, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-031-2, Original-Titel Time Line Therapy, 1988 - Dilts, Robert B. et. al., Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-030-4, Original-Titel Beliefs - Pathway to Health & Well-Being, 1990 - Dilts, Robert B., Die Veränderung von Glaubenssystemen, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-068-1, Original-Titel Changing Belief-Systems with NLP, 1990 - Andreas, Connirae and Steve, Mit Herz und Verstand, Junfermann
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-065-7, deutsche Ausgabe im Junfermann Verlag z.Z. vergriffen, daher
\hspace*{0pt}\\ Original-Titel Heart of the Mind. Real People Press, Moab, Utah 1989.
\hspace*{0pt}\\ ISBN 0-911226-31-1, 1989, . - L. Michael Hall, Barbara Belnap, Sourcebook of Magic, 2nd Edition (wichtig!)
\hspace*{0pt}\\ ISBN 1-904424-25-2, Crown House Publishing, 2004 - J. OConnor, J. Seymour, Neurolinguistisches Programmieren, Gelungene Kommunikation und persönliche
Entfaltung
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-92407-766-5, VAK Verlag, 2005 - Robert Dilts, Professionelles Coaching mit NLP
\hspace*{0pt}\\ ISBN 3-87387-558-6, Junfermann, 2005